Siegessäule - Südblock feierte vielversprechende Eröffnung

Berlin

Südblock feierte vielversprechende Eröffnung


Die neue Location am Kottbusser Tor will Cafe und Veranstaltungslocation sein. Warum Südblock? Zu erfahren im Interview mit (Mit)betreiber Richard

Südblock Eröffnung, 4.12., Kotti

SIS 8.12.2010 – Der Kotti ist um eine Sensation reicher: Den Südblock. Im Möbel-Olfe gewohnten Sichtbeton-Charme gehalten, feierte der durch seine Glasfront an ein Aquarium erinnernde Riesenladen am Wochenende seine Eröffnung. Kreuzberger Dinosaurier eröffneten genauso feierfreudig wie Queer-Jungvolk oder einige versprengte Touristen, wenn sie sich nicht von der Riesenschlange am Eingang abhalten ließen. Vom Schwulentanz bis zur Fußball-Übertragung wird alles geboten was die bewährte Kreuzberger Mischung ausmacht. Achtung: Bitte auf das jeweilige Programm achten, denn es ist nicht jeden Abend geöffnet.

Prinzessin Hans bei der Südblock Eröffnung

Hier das Interview mit Richard vom Südblock:

SIS: Am 4. Dezember habt ihr den Südblock in der Admiralsstraße direkt beim Kottbusser Tor in Kreuzberg eröffnet. Müsste es von der Lage des Stadtteils her eigentlich nicht Westblock heißen?

Richard: Wir haben den Namen Südblock gewählt, weil in der Sprache der Städteplaner die Häuser auf dieser Seite des Kottis als Südblöcke bezeichnet werden. Und es heißt dann immer bei denen: Die schwierigen Südblocke. Wir leben aber alle schon lange hier und finden es ist kein sozialer ‚Unort’ oder irgendwie schwierig. Das wollen wir mit unserem „Südblock“ zeigen.

Euer Eröffnungsprogramm für die nächste Zeit ist voller Highlights. Die Verleihung des Kulturpreises Wollita, die Wiederbelebung der Flitchenbar, DJs wie Joel Gibb von den Hidden Cameras, Boris oder Stereo Total legen auf. Haltet ihr dieses Tempo auch im neuen Jahr durch?
Es wird sogar noch mehr dazukommen. Reihen wie die „Erntebar“ oder „Kottywood“ bleiben ja bestehen und andere Veranstaltungen kommen dazu. Wir planen eine Lesbenparty, die Reihe „Soul & Music“ mit wechselnden Künstlern, Lesungen, Bands, Sozi-Events. Bei uns gibt es aber auch Fußballs-Übertragungen und da steht im nächsten Jahr die Frauen-WM an. Wir entwickeln uns noch und wollen für viele Ideen ein Dach sein.

Ihr seid vier Veranstalter und drei kommen aus dem Dunstkreis der Möbel Olfe. Habt ihr da jetzt alle gekündigt?
(lacht)
So gar nicht. Der Südblock ist etwas ganz anderes und eher eine Ergänzung. Die Olfe ist eine Trinkhalle und Nachtbar. Der Südblock hingegen ist ein Tagescafé, mit Kuchen und kleinen Imbissen ab dem neuen Jahr, und nachts Veranstaltungen, die in der Größenordnung gar nicht in der Olfe stattfinden könnten. Durch die frei stehende Bungalowhalle haben wir Platz für Bands. Aber ebenso sind wir nicht rein schwullesbisch determiniert, sondern offen für alle.     

Interview: Roberto Manteufel

Südblock am Kotti von außen