Siegessäule - „Rubbeldiekatz” mit Matthias Schweighöfer

Film

„Rubbeldiekatz” mit Matthias Schweighöfer


Matthias Schweighöfer brilliert im Fummel in der neuen Detlev-Buck-Produktion „Rubbeldiekatz“, noch im Kino

siegessaeule.de 12.12.2012 – Detlev Buck hat eine Verkleidungskomödie gedreht, die unerklärlicherweise „Rubbeldiekatz“ heißt. Der Film ist dann doch besser als der Titel. Hauptsächlich dank Matthias Schweighöfer, der nach seiner Männerkomödie „What A Man“ jetzt als Frau ins Kino kommt und sich als Stilikone für unbeholfene Kreuzberger Cross-Dresserinnen empfiehlt.

Der Schauspieler Alexander (Schweighöfer) feiert in einem kleinen Berliner Theater Triumphe als „Charleys Tante“. Der große Karrieresprung ist aber nicht in Aussicht – bis die Einladung zum Vorsprechen für einen richtig fetten Film kommt. Leider wird eine SchauspielerIN gesucht. Auf Drängen seines Bruders und Managers (Detlev Buck) geht Alexander als Alexandra hin – und bekommt den Part. Doch Schock bei der ersten Leseprobe: Die Hauptdarstellerin Sarah Voss (Alexandra Maria Lara) ist seit einem leidlich gelungenen One-Night-Stand sein Love Interest. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr aus den genreüblichen Verwicklungen.

Schweighöfer macht eine atemberaubend gute Figur

Matthias Schweighöfer macht eine so atemberaubend gute Figur, dass man willig hinnimmt, wie die Männermotten um sie herumschwirren. Andererseits haut die Chemie zwischen Sarah und AlexandER nicht hin. Als beste Freundinnen funktionieren die beiden dagegen immer besser, was dem Ganzen ein nettes Potenzial verleihen könnte. Schweighöfer ist das Beste an diesem Film, denn seine Darstellung ist weit entfernt vom üblichen Travestieklamauk. Auf die Leiden der Verwandlung wie die Beinrasur wird nur kurz eingegangen, auch muss der „Mann-als-Frau“ nicht auf den High Heels torkeln – es sei denn, Alexandra hat einen im Tee. Es ist ein Vergnügen zu beobachten, wie sich jemand offensichtlich viele Gedanken gemacht hat, um eben keine Kopie von Dustin Hoffmans „Tootsie“ abzuliefern.

Für das Klamottige sind die anderen zuständig. Zum Beispiel der unerfreulich überdrehte Regisseur (Joachim Meyerhoff) oder Alexandras jecker Filmpartner (Max Giermann), der auch noch Adolf Hitler spielt. Ja, der Film im Film spielt im „Dritten Reich“, das ja seit ein paar Jahren Comedy-Status zu genießen scheint. Warum, weiß keiner.

Als Nebenfiguren gibt es quietschige schwule Maskenbildner, cruisende Homos im Tiergarten (u. a. Christoph Marti aka Ursli Pfister), Gerhard Winterle (von der legendären „Preddy Show Campany“) endlich wieder in Drag – und Eva Padberg. Mit mehr Mut zum Grenzgang wäre hier noch einiges rauszuholen gewesen, aber dann wäre es kein Film für den ­Main­s­­tream und auch keiner von Detlev Buck. 
Frank Hermann

„Rubbeldiekatz“ mit Matthias Schweighöfer (Foto), jetzt im Kino,hier die Termine