Transspecial 08/09
Glossar: trans*, Tunte und Co
Trans* / Intersex-Glossar:
• Crossdresser
Crossdresser kleiden und stylen sich in Form ihres „Gegengeschlechts“. Sie fühlen sich meist nicht als im falschen Körper geboren, verspüren demnach auch nicht den Wunsch, ein Leben als das andere Geschlecht zu führen. „Crossdressing“ wird in Deutschland auch als Synonym für Transvestismus (siehe unten) gebraucht.
• Drag King (Drag: „dressed as a guy“)
Drag Kings sind Frauen, die sich als Männer inklusive Bart verkleiden und manchmal auch als solche in der Öffentlichkeit durchgehen wollen. Sie sind in den Medien weniger präsent als Drag Queens. Sie inszenieren ihren Körper als „männlich“, das kann mit einer Parodie von Männlichkeit oder dem Experimentieren mit der männlichen sozialen Rolle verbunden sein. Viele Drag Kings stehen mit ihrer männlichen Kunstfigur auch auf der Bühne. Die Darstellung der Rolle muss nicht mit einer gefühlten männlichen Geschlechtsidentität in Verbindung stehen, dennoch gibt es auch Transmänner, die eine Drag-Phase hinter sich haben.
• Drag Queen (Drag hier: „dressed as a girl“)
Gloria Viagra, Barbie Breakout oder Gina Tonic – hinter jedem dieser Namen steht eine Kunstfigur mit Perücke und Fummel. Mit dem alltäglichen Leben der Person hinter der Maske hat sie meist wenig gemein. Viele Drag Queens (der Begriff kommt aus der US-amerikanischen Schwulenbewegung) bewegen sich auch in der Öffentlichkeit oder einer Teil-Öffentlichkeit (wie auf Parties) in der Rolle dieser Kunstperson und treten vor Publikum auf.
• Gender / Sex
Während man heute dazu übergegangen ist, biologische, soziale und kulturelle Faktoren als einander bedingende Bestandteile zu sehen, unterschied die Genderforschung lange zwischen sex und gender. Sex bedeutete das biologische Geschlecht, Gender die entsprechende erlernte weibliche oder männliche soziale Rolle.
• Interidentität
Oft von Betroffenen selbst lieber als der Begriff Intersexualität (siehe unten) verwendet, weil die Tatsache, dass sie mit körperlichen Merkmalen beider Geschlechter geboren wurden, Auswirkungen auf die ganze Identität einer Person hat.
• Intersexualität und Hermaphroditismus
Menschen, die mit körperlichen Merkmalen beider Geschlechter zur Welt kommen. Das ist in vielen Variationen möglich. Intersexuelle stehen im Widerspruch zu der zweigeschlechtlich angelegten Gesellschaftsordnung. Ohne ihre Zustimmung wird oft (meist im Kindesalter) darüber entschieden, welches Geschlecht sie in Zukunft offiziell haben sollen und entsprechend operativ eingegriffen.
• „Transe“
Mit „Transe“ werden umgangssprachlich all jene bezeichnet, deren biologisches Geschlecht männlich ist, die sich aber „weiblich“ geben. Seien es Transsexuelle (siehe unten), Transvestiten (siehe unten) oder Drag Queens. Der umgangssprachlich negativ besetzte (manchmal auch diffamierende) Begriff erfährt eine selbstironische Wendung, wenn die Betroffenen sich selbst so bezeichnen.
• Transgender
Transgender wird einerseits als Sammelbegriff für alle verwendet, die gängige Geschlechtergrenzen überschreiten, oder sich „trans“, also im Übergang zum anderen Geschlecht befinden oder die herrschende Trennung in zwei Geschlechter ablehnen. Andererseits ist damit oft speziell diejenige Gruppe gemeint, die sich keiner der beiden Geschlechter „Mann“ oder „Frau“ eindeutig zuordnen will. Diese Menschen werden in den USA manchmal auch he/shes genannt.
• Transidentität versus Transsexualität
Transidentität bzw. transidentisch sind im Prinzip Synonyme für Transsexualität bzw. transsexuell. Vielen Betroffenen ist es wichtig, sich von dem Wort „sexuell“ zu distanzieren. Sie fühlen sich mit ihrer ganzen Identität, körperlich und psychisch in ihrem biologischen Körper und dessen Geschlecht nicht wohl. Viele streben deshalb an, im anderen, in dem von ihnen als "richtig" empfundenen Geschlecht zu leben. Die Internationale Klassifikation der Krankheiten verwendet auch den Begriff Transsexualität und listet ihn als psychische Störung unter ICD-10 mit der Codierung F64.0 auf. (Um eine Operation bewilligt zu bekommen, muss deshalb diese Diagnose vorliegen)
• Trans*
Auf Partyflyern und in Texten gebräuchliche Abkürzung, die ausdrückt, dass alle gemeint sind: Transfrauen, Transmänner, Transgender
• Transmann (Frau-zu-Mann-Transsexueller)
• Transfrau (Mann-zu-Frau-Transsexuelle)
• Travestie
Bei Travestie handelt es sich um ein Bühnengenre und nicht um eine Geschlechtsidentität. Der Geschlechtsrollenwechsel, der von Travestiekünstlern und -künstlerinnen auf der Bühne vollzogen wird, ist als (theatralische) Illusion angelegt und dient einem (meist heterosexuellen) Publikum als Amusement. Dennoch ist so mancher Travestiestar schwul.
• Transsexualität
Das biologische körperliche Geschlecht stimmt nicht mit dem eigenen Empfinden überein, siehe Transidentität
• Tunte
Tunte ist ein in der schwulen Szene in Deutschland schon lange gebrauchter Begriff für Drag Queens und Männer, die sich „typisch schwul“ geben und bewegen. In Aneignung eines ursprünglich abwertenden Begriffes hat dies auch eine politische und oft selbstironische Bedeutung.
• TransvestitIn
Transvestiten und Transvestitinnen legen Kleidung und/oder Dekor (Perücke, Kosmetika) des anderen Geschlechts an und schlüpfen zeitweilig in die andere Geschlechterrolle. Das kann auch aufgrund von sexuellen Vorlieben geschehen. Der Begriff wird eher für heterosexuelle Menschen gebraucht. Manche Transsexuelle haben aber auch eine transvestische Phase durchlebt.
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