Siegessäule - Starbesetzung: „Pippa Lee”, jetzt im Kino

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Starbesetzung: „Pippa Lee”, jetzt im Kino


Rebecca Miller mit einem Film über den mangelnden Handlungsspielraum von Frauen, mit Robin Wright Penn, Keanu Reeves, Winona Ryder und Julianne Moore

SIS 30.6.2010 – Bei der Starbesetzung von „The Private Lives of Pippa Lee” mit Robin Wright Penn, Keanu Reeves, Winona Ryder oder Julianne Moore ist die Erwartungshaltung hoch. Überrascht wird man von einem sympathischen Film, der eher dem französischen als dem pompösen Hollywood-Kino nahekommt. Bei der Verfilmung ihres gleichnamigen Romans führt Rebecca Miller selbst Regie und beleuchtet das Dasein einer Ehegattin und Mutter.

Pippa Lee ist die 30 Jahre jüngere Gattin eines Verlegers und das Vorzeigebeispiel der empathischen Hausfrau. Doch als die Kinder wegziehen und der Haushalt im Rentenressort nicht mehr viel Arbeit macht, beginnt der Systemfehler. In Rückblenden und Traumsequenzen erfahren wir von Pippas früherem Leben; ihr Weg ist quasi eine Erklärung der Machtlosigkeit: Als Jugendliche erfährt sie, dass ihre Mutter nur durch extensiven Amphetaminmissbrauch das Bild einer intakten Hausfrau aufrechterhält. Als Reaktion auf diese Verlogenheit verlässt Pippa das Elternhaus und findet bei ihrer lesbischen Tante Zuflucht, die mit Kat (Julianne Moore) zusammen ist, die die kleine Pippa anbaggert und zum Model für pornografische SM-Spiele macht. Julianne Moore spielt eine spannende, latent verruchte Figur.

Später lungert Pippa als verlorene Seele mit Hippies herum; schließlich findet ihr promiskes Wesen beim erfolgreichen Verleger einen sicheren Hafen. Es scheint, als könnte sie nur auf ein Leben zurückblicken, in dem sie verschiedene Frauenrollen durchgespielt hat. Erst ein Flirt mit ihrem Nachbarn kündigt an, dass der Ausbruch naht, doch der eigentliche Befreiungsschlag fällt lauwarm aus, denn Pippa haut erst ab, als ihr Mann gestorben ist.

„The Private Lives of Pippa Lee” gehört zu den feministischen Filmen, die den mangelnden Handlungsspielraum von Frauen so sehr betonen, dass am Ende eher die Unmündigkeit der Frau im Vordergrund steht und nicht die Emanzipation der Figur. Wünschenswert und konsequent wäre es gewesen, Pippas lang erwarteten Bruch nicht allein durch das Glück an der Seite eines Prinzen aufzulösen.

Margarita Tsonumos/tw

„Pippa Lee”, seit 1.7. im Kino, hier zu den Berliner Kinoterminen des Films

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