Siegessäule - Reinster Pop: Frédéric Gies über sein Tanzstück „Album“

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Bühne

Reinster Pop: Frédéric Gies über sein Tanzstück „Album“


In seinem neuen Stück reflektiert er die schwule Kultur Berlins. Im Interview mit siegessäule.de berichtet er darüber, was ihn inspiriert

© Yusuf Etiman

SIS 29.9.09 –

SIS: Auf dem Cover für „Album“ posierst du wie einst Jennifer Beal in „Flashdance“? Warum gerade sie? Frédéric Gies: Damals als kleiner Junge habe ich diesen Film gelicbt! Für das Cover wollte ich einen Bezug, der nicht aus der Geschichte des Tanzes kommt, sondern, passend zum Thema, aus der Pop-Kultur.

Was war deine erste eigene Platte? Ich fürchte es war ein Album von Sade – peinlicherweise. Lange Zeit habe ich als Heranwachsender an der Musik partizipiert, die meine ältere Schwester gehört hat. Später bin ich dann gerne auf Konzerte gegangen, von PJ Harvey zum Beispiel oder den Peaches, immer ganz vorne in der tanzenden Menge. Mit „Album“ versuche ich, diese besonderen Energien auf die Tanzbühne zu übertragen.

Wie hast du die einzelnen Stücke kreiert? Schon als kleiner Junge habe ich ständig zu Hause rumgetanzt. Eigentlich hat sich seitdem meine Arbeitsweise kaum geändert. Auch die Stücke für „Album“ habe ich spontan entwickelt, zu Hause oder im Hotelzimmer. Immer wenn ich launisch, wütend, depressiv, euphorisch oder verliebt war, habe ich ein neues Stück ‚komponiert’.

Was hat der Zuschauer von deinen emotionalen Zuständen? Bei „Album“ geht es darum, wie Tanz als Übermittler von Emotionen fungieren kann – und wie der Zuschauer darauf reagiert. Ich versuche dabei aber klare Festlegungen zu vermeiden. Ich mag es nicht, wenn das Publikum in klar definierte Gefühlslagen hineingedrängt wird.

Wie würdest du reagieren, wenn ein Zuschauer spontan zu dir auf die Tanzfläche kommt und mittanzt? Ich würde ihn von der Bühne schupsen! Auch wenn ich an einer direkten Beziehung zum Publikum arbeite – so weit soll es dann doch nicht gehen!

Was macht deine Performance so interessant für ein queeres Publikum? Mein Stück reflektiert sehr stark mein Leben in Berlin und die schwule Kultur hier. Ein Stück auf der DVD ist bei Monster Ronson’s Karaoke aufgenommen, meiner Lieblingsbar Die Musik stammt von Berliner Djs. Mein Auftreten, meine Kleidung, die sibernen Leggins oder die knappen Shorts: das alles ist schon sehr camp. Und: Ich nehme mich selbst nicht allzu ernst. Es darf auch gelacht werden!

Interview: Torsten Träger

„Album“ (Practicable), Getanztes Konzert 22.–25.10., 29.–31.10.,
21.30 Uhr, Sophiensaele


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