Specials Archiv
Neue Reihe: Droht dem Berliner (queeren) Kiez das Ende?
Teil 1: Interview mit Klaus Lederer (DieLinke) über Stadtentwicklungspolitik, Mieterschutz und „Schmuddelkieze“
© Guido Wollner Klaus Lederer
siegessaeule.de 2.4.2011 – Die Aufwertung innerstädtischer Wohngebiete – auch unter dem Schlagwort Gentrifikation bekannt – geht auch an den queeren Communitys nicht spurlos vorbei. Schöneberg und Kreuzberg werden immer teurer, hier gibt es eine stete Zunahme von Luxussanierungen und Verdrängung langjähriger BewohnerInnen mit oft brachialen Mitteln. Prenzlauer Berg ist schon teuer und wird immer bürgerlicher. Kreuzkölln wird immer begehrter: Mit noch mittleren Preisen ist es das aktuelle Ziel von MieterInnen auf der Suche nach szenigem, bezahlbaren Wohnraum.
Die gesellschaftliche Kluft läuft dabei längst nicht mehr entlang des Merkmals hetero oder queer. Sondern entlang dem Kriterium wohlhabend oder weniger begütert. In Berlin kann sich damit nicht mehr jede Lesbe und jeder Schwule eine szenenahe Wohnung leisten. Sortieren sich also auch traditionell stark schwul und/oder lesbisch geprägte Kieze nach Einkommensgruppen neu? Ist der typische Berliner Kiez vielleicht sowieso bald am Ende? Und was kommt dann?
Unsere neue Serie befragt dazu PolitikerInnen, ExpertInnen und engagierte BerlinerInnen.
Wir starten mit Klaus Lederer, Berliner Landesvorsitzende der in Berlin mitregierenden Partei DieLinke.
SIS: Herr Lederer, Prenzlauer Berg ist ein Synonym für die Gentrifikation der Stadt und auch bestimmte Ecken von Friedrichshain werden durch Townhouseghettos „luxusverwüstet“. Lässt sich die Entmischung der Stadt noch aufhalten?
Klaus Lederer: Man sollte zumindest versuchen, hier politisch gegenzusteuern, statt diese Entwicklung nur achselzuckend hinzunehmen. Es gibt eine lange Kontinuität sozialdemokratischer Stadtentwicklungspolitik, die versucht hat, soziale Probleme in den Kiezen durch Aufwertung zu lösen. Der Wegzug von Besser- und Normalverdienenden sollte damit verhindert werden und damit auch die Entmischung der Kieze. Eine solche Entmischung kann aber auch durch Verdrängung von weniger begüterten Menschen entstehen. Dem müsste jetzt entgegengewirkt werden. Aber da vermisse ich ein ähnliches Engagement.
Auch in Schöneberg scheint dieser Prozess voll im Gange. Glauben Sie, dass Maßnahmen wie die vermehrten Kontrollen in Fetischbars Teil einer bewußten Strategie sind?
Aufwertungstendenzen gibt es in Schöneberg, generell in der City West, seit einigen Jahren. Und sicher empfinden Investoren das „Schmuddelimage“ als hinderlich für die Verwertung ihrer Immobilien und machen entsprechend Druck. Das trifft dann bei jenen auf offene Ohren, die sich wünschen, dass endlich auch die City-West so glänzen soll, wie Mitte und der Prenzlauer Berg. Übersehen wird, dass mit der Monokultur von luxussanierten Fassaden, auswechselbaren Touristen-Kneipen, Bioläden usw. auch schnell der besondere Reiz eines Kiezes flöten geht. Der liegt oft genug ja gerade in der Vielfalt.
Bei den Raucherkontrollen in den Darkrooms frage ich mich: ist das noch verhältnismäßig? Ich meine, das ist ein intimer Raum, in dem Beamte mit Taschenlampen nichts zu suchen haben. Das muss aber politisch diskutiert werden. Wir brauchen eine Behördenkultur, die diese Offenheit einschließt – man reitet nicht mit 3 oder 5 Polizeieinsatzfahrzeugen zur Amtshilfe für das Ordnungsamt in eine Szenekneipe ein. Das ist mindestens mangelnde Sensibilität.
Nun ist es in Schöneberg so, dass die queere Community nicht einig scheint, wie sie diesen Prozess bewertet – der schwule Eigentumsbesitzer hat vermutlich nichts gegen die Aufwertung seines Stadtteils.
Das ist doch eine Sehnsucht nach Friedhofsruhe, aber diese Ruhe wird zurückschlagen. Denn das, was Berlin eigentlich auszeichnet, ist dadurch bedroht: die Akzeptanz, der Respekt vor Unterschiedlichkeit. Die Probleme entstehen aber nicht nur in der Politik: Wenn immer mehr Wohnungen von Privatleuten angemietet werden, um dann als Ferienwohnungen vermietet zu werden, wird auch dadurch bezahlbarer Wohnraum immer knapper.
Wie schätzen sie die Entwicklung ein: Werden einkommensschwächere schwule Männer es sich zukünftig nicht mehr leisten können, in traditionell schwulen Kiezen zu leben? Was ja eine sehr konkrete Auswirkung von Stadtentwicklung auf die Lebensqualität wäre ...
Das ist doch heute zum Teil schon so. Anders als früher geht offen gelebte Homosexualität ja nicht mehr mit einem Ausschluss aus der „besseren Gesellschaft“ einher. Und nach dem Theoretiker Richard Florida gelten ja Gegenden mit einem hohen Anteil von Schwulen als besonders „attraktiv“. Insofern ist genau das zu befürchten: dass Menschen mit geringeren Einkommen hier verdrängt werden.
Welche Wege geht DieLinke, um Berlin zu gestalten?
Die zentrale Frage ist, wie wir dem sozialen Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegenwirken, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können. Ganz entscheidend ist dabei, Entsolidarisierung zu verhindern: zwischen den vielen Geringverdienenden, auf Transferleistungen Angewiesenen und jenen, denen es noch einigermaßen gut geht. Denn es die Angst vor dem sozialen Absturz, die Ressentiments gegen alle erzeugt, die aus der Norm fallen. Gegen Arme, MigrantInnen, aber im Zweifel auch gegen Schwule, Lesben, Transen usw. Aber auch soziale Sicherheit führt nicht automatisch zu Solidarität und dem Wegfall von Ausgrenzungen. Deshalb haben wir ja gemeinsam mit der SPD und Initiativen der Community die Initiative für Akzeptanz sexueller Vielfalt auf die Schiene gebracht: zur Stärkung von Bildung, Selbstbestimmung und zivilgesellschaftlichem Engagement. Soziale Gerechtigkeit und Demokratie gehören für uns da zusammen. Das fortzusetzen ist für uns zentral.
Welche konkreten Ideen und Ziele für das Zusammenleben, für Stadtentwicklung verfolgt die Partei DieLinke?
Wir haben Initiativen zur Dämpfung der Mietsteigerungen einen breiten Raum gewidmet. Das reicht vom besseren Kündigungsschutz bei Eigentumsumwandlungen über Vorschläge zur Begrenzung von Mieterhöhungen bei Modernisierungen bis hin zu einer stärkeren sozialen Ausrichtung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Die sollen sich beispielsweise bei Neuvermietungen am Mietspiegel orientieren – nicht danach, was der Markt hergibt.
Die städtische Infrastruktur – Wasser, Nahverkehr, Müllabfuhr, Energie – gehört unter demokratische Kontrolle, damit sie für alle zu guten Bedingungen zur Verfügung steht, statt Renditeinteressen zu dienen. Wer meint, das habe mit Stadtentwicklung nichts zu tun, der schaue sich mal in anderen Metropolen dieser Welt um. Da hat Berlin etwas zu verlieren.
Interview: Christian Mentz
Kommentare
@wir haben....
Ein schön zu lesender Text mit wunderbaren Wortspielereien aus der Vorurteilskiste und natürlich dem Weltverbesserertum. Leider aber an der Realität völlig vorbei. Weder ein Anhänger dieses Herrn Westerwelle, obwohl ja viele Schwule ihn zu Zeiten der Opposition gut fanden. Das Motto war ja - „ist ja einer von uns“. Er darf dann halt nur nicht an die Macht kommen.
Des weiteren überhaupt keine Ambitionen sich eventuell mit einem Publikumswirksamen Satz wie „Ich bin schwul und das ist gut so“, in irgendwelche Positionen in der Politik zu manövrieren. Selbstverständlich auch überhaupt keinen Bedarf eine Minderheit für irgendwelche politischen Zwecke zu missbrauchen. Davon gibt es schon genügend in dieser Stadt.
Allerdings mit der realen Sicht auf eine sich verändernde Stadt und ihrer Bewohner. Dazu auch kein Befürworter von künstlichen geschaffener Welten – die nix anderes sind, als die Wiederauferstehung von dem Begriff des Schutzes der Heimat. Man gibt dem Kind dann halt nur einen anderen Namen. Natürlich zeigt man sich in Tracht und feiert Feste, die in ihrer Form doch an einen Heimatabend im ländlichen Raum erinnern. Aber man(n) will ja „Anders“ sein. Da schlägt einem das Konservative fast direkt ins Gesicht, halt nur in einer anderen Interpretation.
von: BerlinerBürger, 03.04.2011 10:28 Uhr
...kommt dagegen ein westerwellig-schnöseliger "BerlinerBürger" daher und "erzählt, wie die Welt funktioniert", klingt das selbstverständlich nicht "pauschal / beschämend / einschleimend", gell?
"...immer als der falsche Weg herausgestellt", na die "junge Generation" ohne "schwules Gedöns" kennt sich eben aus mit der Historie. Wo es doch seit je zu den "Grundwerten" dieser Spezies (Achtung: pauschal) gehört, zwar von "Eigenverantwortung" und Staatsferne zu schwadronieren ("Es steht ja eine Wahl ins Haus !"), bei Bedarf aber opportunistisch als Erste nach dem Staat zu schreien und sich zulasten anderer Steuerzahler auf dem hoffentlich spendablen Schoß unserer Politiker setzen zu wollen (oder gleich umstandslos in die Politik zu wechseln, wie der privatwirtsch. Pleitier u. derzeitige FDP-Generalsekretär Lindner).
.
Dazu paßt dann, sich präpotent im vorgewärmten Nest eines kreativen (ggf. aber einkommensschwächeren) Kiezes breitzumachen, um dort als vernmeintlich einzig wahre "Leistungsträger" unserer Gesellschaft fürs eigene Ego alsbald Luxusaanierung, Edelgastronomie und im solcherart aufgehübschten Umfeld "natürlich" Absenz von "staatlich alimentierden Bewohnern" zu beanspruchen. Ein "Freilichtmuseum / Ghetto" snobistischer Art eben, schöne neue "Toleranz"...
(Aber das scheint
Oder schlürft ausgerechnet er seinen Cappucicno vorzugweise etwa in Hellersdorf, denn die "Freiräume in dieser Stadt sind ausreichend groß um neue Kieze zu finden"?
von: "Wir haben verstanden", 03.04.2011 02:47 Uhr
Ich befürchte, dass sich die Entwicklung zu einer 'sauberen' und teueren Innenstadt nur sehr schwer eindämmen bzw. verlangsamen lässt; viele Zuzügler suchen das interessante und vielseitige Flair der Stadt - die Nachteile einer offenen Großstadt wie z.B. Armut stören aber dann die Idylle und werden ausgelagert. Berlin ist aber nicht so schön wie Paris, nicht so weltstädtisch wie London oder New York, kurz: die Stadt gräbt sich selbst das Wasser ab, leider. Aber der Mythos Berlin ist schon Geschichte - dennoch gibt es auch noch viel Gutes in der Stadt.
von: heinz+inge, 02.04.2011 20:11 Uhr
Ach - wie kann man sich die Welt so schön gestalten. Da kommt ein postkommunistischer Linker und erzählt wie die Welt funktioniert. Auf der einen Seite gibt es die bösen Hausbesitzer und zwischenzeitlich auch natürlich auch die Kapitalisten die Kneipen betreiben, die angeblich überwiegend von Touristen besucht werden. Hinzu wird pauschal von Ferienwohnungen gesprochen. Da muss aber auch gesagt werden, dass dies überwiegend Kneipen für das homosexuelle Klientel ist. Die Ferienwohnungen werden auch angemietet, um diesen Sextouristen einen angenehmen und vor allem billigen Aufenthalt zu ermöglichen. Aber es ist ja nicht Political correct, dies auch zu erwähnen. Dieses künstliche Aufrechterhalten von einer angeblich gewachsenen Struktur ist letztendlich das Fordern nach einem Freilichtmuseum - gefüllt mit staatlich alimentierden Bewohnern - in einem Kiez, der der natürlichen Veränderung unterzogen ist. Vielleicht will eine junge Generation auch kein Ghetto mit dem schwulen Gedöns aus der Vergangenheit.
Das Thema "Nichtraucherschutz" ist per Gesetzt geregelt - auch unter der Mitwirkung der ach so toleranten "Linken". Es ist eher beschämend sich mit solchen Sätzen wie "Wir brauchen eine Behördenkultur, die diese Offenheit einschließt – man reitet nicht mit 3 oder 5 Polizeieinsatzfahrzeugen zur Amtshilfe für das Ordnungsamt in eine Szenekneipe ein" einzuschleimen. Es steht ja eine Wahl ins Haus !
Die Forderung nach Verstaatlichung gehört ja zu den Grundwerten der postkommunistischen Partei der "Linken". Natürlich gibt es Menschen die auf solche Ansagen rein fallen und ihre Stimme für diese Partei verschwenden. Aber Forderungen nach staatlichen Eingriffen in Strukturen die einem Veränderungsprozess unterzogen sind, haben sich in der Geschichte immer als der falsche Weg herausgestellt. Eine Metropole wie Berlin lebt von Veränderungen - auch in Bezug auf die Kieze. Es wird - und muss - immer Kieze geben, die sich der Gesellschaft anpassen und dann vielleicht irgendwann auch "andere" Bewohner" bekommen. Die Freiräume in dieser Stadt sind ausreichend groß um neue Kieze zu finden.
von: BerlinerBürger, 02.04.2011 13:23 Uhr
@wir haben....
Ein schön zu lesender Text mit wunderbaren Wortspielereien aus der Vorurteilskiste und natürlich dem Weltverbesserertum. Leider aber an der Realität völlig vorbei. Weder ein Anhänger dieses Herrn Westerwelle, obwohl ja viele Schwule ihn zu Zeiten der Opposition gut fanden. Das Motto war ja - „ist ja einer von uns“. Er darf dann halt nur nicht an die Macht kommen.
Des weiteren überhaupt keine Ambitionen sich eventuell mit einem Publikumswirksamen Satz wie „Ich bin schwul und das ist gut so“, in irgendwelche Positionen in der Politik zu manövrieren. Selbstverständlich auch überhaupt keinen Bedarf eine Minderheit für irgendwelche politischen Zwecke zu missbrauchen. Davon gibt es schon genügend in dieser Stadt.
Allerdings mit der realen Sicht auf eine sich verändernde Stadt und ihrer Bewohner. Dazu auch kein Befürworter von künstlichen geschaffener Welten – die nix anderes sind, als die Wiederauferstehung von dem Begriff des Schutzes der Heimat. Man gibt dem Kind dann halt nur einen anderen Namen. Natürlich zeigt man sich in Tracht und feiert Feste, die in ihrer Form doch an einen Heimatabend im ländlichen Raum erinnern. Aber man(n) will ja „Anders“ sein. Da schlägt einem das Konservative fast direkt ins Gesicht, halt nur in einer anderen Interpretation.
von: BerlinerBürger, 03.04.2011 10:28 Uhr
...kommt dagegen ein westerwellig-schnöseliger "BerlinerBürger" daher und "erzählt, wie die Welt funktioniert", klingt das selbstverständlich nicht "pauschal / beschämend / einschleimend", gell?
"...immer als der falsche Weg herausgestellt", na die "junge Generation" ohne "schwules Gedöns" kennt sich eben aus mit der Historie. Wo es doch seit je zu den "Grundwerten" dieser Spezies (Achtung: pauschal) gehört, zwar von "Eigenverantwortung" und Staatsferne zu schwadronieren ("Es steht ja eine Wahl ins Haus !"), bei Bedarf aber opportunistisch als Erste nach dem Staat zu schreien und sich zulasten anderer Steuerzahler auf dem hoffentlich spendablen Schoß unserer Politiker setzen zu wollen (oder gleich umstandslos in die Politik zu wechseln, wie der privatwirtsch. Pleitier u. derzeitige FDP-Generalsekretär Lindner).
.
Dazu paßt dann, sich präpotent im vorgewärmten Nest eines kreativen (ggf. aber einkommensschwächeren) Kiezes breitzumachen, um dort als vernmeintlich einzig wahre "Leistungsträger" unserer Gesellschaft fürs eigene Ego alsbald Luxusaanierung, Edelgastronomie und im solcherart aufgehübschten Umfeld "natürlich" Absenz von "staatlich alimentierden Bewohnern" zu beanspruchen. Ein "Freilichtmuseum / Ghetto" snobistischer Art eben, schöne neue "Toleranz"...
(Aber das scheint
Oder schlürft ausgerechnet er seinen Cappucicno vorzugweise etwa in Hellersdorf, denn die "Freiräume in dieser Stadt sind ausreichend groß um neue Kieze zu finden"?
von: "Wir haben verstanden", 03.04.2011 02:47 Uhr
Ich befürchte, dass sich die Entwicklung zu einer 'sauberen' und teueren Innenstadt nur sehr schwer eindämmen bzw. verlangsamen lässt; viele Zuzügler suchen das interessante und vielseitige Flair der Stadt - die Nachteile einer offenen Großstadt wie z.B. Armut stören aber dann die Idylle und werden ausgelagert. Berlin ist aber nicht so schön wie Paris, nicht so weltstädtisch wie London oder New York, kurz: die Stadt gräbt sich selbst das Wasser ab, leider. Aber der Mythos Berlin ist schon Geschichte - dennoch gibt es auch noch viel Gutes in der Stadt.
von: heinz+inge, 02.04.2011 20:11 Uhr
Ach - wie kann man sich die Welt so schön gestalten. Da kommt ein postkommunistischer Linker und erzählt wie die Welt funktioniert. Auf der einen Seite gibt es die bösen Hausbesitzer und zwischenzeitlich auch natürlich auch die Kapitalisten die Kneipen betreiben, die angeblich überwiegend von Touristen besucht werden. Hinzu wird pauschal von Ferienwohnungen gesprochen. Da muss aber auch gesagt werden, dass dies überwiegend Kneipen für das homosexuelle Klientel ist. Die Ferienwohnungen werden auch angemietet, um diesen Sextouristen einen angenehmen und vor allem billigen Aufenthalt zu ermöglichen. Aber es ist ja nicht Political correct, dies auch zu erwähnen. Dieses künstliche Aufrechterhalten von einer angeblich gewachsenen Struktur ist letztendlich das Fordern nach einem Freilichtmuseum - gefüllt mit staatlich alimentierden Bewohnern - in einem Kiez, der der natürlichen Veränderung unterzogen ist. Vielleicht will eine junge Generation auch kein Ghetto mit dem schwulen Gedöns aus der Vergangenheit.
Das Thema "Nichtraucherschutz" ist per Gesetzt geregelt - auch unter der Mitwirkung der ach so toleranten "Linken". Es ist eher beschämend sich mit solchen Sätzen wie "Wir brauchen eine Behördenkultur, die diese Offenheit einschließt – man reitet nicht mit 3 oder 5 Polizeieinsatzfahrzeugen zur Amtshilfe für das Ordnungsamt in eine Szenekneipe ein" einzuschleimen. Es steht ja eine Wahl ins Haus !
Die Forderung nach Verstaatlichung gehört ja zu den Grundwerten der postkommunistischen Partei der "Linken". Natürlich gibt es Menschen die auf solche Ansagen rein fallen und ihre Stimme für diese Partei verschwenden. Aber Forderungen nach staatlichen Eingriffen in Strukturen die einem Veränderungsprozess unterzogen sind, haben sich in der Geschichte immer als der falsche Weg herausgestellt. Eine Metropole wie Berlin lebt von Veränderungen - auch in Bezug auf die Kieze. Es wird - und muss - immer Kieze geben, die sich der Gesellschaft anpassen und dann vielleicht irgendwann auch "andere" Bewohner" bekommen. Die Freiräume in dieser Stadt sind ausreichend groß um neue Kieze zu finden.
von: BerlinerBürger, 02.04.2011 13:23 Uhr
Kommentar schreiben
zurück
Weitere Artikel dieser Rubrik
- Teil 2 der Reihe: Droht dem Berliner (queeren) Kiez das Ende?
- Wahl Berlin 2011
- Folsom Europe 2011
- Queer Noises Festival
- Pride-Saison Berlin 2011
- WM-Special
- Diversity 2011
- HIV-Dossier 2011
- Easter 2011 in Berlin
- Berlinale 2011 Infopaket
- Aids-Special 2010
- Pornfilmfestival vom 28.-31.10.
- Alles neu im Connection – auch die Türpolitik?
- Folsom Europe 2010
- Queer, lesbisch, schwul? Interviews 2010
- Ballkontakte: Lesben und Schwule im Sport
- Ein infames Spiel
- Das waren die Gay Games in Köln!
- Positive Bilanz der Gay Games in Köln
- EuroPride 2010: Gay geht in Warschau inzwischen ganz gut
- EuroPride in Warschau, 9.–18. Juli. Fahrt hin!
- Pride Week Berlin 2010
- Respektpreis 2010 an Mädchengruppe
- Küchen, Hochzeiten, Life Style: die Gayvention in Hamburg
- Experten zu HIV und Aids
- Berlinale 2010
- Queere Filme: Was-Wann-Wo
- Ballett-Spezial 01/10
- Streit um DU&ICH, Deutschlands schwules Magazin
- „Frauen in Berlin – Ein Reisebuch”
- Service: QueerSport
- Wieviel Mann soll's sein?
- Weltaidstag 2009
- Wehrt euch! Gewalt gegen Lesben, Schwule und Trans*
- Pornfilmfestival Berlin 09
- 40 Jahre Du&ICH
- Wahl 09
- Homophobie08
- CSD weltweit 2009
- Transspecial 08/09
- Berlinale 09
- Pride Festival 09
- Circuit Barcelona 2009: Die ganz große Sause!
- Outgames Kopenhagen 2009
- Winterspecial 08/09: Sauna-Guide







immer dieses entweder-oder: weder die totale staatskontrolle noch die totale marktfreiheit. weder sollte der staat alles lenken noch der markt. beide stellen prinzipien dar, die einander ergänzen sollten - im moment ist allerdings tatsächlich eher eine marktdominanz zu betrachten. diejenigen, die viel geld ausgeben, um "kiezige atmospähre" zu genießen werden sich noch umsehen ... warum brennen eigentlich keine Autos mehr? war doch auch sehr authentisches Kiezleben - oder dann doch ein bisschen zuviel Authentizität? :)
von: Patrick, 03.04.2011 15:23 Uhr