Siegessäule - Eine Verbeugung vor der Diva: „Marlene“

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Eine Verbeugung vor der Diva: „Marlene“


Siegessäule.de verlost 2x3 Tickets für das berührende Stück und die mit Judy Winter perfekt besetzte Rolle der Marlene

© Rocholl
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SIS 11.6. – Vor elf Jahren veranstaltete die Siegessäule eine Umfrage und wollte von ihren Leserinnen und Lesern wissen, wer ihr größtes Idol sei. „Marlene Dietrich“ lautete die mehrheitliche Antwort. Das geheimnisvolle Flair der preußischen Femme Fatale zog offenbar beide Geschlechter an. Marlene Dietrich sprengte die zur damaligen Zeit engen Grenzen des weiblichen Geschlechts, sowohl in ihren Rollen als auch in ihrem Privatleben. Zur Freude und zum Schrecken vieler trug Marlene Dietrich Männerkleidung und machte keinen Hehl aus ihren zahlreichen Liebschaften mit Frauen und Männern. Noch berühmter wurde Marlene Dietrich mit der Szene aus dem Hollywood-Film „Marocco“ (1930), wo sie nicht nur in Frack und Zylinder auftrat, sondern auch eine Frau auf den Mund küsste, so wie in „Die blonde Venus“.


Im 2. Weltkrieg kämpfte die Dietrich von den USA aus gegen den Nationalsozialismus. Das kam in der Heimat nicht gut an: Bei einem Deutschlandbesuch in den 60er-Jahren wurde sie als Vaterlandsverräterin beschimpft. Um diese zweiseitige Hassliebe geht es auch in Pam Gems’ Stück „Marlene“, das gerade am Renaissance-Theater seine Wiederaufnahme erlebt. Noch einmal bezaubert Judy Winter in Paillettenkleid und Schwanenmantel das Theaterpublikum und singt mit rauer Stimme „Sag mir, wo die Blumen sind“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „Lili Marleen“.

Es ist dem Zufall zu verdanken, dass die britische Theaterautorin Pam Gems Marlene Dietrich bei den Vorbereitungen auf eines ihrer legendären Konzerte beobachten konnte. Was sie hinter der Bühne sah und hörte, entsprach so überhaupt nicht der Aura von Glanz und Glamour, welche die unnahbar wirkende Filmdiva umgab. Ängstlich wartet Marlene auf ihren Auftritt. Dieser Widerspruch zwischen der gefeierten Perfektionistin und dem verunsicherten Wesen animierte Pam Gems zu „Marlene”, das seine Uraufführung 1977 in London erlebte: eine Verbeugung vor Marlene.

Es ist großartig, wie Judy Winter die Ikone mit Stimme, Herz und Seele auf der Bühne wieder lebendig werden lässt. Ein überaus sehenswerter und vor allen Dingen auch absolut hörenswerter Theaterabend.

Andrea Winter

"Marlene", 14.–21.6., Renaissance Theater

Mit Judy Winter und Ulrike Jackwerth
Regie: Dietmar Pflegerl
Musikalische Begleitung: Harry Ermer


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