Siegessäule - Erster Slutwalk in Berlin mit großer Beteiligung

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Erster Slutwalk in Berlin mit großer Beteiligung


Provokativ, bunt und queer war der Schlampenmarsch – ob die feministische Botschaft auch ankam?

siegessaeule.de 15.8.2011 – Feministische „Bitches, Butches, Dykes and Divas“ (so ein Song von Mitorganisatorin Sookee) gehen mit neuen Ansprüchen und neuen Slogans auf die Straße. Am vergangenen Samstag demonstrierten in verschiedenen Städten deutschlandweit tausende Menschen für die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper. Allein in Berlin waren schätzungsweise 3.000 Frauen, Männer, Trans* und Queers beim „Slutwalk“ (Schlampenmarsch) unterwegs.

Der Slutwalk bediente sich provokativer Aussagen, um auf alte Probleme und Vorurteile aufmerksam zu machen. Mit Slogans, wie „Du willst es doch auch nicht“ oder „Don't tell women what they wear, tell men not to rape“ wurde den  gesellschaftlichen Vergewaltigungsmythen der Kampf angesagt. Seit Anfang des Jahres nimmt die „Schlampen-Bewegung“ ihren Lauf (siegessaeule.de berichtete).

Der Slutwalk war ein Medienmagnet - ob die Idee dahinter ankam?

In Berlin versammelten sich am Wittenbergplatz Feministinnen, solidarische Männer, Lesben, Schwule, Trans* und Queers und zogen über den Potsdamer Platz bis in die Mitte Berlins zum Gendarmenmarkt (siehe Video). Der Kampf gegen Unterdrückung und sexuelle Gewalt war bunt und queer. Männer und Frauen, Heterosexuelle und Homosexuelle demonstrierten gemeinsam. Die Redebeiträge drehten sich um aktuelle Probleme und um eine historische Aufarbeitung.

Von sexueller Vielfalt, über die Deklarierung sexueller Verwahrlosung im Nationalsozialismus bis hin zu aktuellen Übergriffen in Flüchtlingslagern reichte das Themenspektrum der Redner und Rednerinnen. Reichlich Kameras und Presse zog das Thema an. Ob dabei die zentrale Botschaft, knappe Kleidung rechtfertige keine sexuellen Übergriffe, den Reiz ausübte oder doch eher die nackte Haut einiger Demonstrantinnen blieb allerdings fraglich. Je mehr weibliche Nacktheit, um so größer war das Blitzgewitter der Kameras und das nicht immer mit dem Einverständnis der Demonstrantinnen. Da stellt sich die Frage: Ist die feministische Botschaft in der Öffentlichkeit angekommen oder bleibt es beim Voyeurismus? (dm)

www.slutwalkberlin.de

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