Buch
Frida Kahlos Leben neu erzählt
Mythen, Rezepte und Kahlos Lebensgeschichte verweben sich zu einem bunten Kaleidoskop
SIS 15.2.2011 – Enchiladas und Epazote, Quesadillas, Mole und Pozole – Frida Kahlo ist für ihre Malerei berühmt, doch auch ihre Kochkünste waren nicht ohne. Einige ihrer ausgefallenen Rezepte sind, verknüpft mit kleinen Anekdoten, den Kapiteln des Romans angehängt. Spektakuläre Zutaten machen auch Kahlos Leben zu einem farbenprächtigen Stoff.
Ihrer Geschichte aus einem Übermaß an Leiden, unkonventionellen Lieben, berühmten Namen und großen Dramen nimmt sich der mexikanische Romanautor und Comicverleger Francisco Haghenbeck in „Das geheime Buch der Frida Kahlo“ an. Wie die Malerin in ihren Kochanweisungen aalt sich auch der Autor in Fülle: seine Sprache ist so prächtig, wie man sich das Land und Frida Kahlo vorstellt und für europäischen Geschmack zunächst gewöhnungsbedürftig. Das gilt auch für den Fokus, den Haghenbeck auf Kahlos Verhältnis zum Tod legt, den er personalisiert und zur ständigen Begleiterin (im Spanischen ist der Tod weiblich) der Malerin macht. Haghenbeck bezieht sich auf in der mexikanischen Tradition tief verwurzelte Mythen, den Totenkult und die Nähe zu Geisterwelten und verwebt Visionen, Fiktion und Fakten zu einem Buch, das trotz seines Übermaßes an Gewürzen jeglicher sprachlicher Couleur spannend und leicht zu verschlingen ist. (Tania Witte)
„Das geheime Buch der Frida Kahlo“, Insel Verlag, 279 Seiten, 8,95 Euro
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