Siegessäule - Trans* und Inter* fordern Beteiligung an Hirschfeld-Stiftung

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Trans* und Inter* fordern Beteiligung an Hirschfeld-Stiftung


Dem Berliner Verein Triq reichen keine Absichtserklärungen, auch das Kuratorium soll vielfältig besetzt werden

Eine frühe Aufklärungsschrift von Magnus Hirschfeld

Siegessaeule.de 29.10.2011 – Kaum ist die Gründung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung beschlossen, wird Kritik laut: Der Berliner Verein „TransInterQueer“ (Triq) stellt eine Reduzierung und „einseitige Ausrichtung der Stiftung auf Homosexualität“ fest und kritisiert in einer Pressemitteilung, dass „keine Trans*Inter*-Vertreter und -Vertreterinnen in die Stiftungsgründung miteinbezogen wurden.“ Auch in der Satzung „fehlen Transgender, Transsexuelle und intergeschlechtliche Menschen und damit wesentliches. Dies dürfte nicht im Sinne des Namensgebers sein“, so Triq. Der Sexualwissenschaftler Hirschfeld hatte die Idee der sexuellen Zwischenstufen in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte eingeführt.

Mit der Gründung der Stiftung im August 2011 wurde ein Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2000 umgesetzt. Stifterin ist die Bundesrepublik Deutschland (siegessaeule.de berichtete hier). Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte in der Zielbeschreibung der Stiftung Trans* allerdings keinesfalls außen vor gelassen: „Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender in Deutschland abzubauen.“

Trans*-Themen müssen in der Stiftung institutionalisiert werden, so Triq

Gegenüber Siegessaeule.de sagt ein Sprecher von Triq, es sei zwar „ein gutes Zeichen, dass die Bundesjustizministerin Trans*Inter*-Themen gegenüber offen auftrete“, aber das reiche nicht: „Die Beteiligung von Trans* und Inter* muss institutionalisiert werden, denn wir wissen nicht, ob der nächste Justizminister oder die nächste Justizministerin unser Dazugehören auch noch so sieht“. Daher sei es notwendig, dass die Thematik in die Satzung aufgenommen werde und dass Trans*-Organisationen in allen Gremien vertreten sind.

Wie unterdessen bekannt wurde, sind von Seiten des Justizministerium Trans*-VertreterInnen zwei Sitze im Beirat zugesichert worden. Dieses Gremium hat jedoch nur beratende Funktion. Die Entscheidung werden im Kuratorium getroffen, dort sind keine Trans*-Organisationen vertreten. Das Kuratorium setzt sich bisher aus 21 Mitgliedern zusammen, die von verschiedenen Interessengruppen kommen. Der LSVD ist dabei, ebenso die Initiative Queer Nations, das Jugendnetzwerk Lamdba, Homosexuelle und Kirche (HUK) und viele andere. Arbeitsaufnahme der Stiftung ist für den Jahresbeginn 2012 geplant, Stiftungssitz ist Berlin.   
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