Siegessäule - Restaurant-Tipps

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Restaurants-Tipps




Gastro

Gouter: französisch a la Divatlantique


Image © Brigitte Dummer

Gaumenfreuden par excellence: Sebastien alias Divatlantique (Foto), in erster Linie bekannt als DJ und Partytranse, serviert ihren Gästen im Goûter seit Sommer 2011 original französische Köstlichkeiten.

Vom kleinen Frühstückssnack „Pain grillé“ (getoastetes Baguette mit Butter und Marmelade, 2,50 Euro) bis zum großen Frühstück für zwei „En amoureux“ (9,90 Euro), das nicht nur für Verliebte allerlei französische Leckereien bereithält, kann man sich hier ausgiebig der l’art pour l’art widmen. Das pittoreske Tagescafé mit Jugendstil-Flair versprüht herrschaftlichen Charme mit persönlicher Note – nicht zuletzt auch wegen der zuvorkommenden Gastgeberin. Von der gepolsterten Sitzbank im vorderen Teil des Goûter schaut man direkt auf die Glasvitrine, die mit zahlreichen süßen Verlockungen bestückt ist, denen man sich sofort hemmungslos hingeben möchte. Wer also auf Kalorienbomben steht, kommt an den hausgemachten Makronen (1 Euro), Eclairs (2,50 Euro), Tartes und Gâteaux (ab 2,50 Euro) nicht vorbei, ohne zumindest einmal kurz schwach zu werden. Sehr zu empfehlen: warmer Ziegenkäse im Speckmantel auf backfrischem Baguette serviert im Salatbett (5 Euro). (Malte Bornhöft)


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Gastro

Taverna Trilogie: griechische Top Drei!


Image © Brigitte Dummer

Wer dachte, die griechische Küche wäre etwas banal, sollte dringend die gemütliche Taverne Trilogie besuchen. Hier findet man laut Information eines gebürtigen Griechen eine der Top-3-Adressen für Gerichte aus dem Land der antiken Philosophen.

Recht hat er, denn was einem hier von fachkundigem und unaufdringlich freundlichem Personal kredenzt wird, spielt in der ersten Liga. Allein die warm-kalte Vorspeisenplatte (9,50 Euro pro Person) mit Taramas, Sardellen, Chtipiti und anderen köstlichen Kleinigkeiten ist zum Niederknien. Dazu eine Flasche Weißwein aus dem Anbaugebiet Patras/Peloponnes (Atelier 2010, 16,50 Euro) und als Hauptspeise Kaninchenrücken mit Zwiebelherzen geschmort in Samos-Weinsauce (14 Euro) oder geschmortes Kalbfleisch mit Aubergine und Reisnudeln (13,50 Euro). Bravo!


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Gastro

Mio: Restaurant-Bar-Konzept


Image © Brigitte Dummer

Bei unserem Test ist gerade Kürbiszeit. Also zum Start eine Hokkaidokürbissuppe (4,50 Euro), fein mit Ingwer und Zitronengras abgeschmeckt, eine Wucht. Der Feldsalat (4,90 Euro) schmeckt aufgepeppt mit Radieschen und Wasabierbsen raffiniert scharf.

Dazu passt ein Glas Rioja (4,50 Euro). Auch die Hauptgerichte überzeugen: Die mit Kürbis gefüllten Ravioli sind eine Wonne. Das gegrillte Kotelett vom Milchschwein auf Kartoffelpüree und Babyspinat (15,90 Euro) sorgt für Geschmacksexplosionen. Und die Crème brûlée (4,90 Euro) von Zartbitterschokolade mit Orangen ist grandios. So schmeckt Qualität! Dazu passt das stylishe, gehobene Ambiente direkt unterm Fernsehturm. Très chic!


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Gastro

Katerschmaus: kulinarische Clubkultur


Image © Guido Woller

Wir werden alle mal erwachsen. Ein bisschen zumindest. Und wenn es gut klappt, können wir uns trotzdem etwas kindliche Verspieltheit bewahren. Das Kater Holzig hat das mit seinem Restaurant Katerschmaus geschafft. Der Nachfolger der legendären Partylocation Bar 25 liegt am Spreeufer – inklusive Restaurantbetrieb.

Die großzügig geschnittene ­Fabrik­­etage haben die Betreiber in ihrem gewohnten Laissez-faire-Stil eingerichtet: rohe Wände kombiniert mit allerlei Selbstgezimmertem, keine Angst vor Bad Taste. Buntes Licht strahlt aus Lichterketten und Neonröhren. Mitten drin eine große offene Küche. Der urbane Blick schweift über das Heizkraftwerk Mitte hinüber zum Fernsehturm. Das Publikum ist überraschend gediegen, kaum Partypeople. Oder erkennt man sie einfach nicht mehr als solche, weil sie in die Jahre gekommen sind? In die Jahre und zu Geld, denn die Preise im Katerschmaus sind gesalzen.

Schon die beiden Vorspeisen kosten jeweils zehn Euro. Dabei sind sie küchenpersonalfreundlich zubereitet – beziehungsweise zusammengestellt: Dem geräucherten Aal wurden Johannisbeere und Gelbe Bete beigesellt. Der Dreiklang aus Fisch, Obst und Gemüse ist eine aufregende Geschmackskombination aus der aufstrebenden friesischen Küche. Klassischer dagegen ist die Kalbshaxenterrine mit Kartoffel-Erdrüben-Salat und Meerrettichschaum. Belebt wird sie durch einen kräftigen Hauch frischer Petersilie. Einen Hauch stellte die Portion aber auch selbst dar. Wir trinken einen trockenen 2010er Sauvignon Blanc (29 Euro).

Als hätte der Koch unsere knurrenden Mägen gehört, wird bei der Hauptspeise ordentlich aufgefahren: Das argentinische Rinderfilettournedos mit Bohnen in Speckmantel und Ofenkartoffeln (27 Euro) hat die Größe eines kleinen Bratens – und ist dabei butterzart. Eine Fleischqualität, nach der man sich selbst in Buenos Aires die Hacken abläuft. Die Kaninchenkeule mit Waldpilzfüllung (22 Euro) gefällt ebenso, auch wenn sich das Tierchen gegen die Intensität des Tomatensugos kaum zu wehren weiß – Kompliment an das Gemüse. Zur Nachspeise gibt es eine Überraschung. Wählen kann man für 9 Euro nur die Geschmackskombinationen, die Darreichungsform wird erst am Tisch ersichtlich. „Quitte Haselnuss Lorbeerkaramel“ etwa kommt im Glas, die Haselnuss zu Teig und Mousse verarbeitet, dazu köstlich knackige herbsüße Quittenscheiben. Mit dem Katerschmaus ist eine der drängendsten Fragen der Menschheit geklärt: Wie mache ich Mama und Papa klar, wie cool Berlin ist, wenn es mir doch nie und nimmer gelingen wird, sie an den Berghain-Türstehern vorbeizuschleusen? Dieses Restaurant wird ihnen geronnene Clubkultur in kulinarischer Form nahebringen. Torsten Träger


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Gastro

Villa Rixdorf: Dinieren a la Neukölln!


Image © Guido Woller

Neukölln ist der neue Szenebezirk. Doch: Wo gehen all diese Leute, die (jetzt) hier leben oder feiern, essen? Was gute Gastronomie betrifft, haben viele eine klare Entscheidung getroffen, sie wählen die Villa Rixdorf. Roberto, der Chef des Hauses, begrüßt uns, wir haben reserviert, denn die beiden gemütlichen Gasträume sind immer gut gefüllt.

Roberto hat mit seinen eigenen Händen das Wohnhaus aus dem Jahre 1870 in eine urgemütliche Gaststätte verwandelt. Man hört Lachen und Scherzen, ein bunt gemischtes Publikum diniert ungezwungen zwischen Silberleuchtern mit weinroten Kerzen und frischen Rosen in kleinen Glasvasen. Hinter der Flügeltür im zweiten Salon darf man rauchen. Ach, erst mal einen Piccolo als spritzigen Aperitif (0,2/4,20 Euro). Es muss ja nicht immer Champagner sein, aber den gibt es hier auch. Die Villa Rixdorf bietet eine alle Herzenswünsche erfüllende Karte mit tollen Rieslingen, Rotweinen aus guten Anbaugebieten, typischen Bieren wie dem Berliner Pilsener und dem Märkischen Landmann vom Fass.

Nie weiß man, was man nehmen soll! Das hauchdünne Wiener Schnitzel mit den traditionellen Blasen in der Panade oder die Scampi vom Lavagrill? Die in Butter gebratene Forelle oder eine der Berliner Spezialitäten wie Kasseler Braten mit Sauerkraut? Zusätzlich verführt eine wechselnde Karte zu Experimenten. Die will getestet werden! Das Wildgulasch ist zart, faserig, mürbe. Es kommt mit glänzendem Apfelrotkraut, weihnachtlich gewürzt mit einem Hauch von Nelke, und Trüffelkartoffelklößen, die Kindheitserinnerungen wecken. 

Weil es so lecker ist und es draußen ja nun auch schon kühler wird, darf es auch noch ein Nachtisch sein. Selbst gemachte rote Grütze, wo gibt es die denn noch? Hier! Wie angenehm, diese fruchtige Säure der verschiedenen Beeren, und dazu eine Kugel Vanilleeis (4 Euro). Das selbst gemachte Tiramisu ist nicht zu süß, und der mit Kaffee getränkte Biskuit ist fluffig und passt hervorragend zum Mascarpone. Wer sich so weit aus dem Häuschen wagt, der braucht jetzt etwas Stärkeres. In der Villa Rixdorf gibt es den zu Unrecht in Verruf geratenen guten deutschen Korn, der das reichhaltige Essen zärtlich ummantelt. Es lebe Fürst Bismarck (2,20 Euro), denn es weihnachtet sehr!     Lena Braun


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