Siegessäule - „Vision and Voice”: LGBT-Award zu Ehren von David Kato

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„Vision and Voice”: LGBT-Award zu Ehren von David Kato


Der im Januar 2011 ermordete ugandische LGBT-Aktivist David Kato wird mit einem nach ihm benannten Award geehrt

David Kato engagierte sich nicht nur für LGBT, sondern kämpfte für alle verfolgten Gruppen in seiner Heimat Uganda

siegessaeule.de 30.9.2011 – Zu Ehren von David Kato, dem im Januar 2011 ermordeten ugandischen LGBT-Aktivisten, ist nun ein Award ins Leben gerufen worden, der „David Kato Vision and Voice Award”. Mit ihm sollen jährlich Personen ausgezeichnet werden, die sich besonders couragiert und unter schweren Bedingungen für die Rechte von LGBT (Lesbian, Gay, Bi, Transgender) einsetzen. 

Ausgelobt wird der Preis von der International Planned Parenthood Federation (IPPF), einer Organisation, die weltweit auch für Frauen- und LGBT-Rechte eintritt. Zusätzliche Verleiherin des „Vision and Voice“ ist die Aktivistengruppe Sexual Minorities Uganda (SMUG), deren Mitarbeiter Kato war.

Ein Boulevardblatt outete 100 LGBT – mit tödlichen Folgen

2010 war Kato weit über Uganda hinaus bekannt geworden, als er gegen das ugandische Boulevardblatt „Rolling Stone“ (hat nichts mit dem gleichnamigen Musikmagazin zu tun)prozessierte. Auf dem Titelblatt war ein Foto von Kato abgedruckt worden, zusammen mit der Schlagzeile „Aufhängen“. Die Zeitschrift hatte Ugandas  „Top-100-Homos“ mit Namen und Wohnort geoutet, und verbreitet, diese würden „eine Million Kinder rekrutieren”. Das zog zahlreiche Morddrohungen an Schwulen und Lesben nach sich – im Falle Katos wurde die Drohung mit tödlichen Hammerschlägen Realität. 

Zuvor hatte Kato allerdings im Namen der SMUG erfolgreich gegen die Hetzkampagne geklagt. Ein ugandisches Gericht hatte entschieden, dass dortige Zeitungen keine Homosexuellen mehr outen dürfen.

Der nun erstmals ausgeschriebene David Kato Vision and Voice Award ist mit 10.000 US-Dollar dotiert. Über die Vergabe wird eine international besetzte Jury entscheiden. Vorschläge können bis Ende Oktober eingereicht werden.

Nadine Michel/cm

www.sexualminoritiesuganda.org