Siegessäule - Thomas Köhler will das Profil der Berlinischen Galerie schärfen

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Thomas Köhler will das Profil der Berlinischen Galerie schärfen


Der neue Direktor stebt eine neue Kunst-Schaltstelle in Berlin an – mit der Ausstellung zu Nan Goldin gelang ein fulminanter Start

© Brigitte Dummer Dr. Thomas Köhler, der neue Direktor der Berlinischen Galerie

SIS 24.1.2011 –  Thomas Köhler strahlt über beide Ohren. Zur Vernissage von „Nan Goldin. Berlin Work“ drängte sich eine ebenso bunte Mischung in den Ausstellungsräumen wie auf den Werken der gefeierten Fotografin – insgesamt kamen 3.750 Gäste zur Eröffnung. „Ich freue mich über den neuen Rekord. Mein Ziel ist schließlich ein Museum, das beliebt ist!“, so Köhler dazu. Erst im September zum neuen Direktor der Berlinischen Galerie aufgerückt, scheint Köhler einige seiner ehrgeizigen Ziele bereits erreicht zu haben. Vor allem geht es ihm darum, das Image des Berliner Landesmuseums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur zu  schärfen: „Wir sind kein ‚Heimatmuseum mit Kunst’, sondern wollen als ein wichtiger Player im Feld erkannt werden. Ein Ort, wo was passiert und der stark vernetzt ist in der Stadt: mit Künstlern, Galerien und auch den Unternehmen.“

Große Ausstellungen mit queeren Inhalten

Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, Whitney Museum in New York, documenta X in Kassel, Kunstmuseum Wolfsburg: So lauten die Karrierestufen des promovierten Kunsthistorikers. Vor zwei Jahren kam er an die Berlinische Galerie, zunächst als stellvertretender Direktor. Als Vorgänger Jörn Merker in den Ruhestand ging, konnte Thomas Köhler den Regierenden Bürgermeis­­ter von seinen Visionen überzeugen, Klaus Wowereit ist in seiner Funktion als Kultursenator nun sein Vorgesetzter. Köhler freut sich dabei über eine „kooperative, kommunikative und kollegiale Zusammenarbeit.“

Dass die ersten beiden großen Ausstellungen, Marianne Breslauer und Nan Goldin, besonders eine queere Zielgruppe ansprechen, ist allerdings „Zufall, keine Programmatik“, so Köhler. Dennoch freut er sich nun auch über die vielen jungen Leute, die neuerdings die Vernissagen stürmen: „Da sieht man, dass sich auch ganz schnell Zielgruppen verschieben können.“ Immer wieder will Köhler in Zukunft ausländische Künstlerinnen und Künstler zeigen, die etwa, wie Nan Goldin, durch ein DAAD-Stipendium in die Stadt kommen. International und zeitgenössisch will man sein, eben auch ein bisschen „Kunsthalle“, die in Berlin so sehr vermisst wird. Kein einfaches Vorhaben, ist die Berlinische Galerie doch bei schmalem Budget für den gesamten Zeitraum von 1870 bis heute zuständig. Das wird vor allem im Obergeschoss deutlich, wo ab Mitte März ein neues Design mehr Klarheit und Struktur in die Präsentation der ständige Sammlung bringen wird. Die Berliner Secession, Dada, das Wirken russischer Künstler in Berlin: Hier wird die wechselvolle Kulturgeschichte der Hauptstadt greifbar wie sonst selten.

Torsten Träger  

„Nan Goldin. Berlin Work“, noch bis zum 28. März

berlinischegalerie.de

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