Bühne
„Kein Plan, kein Zufall“ versus. „Trust me"
Dopppelperformance zur Bewegungsphilosophie mit Katja Münker und Shannon Cooneys
© Sivan Katja Münker
SIS 16.4.2010 – Woher kommt Bewegung – physisch, ästhetisch, konzeptionell? Katja Münker untersucht in ihrer Performance „Kein Plan, kein Zufall“ die Herkunft ihrer Motorik und ihres Körpers. Da-bei spielen sowohl ihre Familiengeschichte eine Rolle als auch ihr beruflicher Werdegang als Tänzerin. Alles hat Spuren hinterlassen: Sei es das erwachende körperliche Bewusstsein ihrer selbst in der Ausbildung oder unbewusste neurotische Ticks, die sie von ihrer Mutter übernommen hat. Nicht zu vergessen der ganz große Rahmen der Evolution: Alles „kommt“ woher. Aus einem Wollknäuel spinnt Münker ein Netz auf den Boden, in dem sie sich dann verstrickt: „Ich komme aus bürgerlichen Verhältnissen, ich komme aus der Frauen-Lesben-Bewegung, ich komme aus einer Familie mit Nazi-Geschichte, ich komme aus der Anti-AKW-Bewegung ...“
Auch in ihrem viertägigen Workshop „Feldenkrais & Improvisation“ geht es um die Erfahrung von Herkunft und Begrenztheit, aber auch um Fähigkeiten zur Veränderung und um neue Möglichkeiten der Bewegung. Mit dem doppelten Angebot von Performance und Workshop erfüllt Münker vorbildlich die grundlegende Idee der Reihe „Tanz Hoch Zwei“.
Auch die Kanadierin Shannon Cooney, die ihre meditative Performance „Trust me“ zeigt, kann man als inspirierende Mentorin erleben, wenn sie in ihrem englischsprachigen Workshop „Craniosacral & Improvisation“ kombiniert. Und vom 30. April bis zum 2. Mai gibt es dann mit Antony Rizzis ironischer Performance „An attempt to fail at groundbreaking theater with pina arcade smith“ ein weiteren queeren Leckerbissen.
Torsten Träger
Katja Münkers „Kein Plan, kein Zufall“ als Doppelperformance mit Shannon Cooneys „Trust me“ am 16.4. um 19 Uhr und am 17.4. um 16 Uhr
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