Siegessäule - Mysteriöse Liebesgeschichte: „Ghosted“

Film

Mysteriöse Liebesgeschichte: „Ghosted“


Der neue Film von Monika Treut ist Krimi, Mystery und Liebesfilm

SIS im April 2009 – Die deutsch-taiwanesische Koproduktion laviert zwischen Krimi, Liebesfilm und Mysterythriller. Der gewaltsame Tod ihrer Geliebten Ai-ling (Huan-Ru Ke) wirft die Hamburger Künstlerin Sophie Schmitt (Inga Busch) komplett aus der Bahn. Sie widmet ihrer Liebsten eine Videoinstallation.

Als das Werk in Taipeh gezeigt wird, erregt die Journalistin Mei-li (Ting-Ting Hu) Sophies Aufmerksamkeit. Sie reist nach einem missglückten Verführungsversuch Mei-lis übereilt nach Hamburg zurück. Wenige Tage später steht Mei-li vor ihrer Tür. Die Situation eskaliert, als Sophie herausfindet, dass ihre mysteriöse Verehrerin weder für die Zeitung arbeitet, noch jemals in Deutschland eingereist ist.

Nach Dokumentationen wie „Female Misbehavior“ und „Gendernauts“ oder Spielfilmen wie „Die Jungfrauenmaschine“ bewegt sich Monika Treut hier auf ungewöhnlichem Terrain. Der Film wirkt durchweg sonderbar unwirklich, die Liebes- geschichte wird in Rückblenden erzählt und vermischt so zeitliche und kulturelle Ebenen. Viele angerissene Stränge bleiben im Raum hängen, so wie auch das Gefühl, dass hier vielleicht etwas zu viel Botschaft untergebracht werden sollte.

Im Gegensatz zu anderen Filmen von Treut wartet „Ghosted“ mit überzahmen Sexszenen auf und legt den Schwerpunkt auf die Diskrepanzen, die das Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Kulturen auslösen kann. Das Gemeinschaftsgefühl der Asiatin steht dem westlichen Vereinzelungsdrang der Deutschen gegenüber – gefangen zwischen Welten, die nicht nur von dieser Welt sind.                    

Tania Witte                                              
Kinostart: Ende April

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