Siegessäule - Risk Hazekamp: „Es geht nicht nur um Subkultur"

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Risk Hazekamp: „Es geht nicht nur um Subkultur"


Die niederländische Fotografin ist erstmals mit einer Einzelausstellung in Berlin zu sehen – bis 21.11., hier ist sie im Interview

© Risk Hazekamp: Rolling Stone 2009 (Selbstporträt)

SIS im November 2010: Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt, aber du fotografierst nach wie vor analog?

Risk Hazekamp: Ja, ich mache alles analog und arbeite mit bestimmten Filmen und Chemikalien, um die 50-erJahre-Farben zu bekommen. Ich bin total fasziniert vom Medium Fotografie, vom Licht, vom Darkroom, von allem, was man da machen kann. Es ist aufregend, wie eine Sucht – demgegenüber spüre ich bei digitaler Fotografie gar nichts. Aber ausschließlich analog zu fotografieren wird natürlich immer schwieriger. In Berlin gibt es beispielsweise immer weniger Fotolabore, die überhaupt noch analoge Großabzüge machen.

Du hast vor kurzem neue ökonomische Prioritäten gesetzt und dich von deiner holländischen Galerie getrennt. Warum?
Wichtig ist, dass ich meine Arbeit machen und auf meine Art leben kann – und das heißt: Kunst machen. Ob das viel Geld reinbringt, finde ich total uninteressant. Der Fokus der Galerien ist Verkauf und das hat mich am Ende total geärgert. Ich habe mich von meiner Galeristin in Rotterdam getrennt, weil ich eben nicht nur Kunst machen will, die auf eine beschissene Art auf Kunstmessen gezeigt und dann wieder eingepackt wird. Das hat acht Jahre lang funktioniert, aber heute macht es mich richtig traurig und ich weiß, dass ich so nicht mehr mit meiner Kunst umgehen will.

Subversive Kunst und Galerien – geht das zusammen?
Gay Art kann man sehr gut verkaufen, aber wenn man Kunst macht mit Frauen oder trans*, dann sind das viel marginalere Gruppen und dafür gibt es viel weniger Geld.

Hat sich die Thematik deiner Arbeit geändert?
Die Thematik meiner Arbeit hat sich nicht geändert, sondern nur das Aussehen, das Image. Gender war immer das Thema – und jetzt ist es so richtig da, weil die Inhalte viel deutlicher sind. Anfangs hat man viele andere Dinge in meine Arbeit hineingelesen und oft gesagt, es ginge um Landschaft oder „tough girls“. Jetzt ist es klar – und auf der einen Seite finde ich es gut so, weil ich wollte, dass die Leute nicht nur das Bild, sondern auch den Inhalt sehen. Gleichzeitig muss ich jetzt aber auch deutlich machen, dass es nicht nur um Subkultur geht, sondern um viele verschiedene Subjekte. Identität ja – aber Identität nicht nur in Zusammenhang mit Gender, sondern auch mit Rasse. Das hat sich für mich immer deutlicher herauskristallisiert.

Interview: Andrea Winter

zum Artikel: „SIE aus Solidarität“

4.11., Eröffnung der Ausstellung ab 18 Uhr, Projektraum Souterrain, Sophienstraße 21,  bis 21.11.


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