Siegessäule - Dem Schokoladen droht das Ende

Berlin

Dem Schokoladen droht das Ende


Am 22. Februar soll die Immobilie dem Eigentümer übergeben werden. Auch queere Aktivisten möchten das Kulturprojekt erhalten

Siegessaeule.de 10.2.2012 – Weniger als zwei Wochen noch. Dann könnte die Zeit für den Schokoladen, eines der letzten selbstverwalteten Kulturprojekte in Berlin-Mitte, endgültig ablaufen. Denn für den 22. Februar, 9 Uhr, fordert der Grundstückseigentümer die Übergabe der Kneipe sowie weiterer Flächen.

Die Schokoladen-Betreiberinnen und -Betreiber akzeptieren diese Forderung nicht und haben gegen das zugrunde liegende Gerichtsurteil Berufung eingelegt. Außerdem drängen sie Politik und Eigentümer, die Verhandlungen über einen Grundstückstausch voranzutreiben. Nach einem Tausch könnte der Schokoladen das Gebäude mit Hilfe einer Stiftung selbst erwerben und so die eigene Zukunft sichern. Bis jetzt blieben diese Verhandlungen jedoch ohne Ergebnis, weil keine Einigung über den Wert des Gebäudes erzielt wurde.

„Eines der letzten unabhängigen Hausprojekte in Berlin-Mitte”

Im Schokoladen steigt immer montags die queere Party “Schokokuss” mit alternativer und elektronischer Musik.Organisator Martin Trampert hofft, dass sich die Räumung noch verhindern lässt. “Wenn sie den Schokoladen dichtmachen, würden sie uns das Herzstück rausreißen”, sagt er gegenüber siegessäule.de. Auch aus der queeren Szene kommt Unterstützung für den Schokoladen. Der Queer Riot Club schreibt auf Facebook: “Wir wollen nicht, dass eines der letzten unabhängigen Hausprojekte in Berlin-Mitte nach 21 Jahren verschwindet.”

In den nächsten Wochen unterstützen mehrere Künstlerinnen und Künstler den Schokoladen: Am 13. Februar kommen Princessin Hans und Heidi Mohr, am 20. Februar Gloria Viagra und Ivo Hofsté. Für den Morgen des 22. Februar ruft der Schokoladen zu friedlichem Protest gegen die Räumung auf. Die Demo startet um 8 Uhr.
Tobias Sauer

Weitere Informationen: schokoladen-mitte.de