Siegessäule - Queere Playbackkönigin: bridgeland zwei im O-TonArt

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Bühne

Queere Playbackkönigin: bridgeland zwei im O-TonArt


Seit genau 25 Jahren steht die Performancekünstlerin Bridge Markland auf der Bühne. Im Theater O-TonArt feiert sie ihr Bühnenjubiläum

© Jenni Ramme

SIS 25.5.2010 – Ob mit Glatze oder roter Perücke, Bridge Markland ist die ungekrönte Königin der queeren Playbacktheaterlandschaft. Ein Interview mit der Performerin, die zu ihrem Jubiläum das deutsch-englische Programm „bridgeland zwei“ zeigt.

Bridge, kannst du dich noch an deine Bühnenanfänge 1985 erinnern? Damals habe ich bei einem Ausdruckstanzseminar in der Akademie der Künste mitgemacht und dort ganz viele Leute kennengelernt. Da lebten sogar noch etliche  Ausdruckstänzerinnen und -tänzer der 20er Jahre. Mit zwei Frauen fühlte ich mich sehr verbunden und wir gründeten eine Gruppe. Am Anfang waren wir zu fünft. Wir coachten uns gegenseitig und philosophierten, was wir so alles machen wollen und es war von Anfang an klar, dass wir Tanz, Theater, Performance und Kabarett  verbinden wollten in einer nahtlosen Form, immer genreübergreifend.

Wann wart ihr zum ersten Mal auf der Bühne zu sehen? Das war 1985, genau an Pfingsten. Wir spielten unser erstes Stück „die Hand" in der Tanzfabrik. Ich hatte damals noch einen roten Bubikopf, denn ich war ein großer Fan der 20er-Jahre-Stummfilme und habe dementsprechend viel an der Wand gestanden und Stummfilmexpressionen im Programm gehabt. Ab 1992 fing ich an, Solo zu arbeiten und reiste damals viel nach New York, wo ich mich sozusagen in Sachen One-Woman-Show und queer Performance weiter gebildet habe.

Heute vereinst du klassisches Theater mit queerer Performance in deinen Programmen Faust oder Krug in the Box. Ja, ich mache eine Mischung aus Methoden, die man in der Travestie, in Dragshows, als Dragking oder  Dragqueen benutzt. Ich bin ein großer Fan von Playbackshows, seit ich 17 bin und habe mich damals von einer brasilianischen Travestiegruppe animieren lassen, die ich fünfmal hintereinander angekuckt habe Und ich habe Playback immer als eine Kunstform empfunden. Ich singe auch ab und zu live, auch mit einer Band.

Ich spiele gerne auch ein-Frau-Shows, wobei ich dabei mehrere Rollen im schnellen Wechsel spiele. Es war ein langjähriger Wunsch von mir, Mephisto zu spielen. Weil mich keiner dafür engagiert, mach ich ihn eben selbst – und den Faust und Gretchen eben auch noch.

Das Gefühls- und Ausdrucksspektrum dieser Figuren ist für mich eine Bereicherung, es ist ja in uns drin, schließlich sind wir ja alle ein bisschen multipel.

Interview: Andrea Winter

27.–29.5., 19.30 Uhr, Theater O-TonArt

Mehr zur Location: O-TonArt


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