Siegessäule - Erinnerung an NS-Verfolgte für alle wichtig

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Erinnerung an NS-Verfolgte für alle wichtig


Würdiges Gedenken an Magnus Hirschfeld in Berlin

© zw Gedenken an Magnus Hirschfeld, Bebelplatz, Berlin 10. Mai

SIS 10.5.2010 – Erinnerungskultur bedarf der Rituale und der Jahrestage. Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft nahm den 75. Todestag ihres Namensgebers, des Sexualforschers und ersten Homo-Aktivisten Magnus Hirschfeld, zum Anlass für eine Gedenkfeier am heutigen Nachmittag.
Hirschfeld starb am 17. Mai 1935, seinem 67. Geburtstag, im Exil in Nizza. Zwei Jahre zuvor, am 10. Mai 1933, waren seine Bücher auf dem Scheiterhaufen der Nazis auf dem Berliner Opernplatz verbrannt worden. Der heutige Bebelplatz in Mitte war deshalb der richtige Ort, um an Hirschfelds Bedeutung zu erinnern. Prominente Redner waren der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, beide SPD. Beide Politiker unterstützten in ihren Reden ausdrücklich die Forderung des LSVD nach einem Hirschfeld-Denkmal am Magnus-Hirschfeld-Ufer gegenüber vom Bundeskanzleramt.

Hirschfeld war den Nazis als Jude, Sozialist und Schwulenaktivist verhasst. Wowereit hob hervor, dass die Erinnerung an die NS-Opfer aus den Reihen der so genannten Minderheiten auch für die Mehrheitsgesellschaft wichtig sei. Zypries pries Hirschfeld als Vorreiter der Sexualreform. Sie wies darauf hin, dass es ihre sozialdemokratischen Amtsvorgänger im Justizministerium waren, die Hirschfelds Ruf nach Entkriminalisierung in praktische Politik umsetzen wollten. Gustav Radbruch scheiterte in den 1920er Jahren knapp. Gustav Heinemann entkriminalisierte 1969 Homosexualität für Erwachsene.

Passenderweise direkt am Bebelplatz ist im Foyer der „Kommode“ – jetzt ein Teil der Humboldt-Uni – im Anschluss eine Ausstellung über das Institut für Sexualwissenschaften 1919-1933 eröffnet worden. Darin präsentiert die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität den Stand der Forschung zu Hirschfelds Institut und seinen Mitstreitern. (zw)

„Das erste Institut für Sexualwissenschaften 1919–1933“, Kommode am Bebelplatz, bis zum 10. Juni, Montags bis Freitags von 9 bis 20 Uhr, Samstags 9 bis 15 Uhr


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