Siegessäule - Clemens Schick in „Die Nacht kurz vor den Wäldern“, ab 13.10

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Bühne

Clemens Schick in „Die Nacht kurz vor den Wäldern“, ab 13.10


Das Stück spielt im Haus der Berliner Festspiele, vom 13.-16.10

© Robert Brecko Clemens Schick

siegessaeule.de 13.10.2011 – 23-jährig scheiterte er am Zölibat: Damals verbrachte Clemens Schick acht Monate im Kloster. Heute macht er gänzlich andere Schlagzeilen. Gerade übernahm er die Hauptrolle in dem porNEOgrafischen Film „Hotel Desire“. Ein facettenreicher Darsteller – in jeder Hinsicht. Als Assistent des Bösewichts in „Casino Royal“ setzte er die Tradition der deutschen James-Bond-Gegenspieler fort. Eigentlich aber ist die Bühne sein Lebensraum. Diese wird er in „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ ganz für sich haben. Das Stück besteht aus einem einzigen langen, ununterbrochenen Monolog: der verzweifelten Suada eines einsamen Außenseiters, der in einer regnerischen Nacht auf der Suche nach einem Zimmer ist. Keine leichte Kost für den Theatergänger – und eine Herausforderung für jeden Schauspieler. Mit diesem Stück gelang Bernard-Marie Koltès 1977 auf dem Festival von Avignon der Durchbruch als Theaterautor. Auch Koltès kann man getrost als Grenzgänger bezeichnen.

Unverschämt gut aussehend in Kifferhöhlen und Schwulentreffs 

Ebenfalls unverschämt gut aussehend war auch er in allen Welten zu Hause – oder zumindest zu Gast: Als Sohn eines französischen Militäroffiziers verbrachte er seine Jugend abwechselnd im sittenstrengen Jesuiteninternat und in den schummrigen Cafés im Araberviertel von Metz. Später erkundete er die Schwulentreffs und Kifferhöhlen der westlichen Großstädte sowie den Dschungel Südamerikas. 1989 verstarb er infolge von Aids. Das Stück, mit dem er bekannt wurde, inszeniert nun der italienische Theaterregisseur Antonio Latella für die Spielzeit Europa neu. Er ist der dritte intellektuelle Tausendsassa im Bunde: Auf deutschen Bühnen ebenso präsent wie auf italienischen, wird er für seine intensiven, körperbetonten Inszenierungen geschätzt – es scheint, als hätten sich hier drei Geistesverwandte gefunden.
Torsten Träger 

„Die Nacht kurz vor den Wäldern“, Haus der Berliner Festspiele, 13.–16.10., 20 Uhr, berlinerfestspiele.de

Mehr zur Location: Haus der Berliner Festspiele


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