Siegessäule - Mehr Gäste, mehr Filme, mehr Pornfilmfestival

Berlin

Mehr Gäste, mehr Filme, mehr Pornfilmfestival


Ein Zwischenbericht vom boomenden Festival, das neben Filmen auch Partys, Workshops und Performances bietet, bis 30.10.

siegessaeule.de 29.10.2011 – Noch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer, noch mehr Presse, noch bessere Qualität – das Festivalteam zeigt sich am 2. Festivaltag in gelöster Stimmung: „Schon am Donnerstag haben wir mehr Tickets verkauft als beim kompletten ersten Festival.“ Bereits jetzt ist die Wiederholung des von der Siegessäule präsentierten Films „Fucking Different XXX“ am Sonntag abend ausgebucht, so dass er, zusammen mit dem lesbischen Kurzfilmprogramm und dem ebenfalls an Lesben addressierten Film „Crashpad Vol. 6“ in der kommenden Woche im Moviemento noch mal gespielt wird.

„Vor allem das lesbische Publikum hat sich bislang als sehr treu erwiesen und ist sogar noch gewachsen“, resümiert das PFF-Organisationsteam in einer Verschnaufpause in der Festival-Lounge. „Wir haben in diesem Jahr aber auch eine größere Bandbreite beobachtet, was die Altersgruppen unserer Zuschauerinnen und Zuschauer betrifft: es kommen sowohl sehr viel mehr jüngere als auch sehr viel mehr ältere Leute als bisher.“
Ausgebucht sind ebenfalls sämtliche Workshops – bis auf „Anal Pleasure“ von Tristan Taormino, der wegen Krankheit leider ausfallen muss – sie konnte gar nicht erst anreisen.

Von Live-Chat im Kino bis Viral Performance ist alles geboten

Neben den Filmen verspricht das Rahmenprogramm am Wochenende noch so einige intellektuelle bis skurrile Höhepunkte: am Festival-Samstag darf mitdiskutiert werden, ob der Lesbenporno jetzt im Mainstream angekommen ist oder nicht und ob faltige Brüste mit schlecht sitzenden Silikonimplantaten sexy sind oder nicht. Etwa zeitgleich stellt Bruce La Bruce, schwule Film-Ikone und Performance-Künstler, im Axel-Hotel in Schöneberg seine Biografie vor. Auch der Sonntag bleibt spannend und hält mit „Meat/ing in the Internet“ eine ziemlich unberechenbare Performance bereit: Der gesamte Kinosaal wird mit einigen im Vorfeld gecasteten Freiwilligen in eine Chatroulette-Session im Internet einsteigen. Und womöglich gibt es Live-Sex vor der Kamera? Alles ist denkbar, machen Sie Ihre Einsätze ...

Nicht zu vergessen: die Parties. Legendärer Festival-Höhepunkt ist die „Great Annual Pornfilm Festival Berlin Party“ im Monster Ronson’s, auf der in diesem Jahr Bruce La Bruce neben den DJs Metzgerei und Flow tief ins CD-Regal greift. Nicht weniger aufregend klingt das Line-Up für die Abschlussparty in der Kantine am Berghain am Sonntag: als Show-Act ist die Performance-Künstlerin Shu Lea Cheang mit ihrer „UKI Viral Performance“ eingeladen – und natürlich darf zwischendurch auch getanzt werden. Wer sich vor der Party filmisch aufheizen möchte, sollte übrigens frühzeitig Tickets im Internet bestellen: das Pornfilm Festival ist zwar zum Glück nicht im Mainstream angekommen, aber die Zuschauerinnen und Zuschauer strömen mittlerweile außerordentlich zahlreich.
Elke Koepping

Podiumsdiskussion: „Coming Mainstream“, Samstag, 29.10., 16.15 Uhr
Buchvorstellung: „Bruce(x)ploitation“, Samstag, 29.10., 16.00 Uhr, Axel-Hotel
Chatroulette: „Meat/ing in the Internet“, Sonntag, 30.10., 15.45 Uhr

Parties:
„The Great Annual Pornfilm Festival Berlin Party“, Samstag, 29.10., ab 22.00 Uhr im Monster Ronson’s
„Abschlussparty“ mit „UKI Viral Performance“, Sonntag, 30.10., ab 22.00 Uhr in der Kantine am Berghain


PFF-Nachlese:
Mo., 31.10., 20.15 Uhr, „Crashpad Vol. 6“
Di., 01.11., 20.15 Uhr, „Lesbian Porn“
Mi., 02.11., 20.15 Uhr, „Fucking Different XXX“

www.pornfilmfestivalberlin.de