Siegessäule - Tolle Eröffnung: Ausstellung zu Schwulen und Lesben im Sport

Berlin

Tolle Eröffnung: Ausstellung zu Schwulen und Lesben im Sport


Im Roten Rathaus in Berlin startete die Ausstellung „Gegen die Regeln“, die prominente homosexuelle Sportler und Sportlerinnen zeigt

Das Traumpaar homopolitischen Engagements im Fußball: Tanja Walther Ahrens (links vorne) und Theo Zwanziger (rechts daneben)

SIS 6.5.2010 – Ein wenig sei es ja „Pädagogik mit dem Holzhammer“, so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Dienstag bei der Eröffnung der Ausstellung „Gegen die Regeln – Lesben und Schwule im Sport“. Dennoch freue es ihn, dass alle Besucher und Besucherinnen des stilvollen Saals der ehemaligen Magistratsbibliothek im Roten Rathaus, an dieser Ausstellung vorbei müssten. Vielleicht würden sie ja angeregt, zu lesen, was dort steht.

37 Banner zeigen schwule und lesbische Leistungssportlerinnen von Tennisspielerin Amelie Mauresmo bis zu Schwimmer Greg Louganis (viele davon outeten sich jedoch erst nach ihrer aktiven Zeit). Über jedem Bild steht ein ausführlicher Infotext zu ihrer Karriere und ihrem Leben. Die Ausstellung wurde ursprünglich von Engagierten in Köln zusammengestellt, vom Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit der Landesregierung in NRW präsentiert und von der EGLSF (European Gay and Lesbian Sports Federation) in Gestalt ihrer deutschen Vertreterin Tanja Walter-Ahrens nun aktualisiert und als Wanderausstellung konzipiert.

Das eigentliche Ereignis war aber das Treffen vieler Aktiver, die sich gegen Homophobie im Sport einsetzen. Seien es Vertreter und Vertreterinnen der Berliner Vereine Seitenwechsel und Vorspiel, die Degenfechterin Imke Duplitzer, der ehemalige Jugendnationalspieler der DDR Marcus Urban oder der Filmemacher Aljoscha Pause, der jüngst mit seiner Dokumentation „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ den Grimmepreis bekam. Anerkennung und Respekt für das Engagement bezeugten auch die Ehrengäste, darunter mit Iris Hugo-Bouvier eine Vertreterin der Uefa und DFB-Präsident Theo Zwanziger. Letzterer überzeugte in seiner Rede erneut mit seinem Engagement für die Zivilgesellschaft, das er als eine Lehre aus dem Nationalsozialismus betrachtet. Dass mit Gerd Liesegang auch ein Vizepräsident des Berliner Fußballverbandes anwesend war, zeigt, dass der Fußball mittlerweile eine Vorreiterrolle beim Kampf gegen Homophobie im Sport einnimmt und sich auch auf Berliner Ebene etwas bewegt.

Gudrun Fertig

Ebenfalls zum Thema: Der „Streitraum“ mit Journalistin Carolin Emcke in der Schaubühne. „Wer hat Angst vorm schwulen Fußballhelden?“, 9.5., 12 Uhr, mit: Dr. Tatjana Eggeling, Prof. Dr. Sabine Hark und Marcus Urban