Siegessäule - Schöneberger Kiez ohne Schmuddelkinder?

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Berlin

Schöneberger Kiez ohne Schmuddelkinder?


Ein Kommentar zum kontrollwütigen Ordnungsamt von Christian Mentz

SIS 26.12.2010 – Nie hat es so viele Kontrollen in schwulen Schöneberger Lokalen gegeben wie 2010: Im November wurden in einer großangelegten Aktion fast alle Fetischbars auf Einhaltung des Nichtraucherschutzes überprüft. Gut, hätte man da noch denken können, vor dem Gesetz sind eben alle gleich. Ein Geschmäckle hatte die Aktion auch da schon: Warum müssen Polizistinnen Darkrooms für Männer kontrollieren? Ist das noch Gleichberechtigung oder schon gewollte Schikane?

Aus dem Geschmäckle wird nun ein richtig unangenehmer Geschmack. Das Mutschmann’s soll geschlossen werden – weil auf einer der Gästetoiletten Drogenspuren gefunden wurden. Das Ordnungsamt betätigt sich als Latrinenschnüffler. Auch wenn Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) immer wieder sinngemäß betont „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“, ist es doch sein Zuständigkeitsbereich, in den die Aktionen fallen. Vermutet werden darf: Das Amt wird verstärkt tätig (ob aus Eigeninitiative oder aufgrund massiver Beschwerden), um den Stadtteil aufzuwerten. Dazu gehört, die ledernen Schmuddelkinder loszuwerden. Tatsache ist: Die Investoren stehen im Kiez Schlange, damit nach Luxussanierung weitere Town-House-Klone ordentlich Geld einbringen.

Und die Schwulen gehen auf die Barrikaden? Weit gefehlt. Eher im Gegenteil, viele sind von ihrem neuen Bürgerlichkeitswahn so eingenommen, dass ihnen die Fetischszene selbst ein Dorn im Auge ist.
Ein alteingesessener Ledermann, der in Schöneberg mehrere Immobilien besitzt, dazu: „Die lieben Nachbarn, die uns jetzt hier weg haben wollen, das sind die nächsten, die gehen müssen." Denn wenn die Heuschrecken den Kiez abgegrast haben, werden ihn sich die Alteingesessenen nicht mehr leisten können.

Christian Mentz

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Kommentare


Kaufpreis: 489.000,00 EUR
Monatliche Rate (geschätzt): 1.317,86 EUR Finanzierung erfragen
1.317,86 EUR
Zimmer: 4,00
Wohnfläche ca.: 141,00 m²

Wohnungstyp: Etagenwohnung
Etage: 2
Etagenanzahl: 5
Schlafzimmer: 3
Badezimmer: 2
Gäste-WC:
Keller:
Balkon/ Terrasse:
Garten/ -mitbenutzung:
Personenaufzug:
Objektzustand: Erstbezug nach Sanierung
Baujahr: 1900
Qualität der Ausstattung: Gehoben
Letzte Modernisierung/ Sanierung: 2012
Heizungsart: Zentralheizung
Bezugsfrei ab: 05.2012
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Objektbeschreibung
Herrschaftlicher Altbau mit wunderschönen Stuckwohnungen.
Eine umfassende Kernsanierung hat gerade begonnen. Verkaufsstart in Kürze

Mit großer Terrasse und Loggia.

Ausstattung
Eichenstabparkett. Neue Holzfenster im historischen Stil. Bodentiefe Fenster. Neu : Erhöhter Trittschallschutz . Energetische Sanierungsmaßnamen auf Neubauniveau. Neue Bäder etc.
Tüv-Bauüberwachung.

Lage
Schönerberg. Bayerisches Viertel.
30 Meter vom Viktora-Luise-Platz .......
GESEHEN BEI IMMOBILIEN SCOUT 24

so sieht es in der Welserstr. 8 aus........und bald in der Fuggerstr....Motzstr......Ansbacherstr....usw.........
schaut euch mal um, da werden sogar Bauten aus den Sechzigern abgerissen um Paläste zu bauen....zu sehen in der Barbarosserstr.
Der Senat ( SPD ) hat viel vor mit unsern Kitz.....

von: Paulchin, 05.01.2011 23:40 Uhr

Hallo Alabasta,
vielen Dank für das freundliche Lob! Für Geschichten aus dem Kiez, das Thema Gentrifikation (und natürlich auch andere) betreffend, können Sie sich auch gerne an info@siegessaeule.de wenden - vielleicht wird ja eine Story daraus.

Mit herzlichen Grüßen Christian Mentz

von: Christian Mentz, 05.01.2011 13:27 Uhr

Es sind nicht nur gewisse Läden dir unter der Behördenwillkür zu leiden haben, so werden jedes Jahr die Auflagen für das Lesbisch Schwule Stadtfest verschärft , kleines Beispiel sind die Öffnungszeiten die jedes Jahr gekürzt werden wenn das so weiter geht , werden wir in den nächsten Jahren um 18.oo Uhr nach hause geschickt.
Ganz anders bei Grossveranstaltungen die zeigen sollen wie Toll und Tolerant unser Berlin ist, die haben Narrenfreiheit und da werden Umweltgesetze und Sicherheit ausser Kraft gesetzt.
Wir sollten vor den Wahlen die Politik fragen wo sie uns in den nächsten Jahren sehen will oder auch nicht.
Das ihr , die Macher der Siegeseule mal deutliche Worte findet , ist sehr gut , hoffe nur das ihr dran bleibt.

von: Kurt, 29.12.2010 03:54 Uhr

Hallo Matze, da die Siegessäule in vielen Kneipen ausliegt, d.h. sie ist unentgeldlich zu haben, gehe ich davon aus, dass sich die Macher der SiSäu größtenteils über Anzeigenverkauf finanziert - diese Kunden finanzieren sich über den Verkauf von Ware oder Dienstleistungen und sind somit auf den sog. Zeitgeschmack oder -geist angewiesen somit geht der Zeitgeist an der SiSäu auch nicht spurlos vorbei und spricht somit auch den Mainstream an. Mir persönlich geht der aktuelle Zeitgeist, der sich zwischen geklonten Modepüppchen und bürgerlichem Kleingeist bewegt, auf die Nerven. Aber die SiSäu versucht zumindest auch Themen aufzugreifen, die in div. anderen schwul-lesbischen Magazinen längst keinen Platz mehr finden. Grob überschlagen kostet die Herstellung für ein 'Alternativ-Magazin' für ca. 500 Exemplare rund 1000 € (wenn man davon ausgeht, dass die Mitarbeiterinnen für lau arbeiten und keinen hochwertigen Farbdruck erwartet) - soviel Geld hätte ich nicht mal so. Aber vielleicht finden sich ja Sponsoren - ich hätte einige Themen auf Lager. Aber leider ist es von der Idee zur Umsetzung ein mühsamer Weg und ob die Arbeit gewürdigt wird, ist mehr als ungewiss - da ist es schon einfacher die Arbeit anderer zu kritisieren.

von: alabasta, 28.12.2010 14:52 Uhr

@usain
"Alternativ-bemüht"? Da fällt mir ein Spruch zu den Grünen ein, denn die sind ja auch "alternativ-bemüht". irgendein schlauer Mensch äußerte sich zu letzteren neulich mal so: "Die Grünen sind wie Bananen: erst grün, dann gelb, dann schwarz!"
So wie der Spiegel immer noch besser ist als de Focus,so mag das von mir so betitelte Hochglanzmagazin sich auch noch etwas besser sein als das nicht benannte "blaue"...Irgendwann muss man sich auch mal entscheiden, was und wen man denn eigentlich repräsentieren möchte. Im Zweifel macht man es sich damit nicht einfacher, aber man bleibt zumindest glaubwürdig! Wer solche Kommentare absetzt, die sich dann jedoch zwischen BB-Sexparty-Terminen und Kommerz pur wiederfinden, den kann ich nur fragen: was ist euch grad wichtiger, der Kommentar oder der schnöde Mammon...niemand lebt von Luft und Liebe allein, aber ohne Glaubwürdigkeit kann man sich dann auch die Kommentare klemmen. Ich relativiere: im Zweifel macht man auf Hochglanz, und das wird sich wohl auch nicht ändern! Willkommen in der Welt von BILD und BUNTE. Bedauerlich bleibt das dennoch!

von: Matze, 28.12.2010 04:14 Uhr

@matze
die siegessaeule ein hochglanzmagazin??? aua, aua!!! wo ist denn bitte da der hochglanz? kann es sein, dass du da was verwechselst? die siegessaeule ist ja wohl immer noch eher alternativ-bemüht und eben nicht so wie andere magazine (namen brauch ich wohl nicht zu nennen...), die genau den typ plastik-mensch propagieren, von dem du schreibst...

von: usain1, 27.12.2010 10:41 Uhr

Sehr geehrter Herr Mentz, vielen Dank für Ihren Artikel. Sie sprechen mir in vielen Punkten aus der Seele; ich erfahre gerade die Attraktivität des Bezirks für zahlungskräftigeres Publikum am eigenen Leib. Das Haus in dem ich seit vielen Jahren wohne wird saniert (was es auch dringend nötig hat) und wird dann in Eigentum umgewandelt. Mir wurde auch ein Vorkaufsrecht eingeräumt, aber mit einer kleinen Rente kann ich den Betrag nicht aufbringen - also, auf geht´s nach Moabit, da ich hier im Kiez keinen adäquaten, bezahlbaren Wohnraum gefunden habe; der von Ihnen treffend beschriebene Bürgerlichkeitswahn wird die Erosion des Kiezes weiter vorantreiben, aber was erstmal verloren ist, wird so schnell nicht wiederkommen - vielleicht werden die Kommentare dann etwas weniger feindselig und man erinnert sich an solidarisches Verhalten unter den verschiedensten lesbisch-schwulen Gruppierungen - wenn´s dem Esel zu gut geht, dann geht er auf´s Eis...

von: alabasta, 26.12.2010 21:55 Uhr

Gute Schwule , schlechte Schwule .
Politisch korrekte Schwule , unpolitische Schwule.
Schöne Schwule , weniger schöne Schwule..........und so weiter........und so weiter...,
aber darum geht es hier doch gar nicht.
Hier geht es um die schon begonnene selbstauflösende Kitz Kultur , die eigentlich nur noch durch den Tourismus in Berlin gebremst wird.
Schauen wir mal nach anderen Städten wie Hamburg , München oder sogar Köln , tote Hose oder Holland, was war früher in Amsterdam los ? Dort haben auch die Behörden eine großen Beitrag zum zerfall der schwulen Kneipen Szene geleistet und ihr ? ihr habt hier nichts besseres zu tun als anders Lebende und Denkende zu maasregeln , bepöbeln zu diskriditieren und an den Pranger zu stellen .
Das ganze wird von Denen ,die der schwulen Szene nicht zugewand sind , wohlwollend zu Kenntnis genommen und so dann das Ordnungsamt will , werden sich sicher auch bald die Sittenwächter , natürlich mit Unterstützung der Polizei , auf den Brettern stehen.

von: Peter, 26.12.2010 17:57 Uhr

@ Volker
Da es sich nicht um ein Apostroph S handelt - dies sieht so aus " 's " und nicht wie dies von mir verwendete " `s ", nehme ich mir die Freiheit auch weiterhin alleine und ab und an auch zu zweit an dem Computer eine gewisse Zeit zu verbringen.
Um den Durchfall mußt du dir keine Gedanken machen, dies kommt nur bei gegebenem Anlass. Allerdings werde ich es nie begreifen, was diese willkürlich platzierten Satzzeichen sollen ( ;) ). Also, alles wird gut !

von: BerlinerBürger, 26.12.2010 16:41 Uhr

Wenn die Homosexuellen sich am CSD auf offener Straße oder neben dem nächsten Busch vögeln, dann ist es ihnen im Regelfall doch auch egal, ob da Mann oder Frau nebensteht, vor allem ist es ihnen recht egal, ob das jemanden stört, und peinlich ist es auch niemandem. Wieso jetzt also die falsche Scham, nur weil da mal ein Weibchen mit von der Bullen-Partie ist? Aber gut, es ist bekannt, dass Frauen das rote Tuch derer sind, die andererseits immer sehr genau betonen, wie furchtbar es ist, als Minderheit diskriminiert zu werden. Über Frauen aber redet man dennoch gern als Gabi oder auch mal als F*tze. Sehr konsequent!

Wenn man die Siegessaeule durchblättert, dann ist das ein Hochglanzmagazin (leider inzwischen auf BILD-Niveau, das war mal anders!) für Leute, die es schick, schön und (eher) teuer wollen. Solche Bedürfnisse kann man auch als Zeitung heranzüchten, und genau das ist geschehen. Dieses Blatt richtet sich (auch ) an genau das Volk, das die Town-House-Wohnungen der besagten Heuschrecken mieten oder kaufen kann. Und die Heuschrecken sind u.a. diejenigen, die die Werbung buchen, von denen Siegessaeule und der gesamte Verlag leben!!! Sich über einen Kapitalismus zu beklagen, den man selbst ansonsten nutzt um die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen ist daher bigott. Ihr bastelt seit Jahren daran rum, schwule Menschen zu Designobjekten zu machen, die vor allem reich, schön, aber auch oberflächlich und unpolitisch sind - allen halbherzigen Versuchen in eurem Blättchen zum Trotz! Was wundert ihr euch also nun, wenn diese durchgestylten, teuer behängten DInK's (Double Income No Kids!), die ihr hofiert, sich nun nicht aktivieren lassen Schmuddelkinder-Kneipen zu verteidigen, die null zu dem Image passt, dass ihr jahrelang für die IN-People gebastelt habt....
"Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los!" Da hilft auch kein Wehklagen.

von: Matze, 26.12.2010 15:16 Uhr

BerlinerBürger, du bist ja für deine Logorrhoe schon bekannt, but you're welcome! ;)

Aber wer Ledermann mit Apostroph S schreibt, darf doch noch gar nicht allein am Computer sitzen!

von: volker, 26.12.2010 14:33 Uhr

Was wäre die schwule Welt ohne die tollen Kommentare der Siegessäule. Alleine die wunderbar abgedroschenen Begriffe sind schon lesenswert. "Heuschrecken, die ganz bösen "Investoren" und "Town-House-Klone". Da wird ja jeder Kapitalismus-Gegner in orgastische Zustände verfallen. Der Autor dieses Textes klatscht sich auf die Schenkel und beim Mate-Tee mit Räucherstäbchen werden die Ergüsse gefeiert. Dazu auch noch der Kommentar eines "Ledermann´s", der mehrere Immobilien besitzt. Dazu passt dann: "All animals are equal, but some animals are more equal than others" .
Hoffentlich versteht der schlecht bezahlte Praktikant der Siegessäule diesen Text auch.

von: BerlinerBürger, 26.12.2010 09:55 Uhr

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