Siegessäule - Kämpferisches Gedenken am Transgender Day of Remembrance

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Kämpferisches Gedenken am Transgender Day of Remembrance


Im Rathaus Schöneberg wurde der ermorderten Trans*menschen gedacht

© Foto: Ramin Schirazi Stilles Gedenken am Transgender Day of Remembrance. Doch es ging vor allem kämpferisch zu

SIS 22.11.2009 –  Etwa 130 Menschen versammelten sich am Samstag Nachmittag im Foyer des Rathaus Schöneberg, um den 11. Transgender Day of Remembrance zu begehen. An diesem Tag wird der weltweit ermordeten Trans*menschen gedacht – und das sind mehr als man denkt: mindestens 162 in den letzten 12 Monaten – mindestens! Das erzählte Carla LaGata, sie vertritt das Trans Murder Monitoring Project, das Informationen zu Übergriffen auf Trans*menschen auf der ganzen Welt sammelt.
Julia Ehrt von TransInterQueer (TrIQ) kritisierte zudem das Transsexuellengesetz, das aus den 80er-Jahren stammt. Heute ist es hoffnungslos veraltet: Noch immer müssen Trans*menschen in Deutschland zeugungsunfähig werden, um ihr Geschlecht wechseln zu dürfen. Julia Ehrt forderte: „Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich Geschlecht und Namen selbst auszusuchen!” Das Publikum applaudierte heftig. Dann trug Zazie de Paris kämpferisch „Take a Walk on the Wild Side” vor und rief dazu auf, sich als Trans*mensch nicht immer als Opfer zu fühlen.
Beklemmung kam auf, als die Namen der ermordeten Transmenschen, ihre Herkunft und ihre Todesursache verlesen wurden. Das dauerte fast 20 Minuten und machte noch einmal die Dimension klar. 162 ermordete Trans*menschen in den vergangenen 12 Monaten – ein trauriger Anlass, um sich zu versammeln.
Aber wie notwendig es ist, die Schicksale von Trans*leuten nicht einfach untergehen zu lassen, zeigte der Beitrag von Frau Aßmann. Sie ist Leiterin des Standesamtes und vertrat den Bezirk, der das Rathaus als Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt hatte. Sie kennt die Gründe für die Versammlung, scheut sich aber, die genauen Bezeichnungen auch zu benennen. Statt „ermordete Trans*menschen” sagt sie z. B. „Leute, die im Leben nicht ganz so gut abgeschnitten haben”. Um Menschen wie ihr die Scheu zu nehmen, Dinge beim Namen zu nennen, ist Trans*-Sichtbarkeit wie hier beim Transgender Day of Remembrance  extrem wichtig.   Malte Göbel

Mehr Infos hier!

© Foto: Ramin Schirazi
Zazie de Paris (vorn) auf dem Transgender Day of Remembrance


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