Siegessäule - Mehr Geld für sexuelle Vielfalt vom Berliner Senat

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Mehr Geld für sexuelle Vielfalt vom Berliner Senat


2,1 Millionen Euro wurden bewilligt. Was passiert mit dem Geld?

© Tanja Schnitzler Susann Engert (SPD), Klaus Lederer (Die Linke)

SIS im Januar – Im April 2009 vom Abgeordnetenhaus verabschiedet, wird die Initiative zur Akzeptanz sexueller Vielfalt (siegessaeule.de berichtete) nun mit 2,1 Millionen Euro finanziell untersetzt. Ein toller Erfolg, auch dank der Arbeit von Susann Engert (SPD) und Klaus Lederer (Die Linke). Wir fragten nach.

SIS:Wie zufrieden seid ihr mit den Ergebnissen der Haushaltsverhandlungen? Susann Engert: Sehr zufrieden. Das ist ein großer Erfolg und hat Vorbildwirkung für ganz Deutschland. Klaus Lederer: Letztlich ist es nicht nur unser Erfolg, sondern ein Erfolg von allen, die sich hier engagiert haben. Natürlich standen wir auch unter dem Druck, das einzulösen, was wir im April bei der Verabschiedung der Initiative versprochen hatten, damit es eben nicht bei einem bloßen Bekenntnis bleibt, sondern wir die Initiative auch finanziell untersetzen. SE: Wichtig war uns, dass die Initiative ein umfassendes Konzept ist und dass Homophobie nicht – wie es leider auch kommuniziert wurde – mit Migration permanent in einem Atemzug genannt wird. Homophobie ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. KL: Eines muss man klar sagen: In puncto rechtliche Gleich­stellung ist Berlin bundesweit unbestritten führend. Nun müssen wir im Bereich der faktischen Gleichstellung alles unternehmen, was möglich ist – auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen. Insofern ist es nicht genug wertzuschätzen, dass die Koalition die Initiative in Gänze getragen hat.

Nennt noch einmal die Säulen der Initiative!
SE: Die wichtigste Säule sind Bildung und Aufklärung. So früh wie möglich soll Toleranz wie mit der Mutter­milch aufgesogen werden. Das betrifft nicht nur die Kids, sondern auch pädagogische Kräfte in Schulen, in Kitas, in Jugendclubs. Elternarbeit ist wichtig, damit Kinder zum Beispiel keine Angst haben müssen, sich in ihren Familien zu outen. KL: Überall, wo Menschen aufeinandertreffen, müssen wir allen Arten von Diskriminierung vorbeugen. Betrachtet man die volle Breite der Probleme, sind 2,1 Millionen fast schon wieder übersichtlich. Ein Schwerpunkt ist die Frage, inwieweit vorurteilsmotivierte Gewalt in den besonderen Fokus bei Polizei, Staatsanwaltschaft und vor Gerichten rückt – und Opfer entsprechende Unterstützung erhalten. Auch geht es darum, innerhalb der Verwaltung durch Diversity-Arbeit dafür zu sorgen, dass am Arbeitsplatz vorbildlich mit den besonderen Bedingungen von Menschen unterschiedlicher sexueller Identitäten umgegangen wird. Zentrales Problem ist außerdem, dass wir wenig über Diskriminierungserfahrungen von Lesben, Schwulen, Trans*, Inter- und Bisexuellen wissen. Hier sind Studien oft nicht belastbar genug, um verlässliche Aussagen zu treffen. Und schließlich geht es auch darum, dass die Stadt durch die Akzeptanz sexueller Vielfalt und die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit versucht, auf alle Berlinerinnen und Berliner sowie auf alle Menschen, die uns besuchen, sensibilisierend einzuwirken und deutlich zu machen, welch großen Stellenwert das hier genießt.
Interview: Sirko Salka

Das ganze Interview ist in der aktuellen Ausgabe der Siegessäule zu lesen.

Hier zu den konkreten Zahlen und Vorhaben im Rahmen der Initiative


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