Siegessäule - „Don't move“ bewegt nicht nur Körper

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Bühne

„Don't move“ bewegt nicht nur Körper


Die Choreografin Modjgan Hashemian thematisiert im Ballhaus Naunynstraße das Tanzverbot im Iran

© Ute Langkafel

SIS 24.3.2011 – Die religiösen Verbote der Scharia prägen bis heute den Alltag der BühnenkünstlerInnen im Iran. Wenig bekannt ist hierzulande, dass im Iran mit Etablierung der Islamischen Republik unter Ayatollah Chomeini neben der Wiedereinführung des Verschleierungsgebotes auch das Tanzen im öffentlichen Raum und das gemeinsame Tanzen von Frauen und Männern verboten wurde. Tanzen gilt als unsittlich, ob in der Disko, auf der Bühne oder beim Volkstanz. Vor allem ist es aber der Bewegungsradius der Frauen, der beschränkt wurde. Die weibliche Geste und der Blick auf weibliche Formen in der Öffentlichkeit werden streng zensiert. Allein hinter verschlossenen Vorhängen, in Wohnzimmern und Garagen oder auf privaten Parties ist es Frauen möglich, ihre Lust an der tänzerischen Bewegung auszuleben.

Das Stück wird gemeinsam getanzt, in Berlin und in Teheran

„Don't Move“ ist die zweite Arbeit der iranischstämmigen Choreografin Modjgan Hashemian für das Ballhaus Naunynstraße. Gemeinsam mit der Dramaturgin Susanne Vincenz erarbeitete sie ein Tanzstück, das mit dem schmalen Grat zwischen öffentlicher Aufführung und privatem Raum spielt. Das Stück wurde mit Tänzerinnen und Tänzern aus Berlin und Teheran erarbeitet. Während sich die vier Tänzerinnen und Tänzer aus Berlin live auf der Bühne bewegen, sind die Tanzenden aus Teheran lediglich per Videoprojektion zu sehen. Die Choreografie ist tänzerisch leider wenig innovativ: sie baut auf dem einschlägig bekannten Bewegungsrepertoire des zeitgenössischen Tanzes auf und lässt eine schlüssig durchgearbeitete Dramaturgie vermissen. Dennoch bewegt die Choreografie vor ihrem politischen Hintergrund die Emotionen im Publikum.

Elke Koepping

„Don't move“ wieder am 24.-26. und 28.-30.3.2011, 20 Uhr im Ballhaus Naunynstraße.


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Kommentare


Unglaublich das dass Regime im Iran immer noch so engstiernig ist um glauben zu können das sie die Menschen dereart in ihrer Freiheit beschneiden können.
Diese Bühnenkünstler machen vor was sehr viele verborgen in sich tragen . Hoffe auf eine baldige Revolution im Iran.
grüße
literar von http://www.leselupe.de

von: jermaine, 26.03.2011 12:08 Uhr

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