Film
The Green Hornet: „Deppenmentalität der Supermachos“
Die Darsteller im Online-Interview über die vielen schwulen Anspielungen im neuen Superhelden-Blockbuster
SIS 13.1.2011 – Britt Reid (Seth Rogen) erbt überraschend ein Medienimperium. Bisher exzessiver Partyhengst, möchte er nun etwas Sinnvolles in seinem Leben tun: Verbrechen bekämpfen. Mit Diener Kato (Jay Chou) streift er als Superheld „Green Hornet“ durch die Straßen, um Kriminelle aufzumischen. Kato erledigt alles: er konstruiert die coolen Waffen, er lenkt das Superhelden-Auto, er besiegt jeden Angreifer. Unterstützt wird das ungleiche Paar von Britts Sekretärin Lenore (Cameron Diaz), um die Britt heftig und vergeblich buhlt.
Der Kinofilm rund um den Superhelden Green Hornet (die grüne Hornisse) – ursprüngliche eine Radioserie Ende der 30er Jahre in den USA – überzeugt nicht wirklich. Auffällig sind aber die vielen schwulen Anspielungen im Film. So befürchtet Britt häufig, versehentlich für schwul gehalten zu werden. Doofes Machogefasel oder doch eine subtile Strategie der Filmemacher?
Siegessäule Online befragte die Filmstars, ob es sie überraschen würde, wenn der Superheld eines Tages sein Coming-Out hätte?
Seth Rogen: Ein Coming-Out? Das wäre fantastisch, das sollten wir uns für das Sequel überlegen.
Jay Chou: Die Frage ist interessant. Die Freundschaft zwischen den beiden Männern ist viel wichtiger, als die Liebesszenen, die mit Lenore nie stattgefunden haben. Es wäre also kein großes Problem, würde er sich wirklich outen.
Cameron Diaz: Mich würde das auch nicht überraschen. Britt versucht ja ständig etwas „überzukompensieren“ in seiner besonders männlichen Männlichkeit. Das kennen wir doch auch von einigen Leuten im richtigen Leben, nicht wahr?
sis online: Was sagt der Drehbuchautor dazu?
Evan Goldberg: Unter uns, ich wollte, dass Britt am Schluss schwul wird. Aber so weit sind wir dann nicht gegangen. In den Filmen von Seth Rogen und mir gibt es aber immer diese Anspielungen.
sis online: Was interessiert euch daran?
Evan Goldberg: Amerikaner sind nicht gerade supercool, was Homosexualität betrifft. Ich als Kanadier finde das komisch. In Kanada dürfen Schwule heiraten. In den USA haben sie solche Ehen jetzt verboten. Bescheuert. Wir machen uns darüber lustig, passen aber auf, dass diese Pointen nicht als Spott gegenüber Homosexuellen verstanden werden. Diese Deppenmentalität der Super-Machos wollen wir persiflieren, denen beim Stichwort Homosexualität ungemütlich wird, die keinen unverkrampften Umgang damit haben können.
sis online: Gehen diese Pointen immer durch?
Evan Goldberg: In einer Szene schrieben wir „He's my man in an non-homosexual way“. Da machten wir die Erfahrung: Sobald das Wort homosexuell auftaucht, gefällt es den Leuten nicht mehr. Wir durften alles machen, bis auf das Wort homosexuell. Es ist, als wären wir in ihren Köpfen zu weit gegangen. Das ist psychologisch interessant, finde ich.
Interviews: Peter Fuchs
hier zu den Kinoterminen in Berlin
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