Siegessäule - „Kein Unterrichtsfach Homosexualität aufzwingen"

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„Kein Unterrichtsfach Homosexualität aufzwingen"


Die BIG Partei will in einem Wahlkampfflyer Kinder vor dem „Schulfach Schwul“ schützen – wir fragten in einem Emailinterview nach

siegessaeule.de 17.9.2011– Die Flyer und Plakate, die vor einem „Schulfach Schwul“ warnten, sorgten im Berliner Wahlkampf für Aufsehen und Kontroversen (siegessaeule.de berichtete). Auslöser: Am 20. Juni 2011 empörte sich das Berliner Boulevardblatt BZ über ein neues „Schulfach Schwul“, auch seriöse Medien wie die Frankfurter Allgemeine verbreiteten den Unsinn, dass in Berlin Kinder ab der fünften Klasse pantomimisch fortan Begriffe wie „Sado-Maso“, „Orgasmus“ und „Darkroom“ erklären sollten.

Wir befragten den Bundesvorsitzenden der BIG Partei, Haluk Yildiz, in einem Emailinterview zu den Wahlkampfplaketen und Flyern (siehe Bild oben).

Siegessaeule.de: Es gibt kein „Schulfach schwul.“ Wie ist ihr Berliner Wahlkampfplakat also zu verstehen?
Haluk Yildiz:
Der Begriff stammt aus dem Artikel „Schulfach Schwul“ der Berliner Zeitung B.Z. Damit wurden viele Menschen aufmerksam auf die Vorhaben des Berliner Schulsenats.
In der Handreichung des Berliner Schulsenats steht unter der Überschrift: Homosexualität in den Rahmenlehrplänen für die Berliner Schule auf Seite 124: „Die Themen „Sexualität“ sowie „gleichgeschlechtliche Lebensweisen, sexuelle Identität und Transsexualität“ werden im Vorspann sowie als Unterrichtsinhalt in den folgenden Fächern genannt: Bildende Kunst, Biologie, Fremdsprachen, Ethik, Philosophie, Geschichte, Sport und Sozialkunde. Auch in den Rahmenlehrplänen für die Grundschule, für die gymnasiale Oberstufe und die Berufsschulen gibt es Ansatzpunkte, um gleichgeschlechtliche Lebensweisen zu thematisieren.“
Unser Flugblatt kritisiert ausschließlich den Berliner Schulsenat. Gegenstand unserer Kritik sind manche Inhalte und Methoden.

Kein besonders guter Einstieg als neue Partei im Berliner Wahlkampf, ein Plakat mit einer falschen Information aufzuhängen, oder?
Es war insofern ein guter Einstieg, da viele Eltern uns dafür gedankt haben, dass wir sie darauf aufmerksam gemacht haben, was der Berliner Schulsenat mit ihren Kindern vorhat. Übrigens machen wir keinen Wahlkampf, um jemandem zu gefallen, sondern es geht uns um Gerechtigkeit. Viele Eltern auf diese Art und Weise einfach so zu hintergehen finden wir nicht gerecht. Die Informationen sind nicht falsch. Lesen Sie bitte die Handreichung genau.

Können sie verstehen, dass viele Lesben und Schwule, die sich seit Jahren für Vielfalt und Toleranz – auch gegenüber Migranten und Migrantinnen – in der Gesellschaft und in der Schule einsetzen, entsetzt sind?
Entsetzt worüber? Dass wir den Berliner Schulsenat kritisieren und sagen, dass die werbende Darstellung der homosexuellen Lebensform im Unterricht das Recht der Eltern auf Vermittlung der eigenen Werte aushebelt und dass der Staat immer mehr über unsere Kinder bestimmen will und die Kinder sich Homosexualität als Unterrichtsfach (gestreut in mehreren Fächern) nicht aufzwängen zu lassen brauchen?
Der Schulsenat hätte ja mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vorher beraten können, bevor er so eine Handreichung herausgibt. Können Sie denn verstehen, dass viele Eltern von den Vorhaben des Berliner Schulsenats entsetzt sind, weil sie nicht mehr mitbestimmen können was ihren Kindern in der Schule an Werten vermittelt wird?

Vertreter der BIG Partei erklärten in Interviews bereits, nicht homophob zu sein. Warum haben sie auf die Kritik an ihrem Wahlplakat nicht reagiert, es zum Beispiel abgehängt?
Selbstverständlich ist die BIG Partei nicht homophob, nur weil sie auf falsche Vorgehensweisen des Berliner Schulsenats hingewiesen hat. Die Berliner BIG Mitglieder haben im Übrigen gar kein Wahlplakat aufgehängt. Sondern nur Handzettel verteilt, zu deren Inhalten sie stehen.

(Anmerkung der Red.: offiziell gab es wohl wirklich kein Plakat – der Flyer wurde aber von Unterstützern der Partei nach unseren Recherchen in Einzelfällen kopiert und als Plakat aufgehängt)

Zweitens: Sie sagen Kritik. Aufgrund hetzerischer Überschriften gegen unsere Partei, waren die Reaktionen vieler Homosexueller sehr unschön. Es führte dazu, dass uns per Mail unzählige Diffamierungen und fremdenfeindliche Parolen erreichten. Wer hetzt gegen wen, fragen wir uns dann.

Wissen sie, dass schwule und lesbische und transgender Jugendliche besonders in der Schule stark diskriminiert werden?
Wir wissen, dass es leider viele Gruppen gibt, die in Schulen und im öffentlichen Raum stark diskriminiert werden. Das ist nicht in Ordnung.

Was soll ihrer Meinung nach dagegen getan werden?
Nochmal unsere Position im Klartext: Wir sind gegen Diskriminierungen jedweder Art, gegen wen auch immer. Ob jemand aufgrund seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seiner religiösen oder politischen Anschauung, seiner körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, seiner sozialen Herkunft, seiner Sprache, seines Alters oder eben auch wegen seiner geschlechtlichen Orientierung diskriminiert wird, es ist und bleibt Diskriminierung.
Daher finden wir eine allgemeine Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit an Schulen als das geeignetere Instrument, um gegen Diskriminierung und Rassismus an sich vorzugehen.
Dabei müssen die gegenseitigen kulturellen, moralischen und/oder religiösen Werte gegenseitig berücksichtigt und respektiert werden. Denn wir sind eine Gesellschaft in einem gemeinsamen Boot. Das Boot heißt: Respekt!

Kennen sie die „Initiative für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ des Berliner Senats?
Ja, die kenne ich.

Wie stehen sie zu dieser Initiative?
Wir sind grundsätzlich der Auffassung, dass die Intimität jedweden Individuums, egal ob hetero- oder homosexueller Natur, etwas Privates ist und nicht in den öffentlichen Raum gehört. Die Würde jedweden Geschöpfs ist unantastbar. Wichtig ist für uns die Vermittlung von Werten in der Gesellschaft, wie: Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit und Wertschätzung.

Ihr Parteiprogramm enthält sowohl kapitalismuskritische Töne, als auch sehr konservative innenpolitische Vorstellungen. Wie würden sie die politische Ausrichtung ihrer Partei beschreiben?
Wir sind eine pragmatische Partei und keine ideologisch motivierte. Deutschland braucht pragmatische Lösungen. Die demografische und wirtschaftliche Entwicklung sowie die Bildungsqualität und politische Partizipation aller Bürger wird die Zukunft unseres Landes bestimmen.
Die Förderung der Familie gehört ebenso dazu, wie die Steigerung der Bildungsqualität und ein nachhaltig gerechtes Wirtschaftssystem. Daher ist die politische Partizipation aller Bürger in Deutschland notwendig. Die Herabsetzung der 5%-Hürde auf 1% bei den Landtags- und Bundestagswahlen würde vielen Gruppen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten geben und Ihrer Stimme auch Kraft verleihen.

Ist der gemeinsame Nenner – eine Partei für überwiegend muslimische Bürger und Bürgerinnen mit migrantischen Wurzeln – ein tragfähiges politisches Konzept? Sind die politischen Ansichten nicht zu unterschiedlich innerhalb dieser Gruppe?
Interessant, dass Sie uns so wahrnehmen. Ist das nicht eine Stigmatisierung Ihrerseits sowie gleichzeitig Reduzierung unserer Partei auf nur bestimmte Merkmale?
Wir verstehen uns als eine deutsche Partei für alle Bürger, die sich mit unseren politischen Zielen identifizieren können.

Interview: Gudrun Fertig

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"Dass wir den Berliner Schulsenat kritisieren und sagen, dass die werbende Darstellung der homosexuellen Lebensform im Unterricht das Recht der Eltern auf Vermittlung der eigenen Werte aushebelt und dass der Staat immer mehr über unsere Kinder bestimmen will und die Kinder sich Homosexualität als Unterrichtsfach (gestreut in mehreren Fächern) nicht aufzwängen zu lassen brauchen?"
Diese Passage zeigt ganz klar die Richtung - die bis heute diskutierten Problemfelder - Verbot des Schwimm- und Turnunterrichtes für Mädchen, Klassenfahrten und irgendwelche mittelalterlichen Vorstellungen eines Glaubens, sollen durch die Hintertür als das Recht der Vermittlung eigener Werte legalisiert werden. Es ist dieser Irrweg, der seit Jahren durch die Gutmenschen beschritten wird, der solchen demokratiefeindlichen Gruppen erst Tür und Tor öffnet. Dazu gehören auch solche Sachen wie die Zulassung von Burkinas in Berliner Schwimmbädern. Oder das Einrichten von Gebetsräumen in Schulen. Was immer wieder verwundert - es gibt selbst im Schulgesetz entsprechende Regelungen und auch Strafen, die solche Ausnahmen verbieten. Leider wird dies nicht Konsequent durchgesetzt, sondern es wird aufgeweicht und allmählich unterwandert. So sollte eine angebliche Multi-Kulti-Gesellschaft nicht aussehen !!

von: BurgerBerlin, 17.09.2011 21:06 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. Die BIG Partei ist eine muslimische Partei und setzt sich daher für Vielfalt und Multi-Kulti ein. Und zwar genau so lange und genau so weit, wie es dem Islam förderlich ist. Vielfalt ist für den Islam allerdings nur interessant, wenn er selbst in der Minderheit ist. Danach hängen dann die Schwulen von den Baukränen. Guckt euch doch mal die islamischen Ländern an. Ich verstehe nicht die unglaubliche Naivität im Umgang mit dem Islam in Europa...

von: ben, 17.09.2011 18:39 Uhr

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