Berlin
Polizeieinsatz in Schöneberger Kneipen
Nur die übliche Raucherkontrolle oder doch mehr?
SIS 24.9.2010 – In etlichen Schöneberger Fetischkneipen, darunter das Mutschmann’s, Woof, Tom's Bar und die Scheune, ist es in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag zu umfangreichen Polizeikontrollen gekommen. Begründet wurde die für Gäste und Wirte unerwartete Aktion vom zuständigen Ordnungsamt gegenüber siegessaeule.de mit dem Nichtraucherschutz. Aufgrund von Beschwerden hätte man der Sache nachgehen müssen, dazu sei es üblich, sich Unterstützung von Polizeibeamten zu holen. Außerdem seien neben den oben genannten Kneipen auch andere mit überwiegend heterosexuellen Gästen kontrolliert worden.
Auch der Polizeibeamte Köhler, Haupsachbearbeiter Einsatz im zuständigen Abschnitt 41, bestätigte dies. Das Ordnungsamt hole sich in solchen Fällen üblicherweise Unterstützung. Acht Polizeibeamte und ein Mann vom Ordnungsamt seien an der Aktion beteiligt gewesen. „Das ist nicht unverhältnismäßig.“ Man sei sich bewusst, dass schwule Männer diesbezüglich besonders sensibel seien.
Wie Augenzeugen der Siegessäule mitteilten, sind gegen zwei Uhr morgens mehrere Uniformierte mit Taschenlampen ausgestattet bis in die Darkrooms der entsprechenden Bars vorgedrungen, haben die Personalien von Rauchern aufgenommen und Anzeige gegen einige der Ladenbetreiber gestellt. Thomas Birk (Mitglied des Abgeordnetenhauses für Bündnis 90/Die Grünen) nennt den Großeinsatz der Polizei im Zusammenhang mit dem Nichtraucherschutz bis in die Darkrooms hinein „unverhältnismäßig“.
Routine oder überzogene Razzia? Gerade im Hinblick auf die schwule Historie haben Kontrollen der Polizei immer einen Nachgeschmack und erfordern eine besondere Sensibilität. Klaus Lederer, Landesvorsitzender der Berliner Linken, sagte am Freitag gegenüber siegessaeule.de: „Wir werden sehr genau beobachten, ob sich die Ordnungskräfte bei der Ausübung ihres Ermessens korrekt verhalten. Alles andere ist nicht hinnehmbar.“ Der Wirt der Scheune Sylvio Jaskulke erklärte, er sei seit 2000 in der Scheune tätig, seitdem hätte es „noch nie eine vergleichbare Aktion“ gegeben. „Ich fand diese Aktion überzogen. Wir werden das nicht auf uns sitzen lassen.“
Zu klären bleibt auch, von wem die Beschwerden über rauchende Gäste kamen, von anderen Gästen oder aus der Nachbarschaft? Der zuständige Stadtrat im Bezirk Schöneberg war am heutigen Freitag für Stellungnahmen nicht mehr zu erreichen. Im Kiez ist man jedenfalls aufgeschreckt, nachdem auch beim Folsom Straßenfest Anfang September gegen Standbetreiber von Seiten des Ordnungsamtes rigide vorgegangen wurde. Vielleicht sind dies auch, wie andere Spekulationen lauten, die ersten Anzeichen einer Gentrifizierungswelle in Schöneberg, die unliebsame Kneipen mit einer Zermürbungstaktik zu vertreiben sucht? Die Siegessäule wird weiter nachfragen.
sisa/gf
Kommentare
Die Heuchelei von "schwulenfeindlichen Polizeieinsätzen" finde ich zum Kotzen. Insbesondere das Geheuchel von dem Inhaber der Scheune mit seinem Interview, dass er sich - ach wie gemein - durch die böse Polizei sooooo benachteiligt fühlt. Vor ein paar Tagen war ich mal wieder in der Scheune. Am meisten rauchte dort das Personal hinter der Theke. Der Chef natürlich auch. Und es war nicht zu überriechen, dass im Darkroom Haschisch oder ähnlich geraucht wurde. Hier instrumentalisiert ein Wirt die angebliche Schwulenfeindlichkeit der Polizei. Auch die Inhaber der Kiez-Lokale müssen sich an Gesetze halten. So einfach ist das.
von: Werner, 24.01.2011 08:12 Uhr
Ich gehöre auch zu den Nichrauchern, die kaum noch ausgehen. Warum? Berlin hat außer verqualmten Dreckslöchern, in denen die sog. "Szene" (Dauerstudenten, Harz IV) unseren Sozialetat versäuft und verqualmt, nichts zu bieten.
Es wird weder in kreative Events investiert, noch werden andere Dinge geboten. Außer Happy Hour natürlich, damit die Bude einmal die Woche voll wird. Wo soll denn jemand hingehen, der geregelt arbeitet und nicht vollgequalmt werden will? Warum gibt es nicht, wie überall anderswo, auch mal "Feierabend"-Treffpunkte oder überhaupt mal Läden, in denen auch um 22 Uhr schon eine Tür offen ist?
Alles scheint auf die schwule Unterschicht ausgerichtet zu sein, die hysterisch kreischt, wenn die Polizei, sicher auch eher ungern, vorbei schaut, damit sich wenigstens an Gesetze mal gehalten wird.
Es gab in allen großen Läden - Mutschi, Prinzknecht & Co. - überall bereits Regeln für Trennung Raucher/ Nichtraucher. Irgendwann wurde dennoch wieder überall gequalmt. Keiner kann erklären, warum. GReifbar, Vills usw. haben sich eh nie dran gehalten. "Heile Welt" macht es auch alle paar Monate anders. Mit welchem "Recht"?
Ich finde es gut, wenn endlich die vernünftige Mehrheit zu ihrem Recht kommt. Schade, dass es dazu Polizei braucht, aber wir haben es ja jahrzehntelang ohne Gesetze (und bislang auch nicht mit Gesetzen) geregelt bekommen. Toleranz kann nicht heißen, dass wir uns gesundheitlich schädigen lassen müssen, nur um als Konsumenten in Bars geduldet zu werden. Raucht endlich da, wo es erlaubt ist.
Und Wirte, haltet Euch einfach an die Regeln, die auch für Heterokneipen gelten, statt dauernd "Diskriminierung" zu schreien. Das Schwert wird stumpf - und wir werden anderswo diskriminiert, da hört dann keiner mehr zu, wenn Ihr grundlos jammert.
von: Marc, 02.01.2011 21:42 Uhr
Absolut eine irreführende und übertrieben Aktion!
Die Stricherbars ekämpfen sich gegenseitig
Zu Tom's Bar: 2-3 Barkeeper und Türstehr sehr ignorant!
Stammgäste werden immer häufiger mit der barschen Aussage wie " private Club" abgewiesen. Wie ich von einem ehemaligen Türsteher erfahren habe, soll Offenbar in Tom´s „Step by Step“ nur noch Ahnungslose Touristen und Stricher hineingelassen werden. Ausnahme soll nur montags (2 for 1) und Wochentage bilden, wo die Bar so gut wie leer ist!
von: Leo, 30.12.2010 18:15 Uhr
Was auch immer die Motive der Behoerden sein moegen, als Deutscher der schon seit fast 20 Jahren im Ausland lebt finde ich ich die andauernde Diskussion ueber das Rauchverbot in Deutschland aeusserst seltsam. Wenn's im Rest von Europa und weiten Teilen der Welt funktioniert, warum nicht in Deutschland?
von: Chrilger, 26.12.2010 23:21 Uhr
fetischbar ohne gestank, zum piepen. habe allein in der scheune minderstens drei fetischbesessene blasmäuler, die vor mir sofort auf die knie gehen, weil ich beim maulreiten fies ne fette monsterzigarre paff. und das mach ich auch weiter so. drecksex braucht eben dreck. die raucher-denunzianten sollen sich doch in der parfümerie douglas miteinander verabreden...
von: zigarrenglazze, 25.12.2010 16:15 Uhr
Gegen den Einsatz von Ordnungsamt und Polizei ist überhaupt nichts einzuwenden. Die Rechtslage ist völlig klar. Es darf in Kneipen und anderen Clubs nicht geraucht werden, es sei denn in dort abgeteilten Räumen für Raucher. Die Gesetze zum Schutz der Nichtraucher sind ja nicht aus einer Laune heraus erlassen worden und jedem Raucher steht es auch frei, sich weiter zu vergiften, wie sehr er es möchte. Es stehen im Tom's und im Prinzknecht, im Connection und anderswo Räume zur Verfügung, wo Raucher ihre Sucht pflegen können. Warum müssen Raucher außerhalb dieser Räume rauchen? Im Tom's fanden sich die Raucher vorne vor dem Raucherraum, im Connection wurde auf der Tanzfläche und überall im Keller geraucht, im Prinzknecht rauchte das Personal hinterm Tresen. Bei der Prinzknecht Abbaparty im letzten Jahr wurden Aschenbecher auf den Tischen bereit gehalten. Es rauchten vielleicht 15% der Gäste, aber 100 % der Gäste wurden durch die Abgase vergiftet!
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,731234,00.html
Aber es ist ja soooo cool zu rauchen, soo cool Rücksichtslos zu sein, tatsächlich seid Ihr doch nur arme Wichte, die an Ihrem Glimmstängel nuckeln müssen, weil ihr sonst nach ein paar Minuten Entzugserscheinungen bekommt und unausstehlich werdet.
Von mir aus könnt ihr rauchen, so viel ihr wollt, aber nehmt Rücksicht auf die, die eure Abgase nicht einatmen wollen. Ihr habt eure Räume wo Ihr rauchen könnt, außerhalb solltet Ihr es nicht tun sonst müsst Ihr halt mit den Konsequenzen leben. Ich hoffe auf weitere regelmäßige Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei!
von: Passivraucher, 27.11.2010 22:56 Uhr
Das mit den schützen der NR verstehe ich, bin auch einer.
Aber, man muss ja auch die schützen, die an Safer Sex denken, und zwar vor denen, die blank wollen?
Sollten da nicht auch mal Polizei und OA mit der Taschenlampe kontrollieren, ob alle einen Gummi drüberhaben?
Den Anfangverdacht könnte man durch Überwachung von Internetchats erhalten. Selbstverständlich nur im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus und der Kipo.
Wenn die Ausweise kontrolliert werden, könnte man doch gleich abfragen, ob der Beschuldigte sich sonst korrekt verhält. Hat er auch nie laute Musik im Hause gespielt? Den Müll getrennt? Immer in der U-Bahn bezahlt? Ist ja lles erfasst und könnte gleich kontrolliert werden. Ein ermunterndes Gespräch zur Einhaltung von Ordnung und Diziplin würde auch und allen weiterhelfen und vor solchen verantwortunglosen Gesellen schützen.
Klar ist der Qualm eklig. Aber man kann den Raucher bitten, oben zu rauchen, oder Anscheißer werden. Geht beides. Die Gesellschaft bewegt sich eh zu immer mehr Kontrolle und Verboten hin.
von: Daniel, 27.11.2010 14:56 Uhr
mein mann und ich sind anfang september in unserer schöneberger erdgeschoßwohnung nachts um 23.30 uhr von vier mit schlagstöckn bewaffneten polizisten angegriffen, über den kopf geschlagen und zur polizeiwache verschleppt worden. der vorwand der polizei: ein nachbar oder passant habe "kampfgeräusche" gehört und habe die polizei alarmiert. während des rund 20 minütigen polizeiübergriffs beschimpfte uns einer der vier polizisten als "schwuchteln". es kam nie zu einer anzeige seitens der polizei und nachdem wir juristischen rat einholten, haben wir ebenfalls von einer klag abgesehen. laut anwalt, der sich auf solche fälle spezialisiert hat, habe das wenig erfolg. was das alles mit den raucher-razzien in schöneberger bars zu tun hat? vielleicht gar nichts. vielleicht aber ist das was uns erfahren ist, ebenfalls indiz für neue schwulen- und lesbenfeindliche akltivitäten der behörden. time will tell. wir sollten wachsam bleiben.
unkut
von: unkut, 26.11.2010 02:13 Uhr
Auf der ganzen Welt halten sich Leute im großen und ganzen an Nichtraucherschutzgesetze---nur Berliner meinen Sie wären mal wieder was ganz besonderes. Haltet Euch dran, dann gibts auch keinen Grund für Kontrollen.Nebenbei bemerkt der stinkende Rauch nervt ungemein!!!!
von: EWS, 25.11.2010 17:32 Uhr
Wollen wir bayrische Verhältnisse in Berlin? Ich hoffe nicht! Leider sind es in Berlin gefrustete schwule Denunzianten, die es den Wirten so schwer machen. Die Nichtraucherfanatiker schaffen es nicht, die Locations zu besuchen, die rauchfrei sind, weil sie diese langweilig finden, jetzt wollen sie den Rauchern auch noch den Spass am Ausgehen nehmen. Wieviel Missgunst muß in diesen armen Blockwarten stecken.
Die Bayern wehren sich übrigens sehr kreativ:
„Das Dachauer Wirtshausleben vor der Raucherprohibition“ heißt das Stück, das in Bennos Kneipe geprobt wird. Seine Gäste sind die Schauspieler.
„Unsere Laiendarsteller geben in einzigartiger Weise das Leben in Dachauer Bierlokalen wieder, wie es vor Einführung der Rauchprohibition gewesen ist“, fasst Benno H. den Inhalt des Theaterstücks zusammen und schmunzelt dabei. Und zum Kneipenleben vor dem Rauchverbot gehört nun mal, dass geraucht wird.
Dem Wirt ist es durchaus ernst. Er beruft sich auf Artikel 5, Absatz 3 des Bayerischen Gesundheitsschutzgesetzes. Dieser stellt klar: Das Rauchverbot gilt nicht bei „künstlerischen Darbietungen, bei denen das Rauchen als Teil der Darbietung Ausdruck der Kunstfreiheit ist“. Das heißt im Klartext: In Kneipen ist das Rauchen erlaubt, wenn es Teil eines Theaterstücks ist.
Als Darsteller ist dem Wirt eigentlich jeder willkommen. Aber nur, wenn er volljährig ist. Denn bei den Proben werde schon mal lautstark geflucht. Das ist nichts für Kinderohren. So viel Jugendschutz muss sein.
gefunden bei merkur-online
von: Michael, 17.11.2010 22:10 Uhr
Nichtraucherschutz ?
Unabhängig von dieser Aktion der Polizei und des Ordnungsamtes bemerke ich hier, dass hier viele Nichtraucher vorhanden sind und "die Verpetzung der Luft" sich und andere schützen wollen.
Gut ! Und wann gehen diese Leute gegen den Autoverkehr und den Abgasen von Dieseln und anderen vor ? Feinstaub bleibt Feinstaub. Egal, ob vom Rauch oder aus Autos. Da hat diese ganze grüne Plakette nichts ändern können, denn die Feinstaubbelastung Berlins ist im öffentlichen Raum nicht zurück gegangen.
Da ist es doch einfacher, auf die Raucher und die Wirte, die das zulassen zu schimpfen.
Größer kann die Schizophrenie nicht sein.
Danke.
von: Rebecca, 30.10.2010 18:27 Uhr
@Panzerknacker:
Alles deine Meinung, darfst du auch alles sagen!
Allerdings: wäre das ein Aufsatz in der Schule, dann wäre es eine 6, denn es ist am Thema vorbei!
Wer sich beschwert, Bürger- und Freiheitsrechte seien bedroht, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und auch die Bürger- und vor allem Freiheitsrechte der anderen Ernst nehmen. Es ist auch ein Recht nicht vollgequalmt zu werden! Ein Recht, auf das man sich berufen darf! Und ein Recht, auf dass sich diejenigen beriefen, die sich beschwerten. Und das ist sogar ihr "gutes" Recht!
Dass die Beschwerde dann bearbeitet wird von Menschen, die dann ggf. ganz andere Zielsetzungen und Werte haben und diese Beschwerden nutzen, um mal so richtig "ein Fass aufzumachen", das ist eine andere Geschichte.
Man könnte jetzt argumentieren, die Leute hätten sich ja auch direkt beschweren können. Allerdings wären diejenigen, die jetzt lauthals schreien, sie würden diskriminiert, glaube ich kaum so fair gewesen die Zigarette auszumachen oder vor der Tür oder im Raucherraum weiterzurauchen. Im Zweifel hätte es für die sich Beschwerenden wohl eher was aufs Maul gegeben.
Dass Leute heute nicht mehr in der Lage sind kleine Probleme unter sich zu lösen, ist ein beidseitiges Problem. Und es ist ein Problem, dass sich die denkenden Menschen ohnehin zu schade sind diese Probleme zu lösen und diese Drecksarbeit denen überlassen, über die sie sich dann - wie ich finde zu Recht - aufregen, z.B. den Polizisten, denn man muss nicht darüber streiten, dass Menschen, die freiwillig eine Waffe tragen und im Zweifel auch einsetzen, die richtigen sind, Konflikte zu entschärfen!
Unabhängig davon, dass die beschriebene wirtschaftliche "Macht" der homosexuellen Klientel niemals(!) ein Vorteil sein darf, da man dann nicht besser ist als die, die ihren gesellschaftlichen Vorteil ausnutzen um die Welt an ihre vorgeblich guten moralischen Maßstäbe "anzupassen" (die Menschen aus Mariendorf und JWD z.B.), sollte sich diese Klientel, wenn sie sich denn dann benachteiligt fühlt, a) überlegen, wie sie diese Benachteiligung gemeinsam bekämpfen könnte und b) was sie selbst durch ihr Handeln dazu beitragen könnte. Erwähnt wurden die vom Ordnungsamt beschlagnahmten Broschüren zum Thema HIV. Gut dass es diese Broschüren gibt! Schlecht, dass eine Bevölkerungsgruppe, die etwa 3-5 % der Bevölkerung ausmacht, für etwa 70-80 % der Erkrankungen verantwortlich ist, die sie mit diesen Broschüren bekämpft. Der Außenstehende wird im Idealfall beide Seiten der Medaille wahrnehmen, im Zweifel aber nur die 70-80%.
Wer Gleichberechtigung will, muss sie auch erkämpfen, und das geht nicht nur über den Weg sich über alles zu beschweren, sondern die Dinge dann auch zu ändern - mit einer gesunden Portion Selbstkritik. So wie diese Motzstraßen-Szene heute lebt, muss sie sich über mangelnde Akzeptanz nicht wundern. Sie lebt unter einer Käseglocke jenseits der 90%, und wirft alle "Heten" mit Ausnahme der Gabis, die die Schwulen mit sich rumschleppen in einen Korb, nämlich den Korb der Spießer, Freiheitsberauber und Schwulenhasser. Eine Szene, die nicht mal in der Lage ist auf Nichtraucher Rücksicht zu nehmen, sollte sich überlegen ob sie das erfüllt, was sie von anderen erwartet!
Einerseits ist es gut, dass es diese Broschüren gibt. Andererseits
von: Matze, 17.10.2010 20:03 Uhr
Ich finde es gut, dass es endlich mal Kontrollen gibt. Leider halten sich viele Läden nicht dran, deshalb geh ich auch kaum aus.
Danke an Polizei und Ordnungsamt!
In Deutschland tut man sich leider mit dem Nichtraucherschutz schwer.
Abgesehen mal vom Nichtraucherschutz, der in der Homo-Szene mit Füßen getreten wird, finde ich bestimmte Fetisch-Festivals als Schwuler auch unappetitlich.
Solche Fetischgeschichten kann man gern in den eigenen vier Wänden ausleben, aber man muss das nicht in aller Öffentlichkeit machen.
In Schweden waren übrigens jahrelang solche Läden verboten - aus seuchenhygienischen Gründen. Und die Schweden sind im allgemeinen sehr tolerant gegenüber Schwulen und Lesben. Dafür gibt es überall kostenlos Kondome und die Homorechte in Schweden sind auch klasse.
von: Nichtraucher, 16.10.2010 18:09 Uhr
endlich ist mal die Polizei eingeschritten gegen die Vergifter der Luft.
Wenn sich alle an die Gesetze halten, ist das Zusammenleben ganz einfach.
Streß wird nur von denjenigen verursacht, die meinen, alle Mitmenschen vergiften zu können.
Ich boykottiere seit 2 Jahren alle schwulen Kneipen, in denen noch geraucht wird. In Hetero-Kneipen wird sich nämlich mehrheitlich an das Nichtraucherschutzgesetz gehalten. Und die meisten meiner Freunde machen es genauso.
Zur Einhaltung von Menschenrechten gehört auch der Schutz der körperlichen Unversehrtheit. Und der wurde bislang massiv verletzt. Die nächsten Orte, die von der Polizei besucht werden, sind hoffentlich SO36 und Prinzknecht.
Ich werde jedenfalls weiterhin jede Kneipe anzeigen, in der das Nichtraucherschutzgesetz nicht beachtet wird.
Klaus
von: klaus skorpion, 13.10.2010 22:45 Uhr
Danke "Panzerknacker"! Du sprichst mir aus der Seele! Toller Beitrag! ...und bei einer Demo oder flashmobs, gegen diese fiesen Aktionen des Ordnungsamtes mit Polizeieskorte, bin ich schon mal mit dabei!
von: Rodben, 07.10.2010 10:09 Uhr
Dürfen wir uns mal erinnern?
- Vor zwei Jahren geiferte ein Berliner Boulevardblatt über den "Kiez der Schande rund um die Motzstraße": "...muss weg!"
- Ebenfalls vor zwei Jahren wurde während der Diskussion um Folsom unter dem Motto "so etwas wollen wir in unserer Straße nie wieder dulden!" von einer Anwohnerin der Fuggerstraße geäußert: "Immer wenn ich auf die Straße trete und sehe all die Homosexuellen, dann fühle ich mich ganz unwohl!"
- Wann immer ich sommers in Homo-Lokalen unterwegs war, brach seitens der Wirte die Panik aus wegen möglicher Polizeieinsätze gegen "Ruhestörung" (mehrfach hab ich die dann miterlebt, mal um 22:00, mal um 23:00, in Kreuzberg mal vor Mitternacht, in Schöneberg aber auch schon vor 20:00. Beim Europameisterschafts-Endspiel Deutschland-Spanien kackten die Kneipiers sich ins Hemd, während des Matches (!!!) könnte die Polizei eingreifen wegen Ruhestörung. Das war bereits gegen 19:00! Vergleicht bitte mal in Eurer heterosexuell geprägten Umgebung, wann Ruhestörung (vermeintlich) heteroseits zur Ahndung kommt! - In Kreuzberg überhaupt nicht. Da dreht dann schon mal einer um drei Uhr früh seine Auto-Stereoanlage auf und beschallt eine ganze Straße. Ordnungsamt? Polizei? - Fehlanzeige! Hier gehen Kinder mit dem Walkman ins Bett, um beim Schlafen das Gegröle aus den Kneipen zu übertönen.... ganz polizeifrei.
- In der ach so homofreundlichen Fuggerstraße musste eine Kneipe ihr Logo - ein großes Männergesicht - überkleben. Das guckte nämlich so schwul...
Während also in Frankreich und Belgien ein Burkaverbot erlassen wird, dürfen schwule Gesichter in Schöneberg nicht mehr gezeigt werden?
- Das dortige Un-Ordnungsamt beschlagnahmte am 4. September während Folsom Europe Broschüren, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur HIV-Prävention für die Zielgruppe schwule Männer freigegeben sind - die dort gerade zu Hunderten tanzenden Kinder mussten ja vor vor Folsom geschützt werden! Soll also HIV-Prävention für schwule Erwachsene in Schöneberg nun mit Blümchen und Bienchen betrieben werden?
Dürfen wir mal die Frage stellen, ob der Homo-Tourismus nach Berlin während der großen Krise gut genug war, Gelder in die leeren Kassen geschwemmt hat, jetzt aber - der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen - nicht mehr passend erscheint? Schließlich werden nun easyjet-Touristen tausendfach in ehemaligen Problemkiezen des (ob seines Mythos von Freiheit und Abenteuer) allseits hippen Berlin abgeladen, während Stuckwohnungen in gediegenen Vierteln sich ohne Homo-Schmutz vermeintlich besser vermarkten lassen?
Anstatt sich in einer benebelten Raucher-Nichtraucher-Diskussion aufeinander hetzen zu lassen, sollten wir uns klar machen, dass diese Stadt von Tausenden Homos bewohnt wird, die sich aus dem langweiligen Kopenhagen, dem öden Schanghai, dem bigotten Warschau, dem biederen Madrid aufgemacht haben, hier Apartments gemietet, Wohnungen gekauft haben, weil hier vermeintlich eine größere Freiheit herrscht, die hier Geld lassen, ein Wirtschaftsfaktor sind. Und wir sollten uns auf keinen Fall von "sauberen" Politikern aus Mariendorf, Lankwitz und JWD unter ebenso "sauberen" Deckmäntelchen unserer - mühsam erstrittenen - Bürger- und Freiheitsrechte berauben lassen! Sonst ist Schöneberg nämlich in fünf oder zehn Jahren ein ebenso ethnisch gesäubertes Gebiet wie es heute der Prenzlberg bereits ist!
Für mich ist das Maß voll! Wir sollten anfangen, über flashmobs und Montagsdemos nachzudenken! - Oder vielleicht lieber an einem Wochentag, an dem hinterher eine Happy-Hour lockt? ;-) Lassen wir uns Freiheit, Lebensfreude und eben unsere Stadt nicht klammheimlich stehlen!
von: Panzerknacker, 04.10.2010 01:55 Uhr
Das Nichtraucherschutzgesetz ist ja immerhin noch ein ARBEITSSCHUTZGESETZ.
Da stellt sich doch wirklich die Frage, bei welcher Arbeit Gäste, die sich in Darkrooms (die für gewöhnlich Keller oder Nebenräume von Szenekneipen sind - also nicht zum Hauptgastraum der Kneipe gehören) rumtreiben, geschützt werden müssen. Selbst Gäste am Tresen kann man kaum der Arbeit bezichtigen - egal das wievielte Mineralwasser sie gerade gestemmt haben.
von: holger, 01.10.2010 00:18 Uhr
Liebe Leser, ich bin eine Heterofrau und Nichtraucherin die sich selbstverständlich hin und wieder sehr gerne in Teilen der Schwulenwelt aufhält. Ich behaupte sogar, dass ich überall ein gern gesehener Gast bin, und denke, dass hier am Thema vorbei geredet wird! Wenn das Nichtraucherschutzgesetz durchgesetzt und kontrolliert wird ist es gut und auch nicht zu verhindern, aber mit diesen Methoden? In Bereiche (Darkrooms) vorzudringen von uniformierten Beamten mit Tschenlampen "bewaffnet" um dort Personalien aufnehmen!? Das geht gar nicht und wiederstrebt m.E. der Menschenwürde. Da stellt sich mir die Frage, was ist da los? Was soll das? Ist da das Rauchen nur Vorwand? Oder fallen wir zurück in die Zeit in der Schwule und Lesben Aussätzige waren? Und wenn es schon soweit ist, dass aus den eigenen Reihen heraus angefangen wird zu denonzieren... hatten wir das nicht alles schon einmal, von anderer Seite? Ich hoffe doch wohl nicht! Gäste, welche sich belästigt fühlen von den "Rauchern", dürfen gerne Lokale aufsuchen, in der Ihre Art zu leben und zu verweilen gewollt ist, aber sollten doch bitte jene, welche sich in allgemein bekannten "Raucherlokalen" aufhalten, und diese auch nur aus diesem Grund aus Rücksicht aufsuchen, nicht die Lust am ausgehen nehmen. Wenn doch alle Gesetze so eingehalten werden würden wie z. B. das Telefonieren im Auto oder beim Fahrrad fahren oder das Fahren ohne Licht auf dem Rad im dunkeln, was letzendlich auch der Gesundheit schaden kann . Wenn sich doch jeder immer um die Einhaltung aller Gesetze, so in diesem Maße, bemühen würde!
von: Rosemarie, 30.09.2010 18:35 Uhr
@Fritz
Laut Studie des niederländischen Gesundheitsministeriums
(ist ja wohl insofern nicht einseitig)
kosten das Gesundheitswesen ab 18 Jahre
- Raucher bis zum (früheren) Tod ca. 220.000 Euro
- Fettleibige ca. 235.000 Euro
- "Gesunde" im Durchschnitt 278.000 Euro
Also auf ein langes Leben und gern bezahlte höhere Kassenbeiträge,
d.h. Raucher zahlen viel durch Tabaksteuer,
haben weniger davon,
und müssen sich ihre kürzere Lebenszeit noch von den
davon profitierenden Nichtrauchern vermiesen lassen,
Merke : Raucher sind Täter,
Drogenbenutzer und Nicht-Kondom-Benutzer sind Opfer ...
von: steve, 30.09.2010 16:39 Uhr
Die Heuchelei von "schwulenfeindlichen Polizeieinsätzen" finde ich zum Kotzen. Insbesondere das Geheuchel von dem Inhaber der Scheune mit seinem Interview, dass er sich - ach wie gemein - durch die böse Polizei sooooo benachteiligt fühlt. Vor ein paar Tagen war ich mal wieder in der Scheune. Am meisten rauchte dort das Personal hinter der Theke. Der Chef natürlich auch. Und es war nicht zu überriechen, dass im Darkroom Haschisch oder ähnlich geraucht wurde. Hier instrumentalisiert ein Wirt die angebliche Schwulenfeindlichkeit der Polizei. Auch die Inhaber der Kiez-Lokale müssen sich an Gesetze halten. So einfach ist das.
von: Werner, 24.01.2011 08:12 Uhr
Ich gehöre auch zu den Nichrauchern, die kaum noch ausgehen. Warum? Berlin hat außer verqualmten Dreckslöchern, in denen die sog. "Szene" (Dauerstudenten, Harz IV) unseren Sozialetat versäuft und verqualmt, nichts zu bieten.
Es wird weder in kreative Events investiert, noch werden andere Dinge geboten. Außer Happy Hour natürlich, damit die Bude einmal die Woche voll wird. Wo soll denn jemand hingehen, der geregelt arbeitet und nicht vollgequalmt werden will? Warum gibt es nicht, wie überall anderswo, auch mal "Feierabend"-Treffpunkte oder überhaupt mal Läden, in denen auch um 22 Uhr schon eine Tür offen ist?
Alles scheint auf die schwule Unterschicht ausgerichtet zu sein, die hysterisch kreischt, wenn die Polizei, sicher auch eher ungern, vorbei schaut, damit sich wenigstens an Gesetze mal gehalten wird.
Es gab in allen großen Läden - Mutschi, Prinzknecht & Co. - überall bereits Regeln für Trennung Raucher/ Nichtraucher. Irgendwann wurde dennoch wieder überall gequalmt. Keiner kann erklären, warum. GReifbar, Vills usw. haben sich eh nie dran gehalten. "Heile Welt" macht es auch alle paar Monate anders. Mit welchem "Recht"?
Ich finde es gut, wenn endlich die vernünftige Mehrheit zu ihrem Recht kommt. Schade, dass es dazu Polizei braucht, aber wir haben es ja jahrzehntelang ohne Gesetze (und bislang auch nicht mit Gesetzen) geregelt bekommen. Toleranz kann nicht heißen, dass wir uns gesundheitlich schädigen lassen müssen, nur um als Konsumenten in Bars geduldet zu werden. Raucht endlich da, wo es erlaubt ist.
Und Wirte, haltet Euch einfach an die Regeln, die auch für Heterokneipen gelten, statt dauernd "Diskriminierung" zu schreien. Das Schwert wird stumpf - und wir werden anderswo diskriminiert, da hört dann keiner mehr zu, wenn Ihr grundlos jammert.
von: Marc, 02.01.2011 21:42 Uhr
Absolut eine irreführende und übertrieben Aktion!
Die Stricherbars ekämpfen sich gegenseitig
Zu Tom's Bar: 2-3 Barkeeper und Türstehr sehr ignorant!
Stammgäste werden immer häufiger mit der barschen Aussage wie " private Club" abgewiesen. Wie ich von einem ehemaligen Türsteher erfahren habe, soll Offenbar in Tom´s „Step by Step“ nur noch Ahnungslose Touristen und Stricher hineingelassen werden. Ausnahme soll nur montags (2 for 1) und Wochentage bilden, wo die Bar so gut wie leer ist!
von: Leo, 30.12.2010 18:15 Uhr
Was auch immer die Motive der Behoerden sein moegen, als Deutscher der schon seit fast 20 Jahren im Ausland lebt finde ich ich die andauernde Diskussion ueber das Rauchverbot in Deutschland aeusserst seltsam. Wenn's im Rest von Europa und weiten Teilen der Welt funktioniert, warum nicht in Deutschland?
von: Chrilger, 26.12.2010 23:21 Uhr
fetischbar ohne gestank, zum piepen. habe allein in der scheune minderstens drei fetischbesessene blasmäuler, die vor mir sofort auf die knie gehen, weil ich beim maulreiten fies ne fette monsterzigarre paff. und das mach ich auch weiter so. drecksex braucht eben dreck. die raucher-denunzianten sollen sich doch in der parfümerie douglas miteinander verabreden...
von: zigarrenglazze, 25.12.2010 16:15 Uhr
Gegen den Einsatz von Ordnungsamt und Polizei ist überhaupt nichts einzuwenden. Die Rechtslage ist völlig klar. Es darf in Kneipen und anderen Clubs nicht geraucht werden, es sei denn in dort abgeteilten Räumen für Raucher. Die Gesetze zum Schutz der Nichtraucher sind ja nicht aus einer Laune heraus erlassen worden und jedem Raucher steht es auch frei, sich weiter zu vergiften, wie sehr er es möchte. Es stehen im Tom's und im Prinzknecht, im Connection und anderswo Räume zur Verfügung, wo Raucher ihre Sucht pflegen können. Warum müssen Raucher außerhalb dieser Räume rauchen? Im Tom's fanden sich die Raucher vorne vor dem Raucherraum, im Connection wurde auf der Tanzfläche und überall im Keller geraucht, im Prinzknecht rauchte das Personal hinterm Tresen. Bei der Prinzknecht Abbaparty im letzten Jahr wurden Aschenbecher auf den Tischen bereit gehalten. Es rauchten vielleicht 15% der Gäste, aber 100 % der Gäste wurden durch die Abgase vergiftet!
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,731234,00.html
Aber es ist ja soooo cool zu rauchen, soo cool Rücksichtslos zu sein, tatsächlich seid Ihr doch nur arme Wichte, die an Ihrem Glimmstängel nuckeln müssen, weil ihr sonst nach ein paar Minuten Entzugserscheinungen bekommt und unausstehlich werdet.
Von mir aus könnt ihr rauchen, so viel ihr wollt, aber nehmt Rücksicht auf die, die eure Abgase nicht einatmen wollen. Ihr habt eure Räume wo Ihr rauchen könnt, außerhalb solltet Ihr es nicht tun sonst müsst Ihr halt mit den Konsequenzen leben. Ich hoffe auf weitere regelmäßige Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei!
von: Passivraucher, 27.11.2010 22:56 Uhr
Das mit den schützen der NR verstehe ich, bin auch einer.
Aber, man muss ja auch die schützen, die an Safer Sex denken, und zwar vor denen, die blank wollen?
Sollten da nicht auch mal Polizei und OA mit der Taschenlampe kontrollieren, ob alle einen Gummi drüberhaben?
Den Anfangverdacht könnte man durch Überwachung von Internetchats erhalten. Selbstverständlich nur im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus und der Kipo.
Wenn die Ausweise kontrolliert werden, könnte man doch gleich abfragen, ob der Beschuldigte sich sonst korrekt verhält. Hat er auch nie laute Musik im Hause gespielt? Den Müll getrennt? Immer in der U-Bahn bezahlt? Ist ja lles erfasst und könnte gleich kontrolliert werden. Ein ermunterndes Gespräch zur Einhaltung von Ordnung und Diziplin würde auch und allen weiterhelfen und vor solchen verantwortunglosen Gesellen schützen.
Klar ist der Qualm eklig. Aber man kann den Raucher bitten, oben zu rauchen, oder Anscheißer werden. Geht beides. Die Gesellschaft bewegt sich eh zu immer mehr Kontrolle und Verboten hin.
von: Daniel, 27.11.2010 14:56 Uhr
mein mann und ich sind anfang september in unserer schöneberger erdgeschoßwohnung nachts um 23.30 uhr von vier mit schlagstöckn bewaffneten polizisten angegriffen, über den kopf geschlagen und zur polizeiwache verschleppt worden. der vorwand der polizei: ein nachbar oder passant habe "kampfgeräusche" gehört und habe die polizei alarmiert. während des rund 20 minütigen polizeiübergriffs beschimpfte uns einer der vier polizisten als "schwuchteln". es kam nie zu einer anzeige seitens der polizei und nachdem wir juristischen rat einholten, haben wir ebenfalls von einer klag abgesehen. laut anwalt, der sich auf solche fälle spezialisiert hat, habe das wenig erfolg. was das alles mit den raucher-razzien in schöneberger bars zu tun hat? vielleicht gar nichts. vielleicht aber ist das was uns erfahren ist, ebenfalls indiz für neue schwulen- und lesbenfeindliche akltivitäten der behörden. time will tell. wir sollten wachsam bleiben.
unkut
von: unkut, 26.11.2010 02:13 Uhr
Auf der ganzen Welt halten sich Leute im großen und ganzen an Nichtraucherschutzgesetze---nur Berliner meinen Sie wären mal wieder was ganz besonderes. Haltet Euch dran, dann gibts auch keinen Grund für Kontrollen.Nebenbei bemerkt der stinkende Rauch nervt ungemein!!!!
von: EWS, 25.11.2010 17:32 Uhr
Wollen wir bayrische Verhältnisse in Berlin? Ich hoffe nicht! Leider sind es in Berlin gefrustete schwule Denunzianten, die es den Wirten so schwer machen. Die Nichtraucherfanatiker schaffen es nicht, die Locations zu besuchen, die rauchfrei sind, weil sie diese langweilig finden, jetzt wollen sie den Rauchern auch noch den Spass am Ausgehen nehmen. Wieviel Missgunst muß in diesen armen Blockwarten stecken.
Die Bayern wehren sich übrigens sehr kreativ:
„Das Dachauer Wirtshausleben vor der Raucherprohibition“ heißt das Stück, das in Bennos Kneipe geprobt wird. Seine Gäste sind die Schauspieler.
„Unsere Laiendarsteller geben in einzigartiger Weise das Leben in Dachauer Bierlokalen wieder, wie es vor Einführung der Rauchprohibition gewesen ist“, fasst Benno H. den Inhalt des Theaterstücks zusammen und schmunzelt dabei. Und zum Kneipenleben vor dem Rauchverbot gehört nun mal, dass geraucht wird.
Dem Wirt ist es durchaus ernst. Er beruft sich auf Artikel 5, Absatz 3 des Bayerischen Gesundheitsschutzgesetzes. Dieser stellt klar: Das Rauchverbot gilt nicht bei „künstlerischen Darbietungen, bei denen das Rauchen als Teil der Darbietung Ausdruck der Kunstfreiheit ist“. Das heißt im Klartext: In Kneipen ist das Rauchen erlaubt, wenn es Teil eines Theaterstücks ist.
Als Darsteller ist dem Wirt eigentlich jeder willkommen. Aber nur, wenn er volljährig ist. Denn bei den Proben werde schon mal lautstark geflucht. Das ist nichts für Kinderohren. So viel Jugendschutz muss sein.
gefunden bei merkur-online
von: Michael, 17.11.2010 22:10 Uhr
Nichtraucherschutz ?
Unabhängig von dieser Aktion der Polizei und des Ordnungsamtes bemerke ich hier, dass hier viele Nichtraucher vorhanden sind und "die Verpetzung der Luft" sich und andere schützen wollen.
Gut ! Und wann gehen diese Leute gegen den Autoverkehr und den Abgasen von Dieseln und anderen vor ? Feinstaub bleibt Feinstaub. Egal, ob vom Rauch oder aus Autos. Da hat diese ganze grüne Plakette nichts ändern können, denn die Feinstaubbelastung Berlins ist im öffentlichen Raum nicht zurück gegangen.
Da ist es doch einfacher, auf die Raucher und die Wirte, die das zulassen zu schimpfen.
Größer kann die Schizophrenie nicht sein.
Danke.
von: Rebecca, 30.10.2010 18:27 Uhr
@Panzerknacker:
Alles deine Meinung, darfst du auch alles sagen!
Allerdings: wäre das ein Aufsatz in der Schule, dann wäre es eine 6, denn es ist am Thema vorbei!
Wer sich beschwert, Bürger- und Freiheitsrechte seien bedroht, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und auch die Bürger- und vor allem Freiheitsrechte der anderen Ernst nehmen. Es ist auch ein Recht nicht vollgequalmt zu werden! Ein Recht, auf das man sich berufen darf! Und ein Recht, auf dass sich diejenigen beriefen, die sich beschwerten. Und das ist sogar ihr "gutes" Recht!
Dass die Beschwerde dann bearbeitet wird von Menschen, die dann ggf. ganz andere Zielsetzungen und Werte haben und diese Beschwerden nutzen, um mal so richtig "ein Fass aufzumachen", das ist eine andere Geschichte.
Man könnte jetzt argumentieren, die Leute hätten sich ja auch direkt beschweren können. Allerdings wären diejenigen, die jetzt lauthals schreien, sie würden diskriminiert, glaube ich kaum so fair gewesen die Zigarette auszumachen oder vor der Tür oder im Raucherraum weiterzurauchen. Im Zweifel hätte es für die sich Beschwerenden wohl eher was aufs Maul gegeben.
Dass Leute heute nicht mehr in der Lage sind kleine Probleme unter sich zu lösen, ist ein beidseitiges Problem. Und es ist ein Problem, dass sich die denkenden Menschen ohnehin zu schade sind diese Probleme zu lösen und diese Drecksarbeit denen überlassen, über die sie sich dann - wie ich finde zu Recht - aufregen, z.B. den Polizisten, denn man muss nicht darüber streiten, dass Menschen, die freiwillig eine Waffe tragen und im Zweifel auch einsetzen, die richtigen sind, Konflikte zu entschärfen!
Unabhängig davon, dass die beschriebene wirtschaftliche "Macht" der homosexuellen Klientel niemals(!) ein Vorteil sein darf, da man dann nicht besser ist als die, die ihren gesellschaftlichen Vorteil ausnutzen um die Welt an ihre vorgeblich guten moralischen Maßstäbe "anzupassen" (die Menschen aus Mariendorf und JWD z.B.), sollte sich diese Klientel, wenn sie sich denn dann benachteiligt fühlt, a) überlegen, wie sie diese Benachteiligung gemeinsam bekämpfen könnte und b) was sie selbst durch ihr Handeln dazu beitragen könnte. Erwähnt wurden die vom Ordnungsamt beschlagnahmten Broschüren zum Thema HIV. Gut dass es diese Broschüren gibt! Schlecht, dass eine Bevölkerungsgruppe, die etwa 3-5 % der Bevölkerung ausmacht, für etwa 70-80 % der Erkrankungen verantwortlich ist, die sie mit diesen Broschüren bekämpft. Der Außenstehende wird im Idealfall beide Seiten der Medaille wahrnehmen, im Zweifel aber nur die 70-80%.
Wer Gleichberechtigung will, muss sie auch erkämpfen, und das geht nicht nur über den Weg sich über alles zu beschweren, sondern die Dinge dann auch zu ändern - mit einer gesunden Portion Selbstkritik. So wie diese Motzstraßen-Szene heute lebt, muss sie sich über mangelnde Akzeptanz nicht wundern. Sie lebt unter einer Käseglocke jenseits der 90%, und wirft alle "Heten" mit Ausnahme der Gabis, die die Schwulen mit sich rumschleppen in einen Korb, nämlich den Korb der Spießer, Freiheitsberauber und Schwulenhasser. Eine Szene, die nicht mal in der Lage ist auf Nichtraucher Rücksicht zu nehmen, sollte sich überlegen ob sie das erfüllt, was sie von anderen erwartet!
Einerseits ist es gut, dass es diese Broschüren gibt. Andererseits
von: Matze, 17.10.2010 20:03 Uhr
Ich finde es gut, dass es endlich mal Kontrollen gibt. Leider halten sich viele Läden nicht dran, deshalb geh ich auch kaum aus.
Danke an Polizei und Ordnungsamt!
In Deutschland tut man sich leider mit dem Nichtraucherschutz schwer.
Abgesehen mal vom Nichtraucherschutz, der in der Homo-Szene mit Füßen getreten wird, finde ich bestimmte Fetisch-Festivals als Schwuler auch unappetitlich.
Solche Fetischgeschichten kann man gern in den eigenen vier Wänden ausleben, aber man muss das nicht in aller Öffentlichkeit machen.
In Schweden waren übrigens jahrelang solche Läden verboten - aus seuchenhygienischen Gründen. Und die Schweden sind im allgemeinen sehr tolerant gegenüber Schwulen und Lesben. Dafür gibt es überall kostenlos Kondome und die Homorechte in Schweden sind auch klasse.
von: Nichtraucher, 16.10.2010 18:09 Uhr
endlich ist mal die Polizei eingeschritten gegen die Vergifter der Luft.
Wenn sich alle an die Gesetze halten, ist das Zusammenleben ganz einfach.
Streß wird nur von denjenigen verursacht, die meinen, alle Mitmenschen vergiften zu können.
Ich boykottiere seit 2 Jahren alle schwulen Kneipen, in denen noch geraucht wird. In Hetero-Kneipen wird sich nämlich mehrheitlich an das Nichtraucherschutzgesetz gehalten. Und die meisten meiner Freunde machen es genauso.
Zur Einhaltung von Menschenrechten gehört auch der Schutz der körperlichen Unversehrtheit. Und der wurde bislang massiv verletzt. Die nächsten Orte, die von der Polizei besucht werden, sind hoffentlich SO36 und Prinzknecht.
Ich werde jedenfalls weiterhin jede Kneipe anzeigen, in der das Nichtraucherschutzgesetz nicht beachtet wird.
Klaus
von: klaus skorpion, 13.10.2010 22:45 Uhr
Danke "Panzerknacker"! Du sprichst mir aus der Seele! Toller Beitrag! ...und bei einer Demo oder flashmobs, gegen diese fiesen Aktionen des Ordnungsamtes mit Polizeieskorte, bin ich schon mal mit dabei!
von: Rodben, 07.10.2010 10:09 Uhr
Dürfen wir uns mal erinnern?
- Vor zwei Jahren geiferte ein Berliner Boulevardblatt über den "Kiez der Schande rund um die Motzstraße": "...muss weg!"
- Ebenfalls vor zwei Jahren wurde während der Diskussion um Folsom unter dem Motto "so etwas wollen wir in unserer Straße nie wieder dulden!" von einer Anwohnerin der Fuggerstraße geäußert: "Immer wenn ich auf die Straße trete und sehe all die Homosexuellen, dann fühle ich mich ganz unwohl!"
- Wann immer ich sommers in Homo-Lokalen unterwegs war, brach seitens der Wirte die Panik aus wegen möglicher Polizeieinsätze gegen "Ruhestörung" (mehrfach hab ich die dann miterlebt, mal um 22:00, mal um 23:00, in Kreuzberg mal vor Mitternacht, in Schöneberg aber auch schon vor 20:00. Beim Europameisterschafts-Endspiel Deutschland-Spanien kackten die Kneipiers sich ins Hemd, während des Matches (!!!) könnte die Polizei eingreifen wegen Ruhestörung. Das war bereits gegen 19:00! Vergleicht bitte mal in Eurer heterosexuell geprägten Umgebung, wann Ruhestörung (vermeintlich) heteroseits zur Ahndung kommt! - In Kreuzberg überhaupt nicht. Da dreht dann schon mal einer um drei Uhr früh seine Auto-Stereoanlage auf und beschallt eine ganze Straße. Ordnungsamt? Polizei? - Fehlanzeige! Hier gehen Kinder mit dem Walkman ins Bett, um beim Schlafen das Gegröle aus den Kneipen zu übertönen.... ganz polizeifrei.
- In der ach so homofreundlichen Fuggerstraße musste eine Kneipe ihr Logo - ein großes Männergesicht - überkleben. Das guckte nämlich so schwul...
Während also in Frankreich und Belgien ein Burkaverbot erlassen wird, dürfen schwule Gesichter in Schöneberg nicht mehr gezeigt werden?
- Das dortige Un-Ordnungsamt beschlagnahmte am 4. September während Folsom Europe Broschüren, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur HIV-Prävention für die Zielgruppe schwule Männer freigegeben sind - die dort gerade zu Hunderten tanzenden Kinder mussten ja vor vor Folsom geschützt werden! Soll also HIV-Prävention für schwule Erwachsene in Schöneberg nun mit Blümchen und Bienchen betrieben werden?
Dürfen wir mal die Frage stellen, ob der Homo-Tourismus nach Berlin während der großen Krise gut genug war, Gelder in die leeren Kassen geschwemmt hat, jetzt aber - der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen - nicht mehr passend erscheint? Schließlich werden nun easyjet-Touristen tausendfach in ehemaligen Problemkiezen des (ob seines Mythos von Freiheit und Abenteuer) allseits hippen Berlin abgeladen, während Stuckwohnungen in gediegenen Vierteln sich ohne Homo-Schmutz vermeintlich besser vermarkten lassen?
Anstatt sich in einer benebelten Raucher-Nichtraucher-Diskussion aufeinander hetzen zu lassen, sollten wir uns klar machen, dass diese Stadt von Tausenden Homos bewohnt wird, die sich aus dem langweiligen Kopenhagen, dem öden Schanghai, dem bigotten Warschau, dem biederen Madrid aufgemacht haben, hier Apartments gemietet, Wohnungen gekauft haben, weil hier vermeintlich eine größere Freiheit herrscht, die hier Geld lassen, ein Wirtschaftsfaktor sind. Und wir sollten uns auf keinen Fall von "sauberen" Politikern aus Mariendorf, Lankwitz und JWD unter ebenso "sauberen" Deckmäntelchen unserer - mühsam erstrittenen - Bürger- und Freiheitsrechte berauben lassen! Sonst ist Schöneberg nämlich in fünf oder zehn Jahren ein ebenso ethnisch gesäubertes Gebiet wie es heute der Prenzlberg bereits ist!
Für mich ist das Maß voll! Wir sollten anfangen, über flashmobs und Montagsdemos nachzudenken! - Oder vielleicht lieber an einem Wochentag, an dem hinterher eine Happy-Hour lockt? ;-) Lassen wir uns Freiheit, Lebensfreude und eben unsere Stadt nicht klammheimlich stehlen!
von: Panzerknacker, 04.10.2010 01:55 Uhr
Das Nichtraucherschutzgesetz ist ja immerhin noch ein ARBEITSSCHUTZGESETZ.
Da stellt sich doch wirklich die Frage, bei welcher Arbeit Gäste, die sich in Darkrooms (die für gewöhnlich Keller oder Nebenräume von Szenekneipen sind - also nicht zum Hauptgastraum der Kneipe gehören) rumtreiben, geschützt werden müssen. Selbst Gäste am Tresen kann man kaum der Arbeit bezichtigen - egal das wievielte Mineralwasser sie gerade gestemmt haben.
von: holger, 01.10.2010 00:18 Uhr
Liebe Leser, ich bin eine Heterofrau und Nichtraucherin die sich selbstverständlich hin und wieder sehr gerne in Teilen der Schwulenwelt aufhält. Ich behaupte sogar, dass ich überall ein gern gesehener Gast bin, und denke, dass hier am Thema vorbei geredet wird! Wenn das Nichtraucherschutzgesetz durchgesetzt und kontrolliert wird ist es gut und auch nicht zu verhindern, aber mit diesen Methoden? In Bereiche (Darkrooms) vorzudringen von uniformierten Beamten mit Tschenlampen "bewaffnet" um dort Personalien aufnehmen!? Das geht gar nicht und wiederstrebt m.E. der Menschenwürde. Da stellt sich mir die Frage, was ist da los? Was soll das? Ist da das Rauchen nur Vorwand? Oder fallen wir zurück in die Zeit in der Schwule und Lesben Aussätzige waren? Und wenn es schon soweit ist, dass aus den eigenen Reihen heraus angefangen wird zu denonzieren... hatten wir das nicht alles schon einmal, von anderer Seite? Ich hoffe doch wohl nicht! Gäste, welche sich belästigt fühlen von den "Rauchern", dürfen gerne Lokale aufsuchen, in der Ihre Art zu leben und zu verweilen gewollt ist, aber sollten doch bitte jene, welche sich in allgemein bekannten "Raucherlokalen" aufhalten, und diese auch nur aus diesem Grund aus Rücksicht aufsuchen, nicht die Lust am ausgehen nehmen. Wenn doch alle Gesetze so eingehalten werden würden wie z. B. das Telefonieren im Auto oder beim Fahrrad fahren oder das Fahren ohne Licht auf dem Rad im dunkeln, was letzendlich auch der Gesundheit schaden kann . Wenn sich doch jeder immer um die Einhaltung aller Gesetze, so in diesem Maße, bemühen würde!
von: Rosemarie, 30.09.2010 18:35 Uhr
@Fritz
Laut Studie des niederländischen Gesundheitsministeriums
(ist ja wohl insofern nicht einseitig)
kosten das Gesundheitswesen ab 18 Jahre
- Raucher bis zum (früheren) Tod ca. 220.000 Euro
- Fettleibige ca. 235.000 Euro
- "Gesunde" im Durchschnitt 278.000 Euro
Also auf ein langes Leben und gern bezahlte höhere Kassenbeiträge,
d.h. Raucher zahlen viel durch Tabaksteuer,
haben weniger davon,
und müssen sich ihre kürzere Lebenszeit noch von den
davon profitierenden Nichtrauchern vermiesen lassen,
Merke : Raucher sind Täter,
Drogenbenutzer und Nicht-Kondom-Benutzer sind Opfer ...
von: steve, 30.09.2010 16:39 Uhr
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Wie ist denn jetzt der Stand der Dinge ? Halten sich denn mittlerweile alle artig an die Regeln ?
von: Micha, 10.05.2011 18:00 Uhr