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EuroPride - Fetischwagen in Gefahr


BLF sucht noch Leute, die mit nach Warschau reisen

© BLF

SIS 18.6.2010 – Osteuropa bekommt seinen ersten EuroPride: Vom 9. bis 18. Juli feiert Warschau ein kulturelles wie politisches Festival – und braucht den Vergleich mit Vorgängerinnen wie Zürich (2009) und Oslo (2008), zumindest was das Programm betrifft, keineswegs zu scheuen. Zur großen CSD-Parade am 17. Juli erwartet die polnische Hauptstadt mehrere zehntausend Lesben, Schwule, Trans*. Dabei baut man wie in den Jahren zuvor auch auf rege Unterstützung aus Berlin. 

Doch die Begeisterung an der Spree ist derzeit allenfalls überschaubar. Für Vereine wie den Berliner Leder- und Fetisch e.V., der gemeinsam mit dem Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und den Spreebären eine Reise zum EuroPride plant, steht ein CSD-Wagen momentan auf sehr wackeligen Beinen. Nach Angaben des BLF haben sich bisher deutlich zu wenig Leute für die Fahrt angemeldet. Anfang Juli entscheidet sich nun, ob die ganze Aktion abgeblasen werden muss.

Dennis v. Tilburg von den Spreebären hat folgende Erklärung für das mangelnde Interesse: „Die Vorstellung, zusammen mit selbsternannten schwulen Nonnen und Männern mit nacktem Hinterteil auf einem Wagen mit zu fahren in einem streng katholisches Land, halten einige für eine Provokation, woran sie nicht teilnehmen möchten.”

Auch Tomasz Baczkowski, Mitveranstalter des EuroPride geht davon aus, dass ein solcher Fetischwagen sicherlich ein Schock für Warschau sei. Sorgen um die Sicherheit der schwulen und lesbischen Gäste seien aber unberechtigt: Warschaus CSD ist traditionell einer der bestbewachten überhaupt. Gerade weil ganz Europa auf Polen schauen wird, so Tomasz, könne man es sich gar nicht leisten, hier Risiken einzugehen.

Der BLF begründet sein Engagement vor allem gesellschaftspolitisch, ihm geht es darum, ein Zeichen zu setzen „und unsere schwulen Freunde in Ländern zu unterstützen, die nicht diese Freiheit genießen, wie wir sie kennen”.

Damit der Fetischwagen noch ins Rollen kommt, können sich Interessierte bis zum 6. Juli beim BLF melden; ab mindstens 25 Leuten kann die Aktion starten. Kosten für Fahrt und zwei Übernachtungen liegen bei 150 Euro pro Person. Zugesagt hat bereits der frischgebackene German Mr. Leather (Foto).
Sirko Salka

 

 


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