Siegessäule - Das millionenschwere Testament des schwulen Schriftstellers

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Das millionenschwere Testament des schwulen Schriftstellers


Donald Windham stiftet einen der höchstdotierten Literaturpreise der Welt

© Lilienfeld Verlag Donald Windham (li.) und Sandy Campbell in Italien

siegessaeule.de 22.6.2011 – Der schwule Schriftsteller Donald Windham starb im Mai 2010 kurz vor seinem 90. Geburtstag. Sein Testament versetzt die literarische Welt der USA in helle Aufregung: Er hat ihr einen der höchstdotierten Literaturpreise überhaupt vermacht. In Zusammenarbeit mit der Universität Yale werden ab Ende 2012, Anfang 2013 jährlich die „Donald Windham - Sandy M. Campbell Literature Prizes” verliehen - benannt nach dem Stifter und seinem 1988 verstorbenen, langjährigen Lebensgefährten. Das Preisgeld von je 150.000 Dollar soll jedes Jahr in 7 - 9 Kategorien vergebenwerden.

Zum Vergleich: Beim renommierten Pulitzer Preis und dem National Book Awards gibt es 10.000 Dollar für den Sieger, und der bedeutendste deutsche Literaturpreis, der Georg-Büchner-Preis, ist mit 50.000 Euro dotiert. Auch Freunde von Donald Windham zeigten sich überrascht von der finanziellen Dimension - Windham lebte zuletzt recht bescheiden in New York. Sein Vermögen, dass nun für den Preis verwendet wird, soll aus Erbschaften und zum Teil aus dem Nachlass seines Lebensgefährten stammen.

Windham gehörte zum Freundeskreis um Tennessee Williams und Truman Capote

Der neue Preis soll sowohl etablierten als auch Nachwuchs-Schriftstellern zugute kommen - gern ohne akademischen Hintergrund, verfügte Windham: Er selbst hatte nie eine Universität besucht.

Donald Windham (geboren 1920 in Atlanta) gehörte zum Freundeskreis um Tennessee Williams und Truman Capote. Seine fünf Romane fanden in Deutschland erst in den vergangenen Jahren Beachtung, wie das erst 2008 übersetzte “Dog Star”. Thomas Mann, André Gide und Albert Camus hatten es schon in den 50er Jahren hoch gelobt und mit J.D. Salingers “Der Fänger im Roggen” verglichen. Auch auf Deutsch gibt es „Zwei Menschen“ (1965), einen Roman über das Liebesverhältnis eines Amerikaners zu einem Italiener in Rom. Das Buch gilt als eines der wichtigsten Werke in der schwulen Literaturgeschichte der USA.
Malte Göbel

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