Siegessäule - Rodrigues K.: Integriert, aber kurz vor der Abschiebung

Berlin

Rodrigues K.: Integriert, aber kurz vor der Abschiebung


In Kamerun ist die Lage für Homosexuelle zum Verzweifeln. Brandenburg will verfolgten Kameruner dennoch abschieben

Flagge von Brandenburg

siegessaeule.de 5.3.2012 – Rodrigues K. und sein Lebenspartner Dennis haben eine letzte Hoffnung: die Härtefallkommission des Landes Brandenburg. Wenn die keinen Härtefall anerkennt, droht Rodrigues K. die Abschiebung nach Kamerun, von wo er 2010 geflohen war. Er wurde in Kamerun, so berichtet es die Berliner „Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen”, von der Polizei verprügelt und verhaftet. Nach der Freilassung sei er darüber hinaus von seiner Familie verstoßen worden. Rodrigues K. stellte in Deutschland einen Asylantrag. Der wurde im Januar 2011 abgelehnt. Zurzeit lebt er im Brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Rodrigues K. ist unterdessen in Deutschland verwurzelt 

Inzwischen ist Rodrigues K. gut integriert, spricht deutsch und ist aktives Mitglied bei GLADT e.V. in Berlin. Mit seinem Mann Dennis, der in Berlin lebt, ist er eine Lebenspartnerschaft eingegangen, berichtet Judith Hoffmann von Amnesty International Berlin-Brandenburg. Auch ein Jobangebot, das seinen Lebensunterhalt sichern würde, könne er vorweisen. Trotzdem lehnt die Ausländerbehörde Elbe-Elster ein Bleiberecht ab.

Dabei beruft sie sich auf den zuvor „unanfechtbar abgelehnten“ Asylantrag. Sie weist groteskerweise darauf hin, dass mit der Bestrafung in Kamerun „nicht die homosexuelle Veranlagung an sich getroffen werden sollte, sondern allein die Aufrechterhaltung der öffentlichen Moral bezweckt werden“ sollte. Den genauen Unterschied kennen wohl nur die MitarbeiterInnen der Ausländerbehörde Elbe-Elster.
Angesichts der extrem homophoben Gesellschaft Kameruns ist das eine unwürdige Spitzfindigkeit. Schwule werden in Kamerun denunziert, von Polizeispitzeln erpresst und schließlich oft angezeigt. Es drohen Haftstrafen bis zu fünf Jahren.

Die Berliner Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen ruft jetzt dazu auf, eine Petition an den Innenminister von Brandenburg, Dietmar Woidke, zu unterstützen, um die Abschiebung zu verhindern.
Carsten Bauhaus


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