Siegessäule - Zum Start der ITB: Berlin als queere „Trophäe“

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Zum Start der ITB: Berlin als queere „Trophäe“


Gay and Lesbian Pavillon, neues Reisemagazin Queer Travel und 10 Jahre Out in Berlin. Die ITB repräsentiert auch Berlin als Homometropole

© visitBerlin/Wolfgang Scholvien

SIS 9.3.2011 – Heute startet die weltweit größte Reisemesse Internationale Tourismusbörse (ITB), die jährlich in Berlin stattfindet. Passend zur Homometropole Berlin präsentieren sich in der Ausstellungshalle 2.1. a im „Gay & Lesbian Pavillon“, auch bekannt als der „Pink Pavillon“, die Dachorganisation IGLTA (International Gay and Lesbian Travel Association) sowie etliche interessante Reiseziele, die bewusst homosexuelle Touristinnen und Touristen anziehen wollen. Unter anderem dabei: Argentinien, Wien, Antwerpen oder Tel Aviv.

Außerdem stellt auf der ITB der Jackwerth Verlag, in dem auch die Siegessäule erscheint, sein neues Reisemagazin Queer Travel vor und feiert das 10jährige Bestehen des zweisprachigen queeren Berlinguides Out in Berlin. Ein guter Anlass, Natascha Kompatzki von visitBerlin nach dem Stellenwert von Berlin als hetero- und homosexuelles Reiseziel zu fragen.

SIS: Warum ist Berlin für queere Touristen aus Ihrer Sicht so attraktiv?

Natascha Kompatzki: Berlin ist hip, trendy, authentisch, eine ausgesprochen tolerante Stadt und sehr multikulturell. Eine Mischung aus Adrenalin, Chill-out, Hochkultur und Subkultur. Was New York früher war, ist Berlin heute: eine außerordentlich angesagte Metropole, die Gäste aus aller Welt, insbesondere auch die queere Zielgruppe, begeistert und anzieht.

Wozu braucht Berlin dann noch Promotion in eigener Sache?
Wir haben unsere Arbeit 1993 aufgenommen, da war die Stadt längst nicht so trendy. Es war eine unserer wichtigsten Aufgaben, nach dem Fall der Mauer ein Image für diese Stadt mit aufzubauen, dafür zu sorgen, dass Berlin im internationalen Tourismus wahrgenommen wird. Das ging sicher nicht von heute auf morgen. Jetzt, mitten im Hype, ist es wichtig, zu verstehen, dass Tourismus kein Automatismus ist. Davon auszugehen, Berlin bliebe auf ewig hip, wäre fatal. Ein Hype kann schnell verebben.

Viele Gäste begründen die Spannung dieser Stadt auch in den Folgen ihrer Teilung. Wie schätzen Sie das ein?
Vor dem Fall der Mauer kamen die Gäste wegen des Iron Curtains, des Scary Feelings. Nach der Mauer war diese Motivation erst einmal weg. Inzwischen ist diese einzigartige Geschichte Berlins ein Unique Selling Point, wie es in der Tourismusbranche heißt. Und Berlin hat immer noch viel freien Raum, ist längst nicht fertig, entwickelt sich ständig weiter. Das macht die Stadt so spannend. Wir vermarkten hier ein immer wieder neues, sich veränderndes Berlin. Unser Ziel ist es, dass Berlin für jeden zu einer Art Must wird, zu einer Trophäe, die unbedingt besucht werden muss.

Wie bewerben Sie Berlin als Homohotspot?
Wir würden die Stadt nicht für die queere Zielgruppe vermarkten, wenn das nicht so perfekt zu Berlin passen würde. Es ist Teil des Stadtlebens und des Facettenreichtums Berlins. Gerade im Tourismus muss man authentisch sein. Im Jahr 2000 starteten wir damit und bauten von Beginn an auf unsere Partner aus der Community. Das heißt, wir vermarkten nicht nur Events wie den CSD, sondern stehen in einem regen Dialog mit der Community, da wir deren Know-how brauchen und die Community ja auch Gastgeber für homosexuellen Besucher ist.

Berlin hat mit Berghain und Watergate weltweit angesagte Clubs. Werben Sie gezielt mit diesen Locations?
Wir wären dumm, würden wir darauf verzichten. Das sind unsere Juwelen. Doch auch hierbei sind wir auf Input aus der Community angewiesen.

OUT IN BERLIN wird zehn Jahre alt. Welche Rolle spielt der Guide beim Gay-Marketing?
Der Guide ist sehr wichtig. Auch hier ist es für uns entscheidend, mit einem kompetenten Partner, nämlich mit Ihnen, zusammenzuarbeiten. Natürlich könnten wir als Experten für den Berlin-Tourismus sagen, dass wir jedes Thema selbst gestalten. Doch wir haben uns dagegen entschieden, weil wir wissen, dass es Fachleute gibt, die das viel besser können als wir. Und von denen wir wissen, dass wir mit ihnen zusammen ein Topprodukt machen können. Das hat sich bewährt. Daher kooperieren wir auch seit nunmehr zehn Jahren. Wir wünschen uns eine Fortsetzung dieser tollen Zusammenarbeit mit den Experten für queer Berlin.    Interview: sisa

www.itb-berlin.de

ITB, Messehallen am Funkturm, Berlin-Charlottenburg
von Mittwoch, 9. März, bis Sonntag, 13. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Während vom 9. bis 11. März nur Fachpublikum zugelassen ist, ist die Messe am Samstag und Sonntag für alle geöffnet, Eintrittspreis 14,50 Euro (Online-Tickets für 12 Euro). Am Sonntag gibt es für nur 8 Euro ab 14 Uhr ein Last-Minute-Ticket.

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