Buch
Buch „Sex und die Gitti“
Interview mit Clemens Glade
SIS im Nov 2008.
SIS: Clemens, kläre uns doch bitte über deinen Buchtitel „Sex und die Gitti“ auf. Gitti klingt doch fast wie ein Katzenname!
Nein. Gitti heißt eigentlich Brigitte, ich habe sie vor einiger Zeit bei einem Seminar kennengelernt. Und nach vielen Gläsern Rotwein passierte mir damals mit Gitti das, was einem Schwulen nicht passieren sollte ... Der Titel ist ein wunderbares Wortspiel, denn auch inhaltlich passt ein Vergleich mit der Fernsehserie „Sex and the City“.
Ach so? Welche Parallelen gibt es denn?
Ich habe Texte über die verschiedensten Spielarten von Sex geschrieben, dabei das Sexualverhalten des schwulen Großstadtmenschen thematisiert. In dem Buch reden ganz unterschiedliche Protagonisten über Sex. Das ist sicherlich auch für Lesben und Heteros spannend, weil es Einblicke in möglicherweise fremde Lebenswelten liefert, und weil es anregen kann, sich mal Gedanken über das eigene Sexualleben zu machen.
Zu welchen Erkenntnissen kommt man beim Lesen?
Meine Botschaft lautet: Redet miteinander. Schließlich hat jeder ein Recht auf seine Sexualität, auf guten Sex. Freundinnen, die das Buch bereits gelesen haben, fanden es sehr aufschlussreich.
Theorien über Homosex oder – in Anlehnung an den Bestseller „Feuchtgebiete“ – über die Anatomie des Mannes?
Mir ging es nicht darum, wie feucht irgendetwas sein muss oder wie tief ein Phallus eindringen kann, sondern viel allgemeiner um Sex als Form der Kommunikation.
Nenn mal ein Beispiel!
Meine Schwester hatte mir einen Kalender geschenkt, in dem sich Heten küssen. Fiel mir gleich auf, dass keine Homos knutschen. „Kuss ist doch Kuss“, meinte sie. So kamen wir in einen Dialog, glänzten dabei gegenseitig mit dem Wissen, wie viele Muskeln beim Knutschen bewegt werden und so weiter. Der Kuss ist ein Zeichen von Zuneigung, aber natürlich küsst man seine Mutter anders als seinen Freund. In einer anderen Geschichte diskutiere ich mit einem Politiker ...
... der nicht genannt werden darf?
Genau. Mit ihm diskutiere ich darüber, wann Sex eigentlich Sex ist.
Mit welchem Resultat?
Eine These lautet: Sex hat man, wenn man am Ende abspritzt. Aber für manche ist ein intensiver Kuss bereits Sex gewesen oder eine innige Umarmung.
Lesung am 4.11., Barbie Bar
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