Siegessäule - Wigstöckel ist back!

Berlin

Wigstöckel ist back!


Am 30.9. lädt das SO36 wieder zur Show und zeigt mit Infoständen, dass Mann oder Frau zu wenige Alternativen sind

Kay P. Rinha wird auch bei Wigstöckel 2011 auftreten

siegessaeule.de 29.9.2011 – Dragkings, Travestiten, Tunten, Queens, Inbetweens, Schwanzmädchen, Transjungs sind einige der Begriffe, die Menschen umschreiben, die sich zwischen den Geschlechtern bewegen. Doch sind solche Schubladen im queeren Berlin überhaupt noch sinnvoll?

Und ist es bei der ständigen Präsenz schillernder Nachtgestalten noch nötig, ein Trans*-Event wie „Wigstöckel“ zu organisieren? Die Frage ist berechtigt, denn nach einem Jahr Pause meldet sich das Transgender-Festival „Wigstöckel“ zurück. „In Berlin gibt es eine relativ große Transgender-Community und ,Wigstöckel’ kann als Event zu mehr Sichtbarkeit beitragen. Es gibt viele Menschen, die das ganze Jahr über wichtige Arbeit in verschiedenen Organisationen wie TrIQ (TransInterQueer e. V.) oder dem TGEU (Transgender Europe) leisten. ,Wigstöckel’ ist so etwas wie ein jährliches Klassentreffen der Transgenderszene, es geht auch um den Austausch von Informationen“, berichtet Moritz G., vielen bekannt von der Dragking-Gruppe Kingz Of Berlin.

Wigstöckel: mehr als ein Showevent

Viele Jahre war er selbst ein Teil des Orgateams und ist auch dieses Mal als Komoderator dabei. Tatsächlich war „Wigstöckel“ nie einfach nur ein Showevent. 1996 fand es erstmalig im SO36 statt und schon damals war man bemüht,
vor allem ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen und ein Netzwerk aufzubauen. Im Laufe der Zeit wurde immer mehr versucht, nicht nur Gruppen und Künstler aus den bekannten Bereichen rund um Berlin zu präsentieren, sondern den Horizont zu erweitern und über den Tellerrand zu schauen, was wesentlich zum internationalen Festivalcharakter der Veranstaltung beitrug.

„Obwohl 2009 ein erfolgreiches Jahr war, was den Zulauf der Veranstaltung betrifft, waren die Batterien im Orgateam aufgebraucht. Wir brauchten eine kleine Pause, um zu neuen Kräften zu gelangen und ,Wigstöckel’ wieder mit voller Energie zu präsentieren“, erzählt Steffi aus dem fünfköpfigen Orgateam. Immer wieder hatte man in den vergangenen Jahren den Eindruck, dass „Wigstöckel“ auch viel Reibungspotenzial innerhalb der Transgender-Community bot: Manche vermissten klassische Travestievollplaybacknummern und Glamour, andere beklagten sich über einen zu hohen Lesbenanteil – auch die Transgenderszene war also nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen.

Doch Moritz G. findet genau diese Mischung und Reibung reizvoll: „Ich liebe die ,Wigstöckel’-Shows. Immer gibt es viel Neues und hinterher wird entweder in den höchsten Tönen gelobt oder alles komplett niedergemacht. Es war entweder die beste oder die schlechteste Show seit Jahren – zu lang, zu früh, zu spät, zu viele Kings, zu viele Tunten, zu viel Politik, zu wenig Anspruch oder einfach nur toll, toll, toll. Es ist großartig, wenn eine Show das Publikum so aufregt und danach alle gemeinsam bis in den frühen Morgen tanzen.“
Kaey

„Wigstöckel“, 1.10., 21 Uhr, SO36, mit Siegessäule-Drag-Contest-Gewinnerin Kay P. Rinha, dem Gesangstalent Hedi, dem Dragzhaufen und internationalen Künstlern wie Nathan Paul Young Gale aus Edinburgh und Joleen Mataele aus dem Königreich Tonga

Open Stage, 2.10., 17 Uhr, Südblock
Finissage „Proudly African & Transgender“, 3.10., 19 Uhr,
TransInterQueer e. V.


www.wigstoeckel.com