Bühne
Margit Bendokat als Cross-Dresser: „Ein Sommernachtstraum“
Klare Mädchenstimme statt derbe Schenkelklopfer: Für seine Inszenierung besetzt Andreas Kriegenburg die Rolle des Flaut einfach mit einer Frau
© Arno Declair
SIS 8.10.2010 – Egal, wie nachlässig gekleidet: Sobald ein Mann auf der Bühne Frauenkleider trägt, lacht das Publikum. Das funktioniert wie ein Reflex, der eine passionierte Drag Queen zurecht anwidert. Einer der bekanntesten Cross-Dresser der Theaterliteratur ist der Handwerker Flaut in Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Er soll bei Hochzeitsfeierlichkeiten in dem tragischen Stück im Stück „Pyramus und Thisbe“ die weibliche Titelrolle spielen. Alle Schauspieler lieben diese Rolle, denn sie bedeutet für das Gewinnen der Publikumsgunst „wenig Aufwand, aber größten Effekt“. Doch oft lässt sich das Ergebnis nur als derbe Klamotte auf der Bühne anschauen.
Umso erfreulicher ist die Besetzung des Flaut in der aktuellen Inszenierung am Deutschen Theater. Regisseur Andreas Kriegenburg dreht die Spirale des Stücks im Stück weiter und lässt Margit Bendokat, die Grande Dame des Hauses, die Rolle spielen. Ihre klare, aber mädchenhafte Stimme korreliert wunderbar mit dem Schnauzbart, der ihr prächtig steht.
Mit seinen Kollegen von der Reiningungstruppe putzt Flaut die Fenster eines Treibhauses, in dem Andreas Kriegenburg (auch als Bühnenbildner) diesen „Sommernachtstraum“ spielen lässt. Da drinnen liebt die unglückliche Helena den Demetrius. Der aber liebt die Hermia, die den Lysander liebt und von ihm zurückgeliebt wird. Aber die vier kommen in einer Sommernacht zufällig dem Konflikt des Elfenkönigs mit seiner Königin in die Quere, die sich um einen indischen Knaben streiten. Dabei ordnet ein Zaubernektar alle Liebesverhältnisse neu. So lieben plötzlich Lysander und Demetrius die Helena und Hermia steht alleine da. Auch die Elfenkönigin lässt vom Knaben ab und ist auf einen Esel geil. Erst als alle schlafen, werden die Verzauberungen wieder gelöst.
Andreas Kriegenburg verbindet gekonnt die Tändelei der Liebenden mit der Zauberwelt der Elfen und lässt die Irrungen und Wirrungen der Liebe schon mal in alptraumhaften Horror umschlagen.
Diese Szenen kommentieren die Handwerker, die beim Putzen amüsant und pädagogisch wertvoll Texte von Freud und Co über das Träumen und die Sexualität besprechen, bevor sie am Ende ihr eigenes Stück zur Aufführung bringen. Stirbt Flaut als Thisbe dann den Liebestod, mit Schnäuzer und in weißem Kleidchen, so zeigt uns Margit Bendokat eine Figur, die weder Mann noch Frau, weder tragisch noch komisch, sondern immer beides ist.
Peter Fuchs
„Ein Sommernachtstraum“, 8., 10., 14. Oktober und 5., 7. November 2010, Deutsches Theater
Mehr zur Location: Deutsches Theater/Kammerspiele
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Hullo Jonas and Coni. Thanx for pitutng this beautiful picture on your blog. Big Chill Chill out(at khan market) ! the coffee get together was a meeting of old neighbours from Rishikesh ! keep up with the blog..good seeing the pictures, even though I cannot read the language !
von: Bahtiyar, 21.02.2012 08:19 Uhr