Siegessäule - Nan Goldin: Liebe zum unverfälschten Berlin

Berlin

Nan Goldin: Liebe zum unverfälschten Berlin


Berlin Work - Fotografien 1984–2009, Ausstellung der Starfotografin in der Berlinischen Galerie, ab 20.11.

Self Portrait in my Blue Bathroom, Berlin 1991
Piotr at breakfast, Berlin 1995
Bea with the blue drink, Berlin 1984

SIS 19.11.2010 – Berlin war immer die Heimat der Außenseiter und Heimatlosen. Als die New Yorker Fotografin Nan Goldin 1982 Berlin zum ersten Mal besucht, ist die Stadt noch geteilt und der West-Teil eine Insel voller Abtrünniger der spießigen Nachkriegs-BRD und Experimentierfeld für Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt. Utopie und Elend liegen so dicht beieinander, dass der Übergang fließend ist. Auf diese Zone hält Goldin ihre Kamera und schießt unverstellt und gnadenlos ehrlich, was sie sieht: besetzte Häuser, Szenekneipen, Heldinnen und Helden der Subkulturen, Dragqueens, Stillleben, Alltagsbilder und immer wieder sich selbst.

Ihre Bilder strahlen in ästhetischem Dilettantismus und scheinbarer Zufälligkeit eine Lebendigkeit und Hoffnung aus, wo diese gerade abwesend zu sein scheint. Kaum eine Künstlerin hat die Essenz der Stadt besser verstanden und sich näher an die Quelle ihrer einzigartigen Kreativität getraut als Goldin. Ihre Biografie prädestiniert die Künstlerin dafür: Bereits mit 14 verließ sie ihr wohlsituiertes sicheres Elternhaus, weil sie die verlogene heile Welt nicht mehr ertrug, die sogar den Selbstmord ihrer Schwester aus dem Familienbildnis zu löschen versuchte. Jetzt sind die Bilder aus ihren wiederholten Aufenthalten in der Stadt seit 1982 erstmals umfassend in einer Ausstellung in Berlin zu sehen.

Stephanie Kuhnen

„Nan Goldin – Berlin Work“- Fotografien 1984–2009, vom 20. November 2010 bis 28. März 2011, Eröffnung: Freitag, 19. November, 19 Uhr, am 20. November, 15 Uhr: Gespräch mit der Künstlerin

www.berlinischegalerie.de ­