Siegessäule - „Vergebung“: Lisbeths großes Finale

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„Vergebung“: Lisbeths großes Finale


Der letzte Teil von Stieg Larssons Krimi-Trilogie ist ebenso genial wie die beiden Vorgänger, aber nichts für schwache Nerven ...

SIS 8.6. –  Wie schon in den anderen deutschen Versionen der Stieg Larsson Krimitrilogie zuvor, führt der Film- und Buchtitel „Vergebung“ auch diesmal in die Irre. Denn Vergebung ist das Letzte, was alle im dritten Teil (der im Original eigentlich etwa „Gesprengte Luftschlösser“ heißt), nach „Verblendung“ und „Verdammnis“ wollen. Am allerwenigsten Lisbeth Salander, die nichts zu verschenken hat und beileibe niemandem jemals etwas vergibt. Glücklicherweise! Denn zum Ende der Trilogie erfahren wir vom wahren Leid Lisbeths, die schon als Kind gepeinigt und in der Psychiatrie misshandelt und gequält wurde. Kein Wunder, dass sie auf Rache sinnt. Zuvor jedoch muss sie erst einmal überleben.

Nahtlos fügt sich der dritte Teil des Films an den zweiten, den man unbedingt gesehen haben sollte, um zu verstehen, warum Lisbeth mehr tot als lebendig im Krankenhaus liegt. Hier wird ihr Leben von fiesen Verbrechern, fiesen Geheimdienstlern und einer fiesen Kopfschussverletzung bedroht. Nur der tapfere Journalist Mikael Blomkvist hält zu ihr und rettet sie in gewisser Weise. Die verzwickte, teils verworrene Handlung, die im Buch auf vielen hundert Seiten Zeit hat, sich zu entfalten, kommt in diesen, gefühlten zu kurzen 146 Minuten atemlos daher und man sollte auf jedes Detail achten, am besten auch das Buch vorher gelesen haben. Eindringlich und fast gruselig gut spielt Noomi Rapace eine immer stummere und in sich gekehrte Lisbeth, die als Mordverdächtige schließlich bei der Gerichtsverhandlung unvermutet viel von sich preisgibt und zudem mit genialem Punk-Streetfighter-Outfit begeistert.

Auch wenn am Ende die Gerechtigkeit irgendwie siegt, endet „Vergebung“ und damit die ganze Geschichte angenehm unkitschig. Im Film sogar noch unromantischer und härter als im Buch. Alle drei Filme (die DVD des zweiten Teils ist seit 4. Juni erhältlich) sind genau wie die Bücher schlicht genial, aber nichts für schwache Nerven. Für Fans steht am Ende die bittere Erkenntnis, dass es auf keinen Fall weitergeht mit den Geschichten um Lisbeth und Mikael. Das betrübt, lässt den Kult aber umso stärker werden.
Manuela Kay

Regie: Daniel Alfredson,
mit: Noomi Rapace, Michael Nyqvist u. a., Schweden 2009, 146 Min.,

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