Siegessäule - „Tribute to Jacques Brel“ im Admiralspalast im April

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„Tribute to Jacques Brel“ im Admiralspalast im April


Zazie de Paris und Cornelis Voogdt feiern Jacques Brels 80. Geburtstag mit Chansons

© Rainer Elstermann

SIS im April 2009. Jacques Brel und Zazie de Paris, da treffen zwei Legenden aufeinander, denn noch heute gilt der Belgier als größter Chansonnier. Die transsexuelle Künstlerin Zazie wuchs in Frankreich und Israel auf, erhielt ab dem achten Lebensjahr eine Ballettausbildung an der Pariser Oper, tanzte als Serge bei Maurice Béjart und zog vor 35 Jahren als Zazie de Paris nach Berlin. Als Schauspielerin und Sängerin schrieb sie deutsche Theatergeschichte, sie spielte bei den Salzburger Festspielen, an namhaften Bühnen und mit großen Regisseuren wie Peter Zadek und Werner Schroeter oder in Wieland Specks Film „Westler“. Jetzt
singt sie mit dem Niederländer Cornelis Voogdt „A Tribute to Brel“.

SIS: Welche Chansons von Brel habt ihr ausgesucht?

Cornelis: Chansons, die wir schon lange kennen, etwa „Ne me quitte pas“ oder „Amsterdam“. Wir singen auch andere, die dem deutschen Publikum vielleicht nicht so bekannt sind.

Das sind einige der berühmtesten Chansons von Brel. Wie interpretiert man ihn heute?

Zazie: Brel hat sich nicht gescheut, seine Kritik gegenüber der Bourgeoisie zu äußern, weil er fand, dass Liebe und Erotik überall einen Platz haben. Das macht Brel lebendig, es gibt unzählige Arten der Interpretation. Wir machen die Show zusammen mit dem Ensemble Piaccordia, das sind fünf Musiker, Akkordeon, Bass, Mandoline, Cello und Geige. Diese konzertistische Darstellung
ist bei Brel nicht bekannt, es ist etwas Neues und deswegen macht es Spaß. Manche Rhythmen und Tonarten haben wir geändert, aber wir bleiben natürlich nah an Brel.

Warum ist er auch 30 Jahre nach seinem Tod noch ein Mythos?

Zazie: Seine Chansons sind so rührend, weil sie universelle Geschichten erzählen, z. B. in „Amsterdam“. Der Text ist toll, auch die Beschreibung des Milieus und der Hafenatmosphäre. Wenn wir die Augen zumachen, sehen wir die Nutten, die Matrosen, die einsamen Seelen, die Besoffenen. Man spürt die extreme Erotisierung der Matrosen.

Diese aufgeladene Atmosphäre ist ziemlich queer.

Zazie: Das ist eine queere Thematik und eine queere Fantasie, da braucht man nur an Jean Genet und sein „Querelle“ zu denken. Sobald irgendetwas am Sexakt zusammengeschnürt ist mit Sehnsucht und mit Liebe, ist es aber auch universal.

Brels Auftritte waren theatralisch: Er galt als Orkan, als singendes Tier. Bei jedem Auftritt verlor er ein Kilo Gewicht. Tut ihr das auch?

Zazie: Brel war sein eigener Interpret, er sagte, dass ein Künstler, der nicht schwitzen kann, keine echte Kunst macht. Sobald er schwitzte, hatte er das Gefühl, etwas zu geben. Wir fühlen uns als Erben und interpretieren ihn, aber wir verlieren nicht zehn Kilo am Abend, das kann man aber spielerisch als Intention.

Wann spielst du mal wieder Theater?

Zazie: Ich bin zurzeit in der ersten deutschen Internet-Soap zu sehen, in torstrasse-intim, als Wahrsagerin Madame Pythia.

Du bist auch in der Filmbranche gefragt.

Zazie: Ja, in Quentin Tarantinos Film „Inglorious Bastards“ war ich gerade der French Coach.

Wie war’s mit Brad Pitt?

Zazie: Ich hatte leider nur einen Satz mit ihm.

Interview: aw

„Tribute to Jacques Brel“, Admiralspalast Studio, 3.–4.4., 20.30 Uhr, Karten kaufen


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