Berlinale 2010
ELSE Laudatorin 2010: Billa Christe
Mehrmals in der Woche steht Billa Christe mit den „Gorillas“ auf der Bühne. Die charismatische Schauspielerin beherrscht die hohe Kunst der Improvisation wie im Schlaf und braucht nur wenige Sekunden, dann hat sie ihr Publikum zum Lachen gebracht. Souverän und schnell wechselt die 37-Jährige zwischen den Figuren, sie ist der Inbegriff der multiplen Persönlichkeit, allerdings nur im Theater.
Zum Publikumsliebling avancierte sie durch ihren augenzwinkernden Sex-Appeal und die exponierte Rolle der Moderatorin bei den Weibershows: als pseudosadistische Domina entscheidet sie sardonisch-charmant über das Sein oder Nichtsein einer Mitspielerin. Ein- oder zweimal im Jahr stehen nur Frauen auf der Bühne, etwa bei der nächsten Weibershow im Rahmen des 10. Improfestivals (26.3–3.4) mit Schauspielerinnen aus aller Welt.
Billa Christe wuchs in Hessen auf und kam 1992 für ihre Schauspielausbildung nach Berlin. Sie spielte am Berliner Ensemble und in verschiedenen Off-Theatergruppen, bevor sie das Improtheater entdeckte. Aber auch Film und Fernsehen sind keine artfremden Medien für sie: In Heinrich Breloers Dokudrama „Todesspiel“ über die Schleyer-Entführung stand sie vor der Kamera, auch in anderen TV-Filmen, zuletzt in der ARD-Serie „Flughafenklinik“. Was das Kino betrifft, hatte sie ihren zielgruppenwirksamsten Auftritt 2006 im Kompilationsfilm „Lost in Generation“, und zwar als Dagmar in Martina Minette Dreiers Kurzfilm „Cherchez la butch". Ob die Butch gefunden wurde, weiß zumindest das Kino. (aw)
zurück






