Siegessäule - „Roemisch Fuenf – Die Sandalenshow“, O-Ton Piraten, 12.-14.2.

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Bühne

„Roemisch Fuenf – Die Sandalenshow“, O-Ton Piraten, 12.-14.2.


Wieder im September im Theater Schalotte

SIS im Februar 2009. Die O-TonPiraten sind bekannt dafür, dass sie Filmfans sind, gerne Archive plündern und zündende Bühnenshows abliefern. Sie sind die einzige Truppe, deren Programm es verdient, als Playbacktheater bezeichnet zu werden. Gut, dass es sie gibt; 2009 feiern sie ihr zehn-jähriges Bestehen. Für das aktuelle Stück „Roemisch Fuenf – Die Sandalenshow“ haben sie sich das Genre Historienfilm vorgenommen. Monumental, kolossal, museal geht es zu auf der Bühne des Café Theater Schalotte, dem traditionellen Premierenhaus der Piraten. Geschwindigkeit ist wie immer keine Hexerei, nahtlos geben sich der Sklave Pseudolus und Kaiser Nero, Judah Ben Hur und Messala, Caesar und Cleopatra die Klinke der einzigen Tür im Bühnenbild in die Hand. Die Quellen für die passenden O-Töne reichen von Mel Brooks bis Mireille Mathieu, von Sophia Loren bis Walt Disney. Damit die Szenen einen roten Faden bekommen, hat der Schauspieler Lutz Mackensy als Erzähler verbindende Worte eingesprochen. Doch auch hier dominiert die Ironie: Der Erzähler klingt zuweilen leicht verwirrt und kann der Handlung scheinbar nicht immer folgen. Aber schließlich gibt die Show auch nicht eine durchgehende Geschichte wieder, sondern ist ein Streifzug durch das Best-of des Sandalenfilms.

War man gerade noch auf dem römischen Sklavenmarkt, ist man plötzlich in einer Art prähistorischem „Cage aux Folles“, kurz darauf erinnern manche der Liebessklavinnen in einem antiken Freudenhaus verdächtig an Ikonen wie Hilde oder Marlene und werden gleich anständig demontiert. Galeerensträflinge, Sklavinnen, Imperatoren, herrische Frauen und dämliche Männer taumeln tanzend durch ein prall gefülltes Schall- und Zitatenarchiv, bis die Säulen wackeln, zum Finale hin sogar richtig. Das ist aber nur einer von unzähligen Einfällen und Effekten, die die O-Töne um die entsprechende Optik bereichern. Allerdings: Vor lauter Monumentalismus trägt der Soundtrack bei manchen Passagen doch sehr dick auf bei eben doch nur fünf Realpersonen. Und mancher Dialog hätte gut noch ‘nen Schnitt vertragen. 

Die fünf Darsteller Theodor van den Boom, André Fischer, Chrille Fritz, Tillmann C. Jakob und Jochen Paul tummeln sich in bewährter Manier so schnell und vielseitig auf der Bühne, dass man sich wundert, wie diese Umzüge zu schaffen sind. Bestechend wie immer ist die Lippensynchronität. Mit Schaudern denkt man dabei an Stars wie Harald Juhnke, der die hohe Kunst des Vollplaybacks nie beherrscht hat.

fh

Café Theater Schalotte,wieder im September

O-Ton-Piraten


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