Siegessäule - Filmfestival Asian Hot Shots, 13.-18.1.

Film

Filmfestival Asian Hot Shots, 13.-18.1.


Film „Roxxxanne“

SIS im Jan 2009. Schon im Berlinale-Vormonat gibt das Filmfestival Asian Hot Shots einen kosmopolitischen Vorgeschmack aufs Kino aus dem großen Rest der Welt. Und wie im letzten Jahr hat das umfassende Programm auch diesmal neben zahlreichen heterosexuellen Streifen wieder hochkarätige Lesben- und Schwulenfilme im Angebot. Asien ist der größte Kontinent, dort gibt es ländertypisch heterogene queere Communitys und natürlich auch eine lebendige Filmszene.


„Hatsukoi“ heißt auf Deutsch erste Liebe – und darum geht es im gleichnamigen japanischen Streifen von Regisseur Koichi Imaizumi. Aber nicht nur: Der Abiturient Tadashi ist in seinen Mitschüler Kota verliebt; seine  Klassenkameraden machen sich über die „Schwuchtel“ lustig. Kota ist abgeturnt, Tadashi zutiefst verletzt. Dann lernt er das schwule Paar Hiroki und Shinji kennen. Mit Themen wie Coming-out und Homo-Ehe spiegelt der Film einerseits den Zeitgeist im Land des Lächelns wider, bringt aber auch romantische Streicheleinheiten und Hardcore-Sexszenen auf die Leinwand.


Im Mittelpunkt von Jun Lanas „Roxxxanne“ (Philippinen) steht ebenfalls ein Teenager. Marlon ist nicht offen schwul und sammelt Sexvideos von weiblichen Celebritys. Das hat Konsequenzen, die die Handlung auf einen gewalttätigen Höhepunkt treiben. Seine Europapremiere erlebt Lim May Lings Dokumentarfilm „Women Who Love Women – Conversations in Singapore“. Der Dokumentarfilm über lesbische Liebe  dauert 65 Minuten, drei junge Frauen erzählen ihre Erfahrungen nach dem Coming-out: Nonstop, geradlinig geschnitten und direkt in die Kamera.

So weltoffen und tolerant, wie sich Singapur gerne gibt, ist der Einwanderungs- und Stadtstaat nicht. Die Freizügigkeit hat enge Grenzen: Gleichgeschlechtliche Liebe bleibt strafbar. Das Strafgesetzbuch erklärt Sex unter Männern als „widernatürlich“ und sieht Haftstrafen von bis zu zwei Jahren vor – jedenfalls in der Theorie. Wegen der offen positiven Darstellung lesbischer Lebensformen verpassten die Zensoren „Women Who Love Women“ ein R21-Rating, das heißt, dass künftig nur wenige unabhängige Kinos in Singapur den Film zeigen können; als DVD darf er nicht vertrieben werden. Auf dem letzten Filmfest in Singapur war diese Lesben-Doku der absolute Publikumsmagnet.
Andrea Winter

Asian Hot Shots, 13.–18.1., Babylon Mitte  
15.1.: 18 Uhr „Roxxxanne“, Phil. 2007, 20.30 Uhr
„Women Who Love Women“, Singapur 2007,
22 Uhr „Hatsukoi“ , Japan 2007,
17.1.: 17 Uhr Zensurpanel mit John Badalu, Li Yifan und einem Gast aus Singapur, 18 Uhr Queer Shorts
mit Einführung von John Badalu