Siegessäule - Senatsgeld für das Schwule Museum

Berlin

Senatsgeld für das Schwule Museum


Erstmals in der 25jährigen Geschichte gibt es öffentliche Gelder

SIS 15.12. – 250.000 Euro jährlich für das Schwule Museum. Das wurde aber auch Zeit, denkt man sich. Seit fast 25 Jahren wird das Museum, das weltweit älteste und größte seiner Art, durch ehrenamtliches und privates Engagement über Wasser gehalten. Anne-K. Jung, Pressefrau des schwulen Museums erinnert sich an schwierige Zeiten:  „Bislang hat das Museum es eigentlich immer nur so geschafft, den Betrieb aufrecht zu erhalten – über Mitgliedsbeiträge, die Eintritte, den Verkauf von Büchern und Postkarten, mittels Spendengeldern und durch immens viel unbezahlten Arbeitseinsatz.“

Für die nächsten zwei Jahre hat der Berliner Senat nun eine institutionelle Förderung aus dem Kulturetat beschlossen. Darüber freut sich Anne-K. natürlich, gibt aber zu bedenken, dass es gerade so für Mietkosten, Verwaltungsaufgaben und die Durchführung einiger Ausstellungsprojekte reichen wird. „Im Budget vorgesehen sind – und das ist ein Novum für das Haus – erstmalig 2,5 feste Stellen: Geschäftsführung, Archivleitung und das Sekretariat im Museumsbüro.“ Außerdem kann das Museum endlich thematisch weiterentwickelt werden. „Die zusätzlichen Ressourcen sollen helfen, die Neuausrichtung des Museums – eine Öffnung für andere sexuelle Identitäten, als die in den ersten Jahrzehnten im Vordergrund stehende männliche Homosexualität – in allen Bereichen zu etablieren und voranzutreiben.“ Konkret heißt das, dass Lesben und Transgender in den Fokus rücken.

Die Arbeit des schwulen Museums ist für die LGBT-Szene genauso wichtig wie der CSD oder Aufklärung über Homosexualität in Schulen. Nach wie vor geht es darum, Vorurteile gegenüber unterschiedlichen sexuellen Identitäten und anderen als heterosexuellen Lebensentwürfen abzubauen und die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz zu fördern. André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten freut sich auch über die Entscheidung des Berliner Senats: „Ein solches Museum steht Berlin als Stätte der Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit gut zu Gesicht.“ (ag)

Schwules Museum

siehe auch: Ausstellung zur Homosexuellenverfolgung in Hamburg