Siegessäule - „Schräg sein dürfen” – Made in Berlin im Wintergarten

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Bühne

„Schräg sein dürfen” – Made in Berlin im Wintergarten


„Made in Berlin“ bietet mit Tanz und Artistik modernes Varieté. Ein Interview mit Regisseur Markus Pabst

© Guido Woller Markus Papst führt Regie bei „Made in Berlin”

SIS im August 2010 – Markus, wie bist du zum Varieté gekommen? Als Kind habe ich mir im Staatstheater Darmstadt viele Stücke angeschaut, das hat mich unheimlich interessiert. Ich wollte Regisseur werden. Mit 16 kam ich nach Berlin. Während des Abiturs habe ich mit Freunden ein Theater aufgemacht, nicht wirklich profitabel. Bis wir irgendwann gemerkt haben, dass man mit Sachen wie Jonglieren oder Zauberei Geld verdienen konnte.

Wie gelang der Sprung ins Showgeschäft? Unterstützt durch die UFA-Fabrik haben wir 1991 unsere erste Show gemacht, sie hieß Power, und wir hatten BMX-Räder und Skateboards zu Rockmusik auf der Bühne. In der Zeit lebte Varieté in Deutschland wieder auf. Wir waren von Anfang an dabei, aber mehr das junge, schräge Varieté, weshalb die sich etablierende Szene ein wenig Angst vor uns hatte. Natürlich waren wir damals noch nicht so professionell.

Deine Show „Made in Berlin“ gastiert im Wintergarten, einem traditionsbewussten Ort. Wie passt das zusammen? Über die Jahre wurden wir etablierter, haben uns aber behalten, schräg sein zu dürfen. Dadurch genießen wir heute einen Superbonus. Der Wintergarten ist auf mich zugekommen und hat mir recht freie Hand gelassen. Die Strategie: Einerseits will man sein Stammpublikum nicht verschrecken, aber auch neues gewinnen. Ich glaube, mit dieser klug gewählten Show geht das auch auf. Wir geben Lebensgefühle dieser Stadt wieder, bringen Themen, die uns Spaß machen, und überspitzen alles. Wie der Name es sagt, geht es darum, Acts zu zeigen, die hier entstehen und international bestehen können.

Berlin stand immer für große Shows. Siehst du dich in der Tradition? Die Shows von damals waren viel frecher, als man heute meint. Josephine Bakers Bananentanz oder der Cancan, der von hier kommt. Die haben den früher nackt getanzt, in langen Röcken, ohne Schlüpfer. Daher die Bedeutung des Beinhochschmeißens. Ich glaube, wenn man es mit Charme verpackt, kann man eh nichts falsch machen.

Du arbeitest oft mit jungen Leuten zusammen, warum? Von denen kommen die kreativen Ideen. Wenn man sie ernst nimmt und seine eigenen Erfahrungen mit reinbringt, entstehen tolle Sachen.

Interview: sisa

Wieder ab 14.7., Mi–Sa 20 Uhr, So 18 Uhr, Wintergarten

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