Siegessäule - Kein Bett für Nazis im Hotel Esplanade! Hausverbot bestätigt

Berlin

Kein Bett für Nazis im Hotel Esplanade! Hausverbot bestätigt


Hotel-Chef Heinz Baumeister hat NPD-Chef Udo Voigt aus dem auch bei Lesben und Schwulen beliebten Hotel in Brandenburg ausgeladen. Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) bekam er jetzt Recht

SIS 23.6.2010 – Schlappe für den NPD-Chef Udo Voigt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder): Er hatte geklagt, weil er in einem Wellness-Hotel im brandenburgischen Kurort Bad Saarow – zu den Gästen gehören hier auch viele Schwule und Lesben –, ein Hausverbot bekommen hatte. Das Gericht wies gestern die Klage des Rechtsextremen ab: Da die NPD eine polarisierende Wirkung habe, sei die Sorge um das Image seines Hotels berechtigt gewesen.

Hintergrund: Im vergangenen November buchte Udo Voigt einen  Wochenendaufenthalt im Vier-Sterne-Wellness-Hotel Esplanade am Ufer des Scharmützelsees. Hoteldirektor Heinz Baumeister (siehe Video oben) sagte dem prominenten Gast jedoch ab. Und begründete das öffentlich: Voigts politische Überzeugung sei nicht mit dem Ziel des Hauses zu vereinbaren, „jedem Gast nach Möglichkeit ein exzellentes Wohlfühlerlebnis zu bieten”. Er müsse fürchten, andere Gäste zu verlieren, wenn sein Haus erst einmal in den Ruf gerate, ein Quartier für Rechte zu sein.

Voigt war wütend und fühlte sich ungerecht behandelt, nannte das Verbot einen Ausdruck „kommunistischer Strukturen in Brandenburg”. Im Internet rief er zum Boykott des Hotels auf. In rechtsextremen Internetforen kam es zu Beschimpfungen und Drohungen gegen den Hotelchef Heinz Baumeister, er bekam sogar Droh-Emails und musste für zwei Wochen unter Personenschutz gestellt werden.

Doch die Klage wurde abgewiesen. Udo Voigt will nun in Berufung zu gehen und notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. „Es kann nicht sein, dass Leute diskriminiert werden wegen ihrer politischen Überzeugungen”, sagte Voigt und gerierte sich damit als Opfer, obwohl er doch selbst so gerne andere Leute diffamiert.

Hotelchef Baumeister jedenfalls ist froh, dass Udo Voigts Klage abgewiesen wurde. „Wir möchten unseren Gästen ein tolerantes Umfeld bieten.” In den vergangenen Wochen habe er viele zustimmende Zuschriften von Gästen und anderen Menschen erhalten. Einer habe geschrieben, er würde sofort auschecken, wenn Voigt beim Frühstück am Nachbartisch säße. Das ist nun glücklicherweise nicht mehr nötig.

Malte Göbel

Videohinweis: RBB-Beitrag über den Fall