Berlin
Einmal Hölle und zurück: Rosa von Praunheims neue Projekte
© Master Patrick Rosa bei der Lesung aus „Rosas Rache“
SIS im August 2009:Rosa, du schreibst Tagebuch, seitdem du 17 bist. Warum veröffentlichst Du es erst jetzt? Du willst doch damit nicht sagen, dass in deinem Leben nichts mehr passieren wird?
Rosa: Ich habe ja mehrere Memoiren veröffentlicht, 1976 "Sex und Karriere", 1992 "Fünfzig Jahre pervers", zu meinem 60. habe ich "Pfui Rosa" als Film gemacht und nach meinem neuen Buch "Rosas Rache" ist zu meinem 70. und 75. noch was Aufregendes in Planung. Zum Beispiel wie geht meine Liebesgeschichte mit meinem Freund Olli weiter, mit dem ich seit 17 Monaten zusammen bin.
Wenn dein Leben tatsächlich ein Buch wäre: an welchen Stellen würdest du es umschreiben?
Das Leben kann man nicht umschreiben, das ist gut und schlecht. Ich glaube, dass wir alle in unserer Persönlichkeit gefangen sind und wenig im Leben lernen können.
Deine Urteile über einige deiner Zeitgenossen fallen nicht immer positiv aus. Wie waren die Reaktionen? Gab es schon Morddrohungen?
Noch nicht, aber es kann ja noch kommen.
In den Siebzigerjahren warst du einer der Wenigen, der Homosexualität zum öffentlichen Thema machte. Heute werden private und intime Details ganz selbstverständlich ausgeplaudert. Warum sollte sich jemand für Rosas Privat- und Sexleben interessieren?
Bücher und Filme mache ich zu allererst für mich. Sie müssen mich begeistern. Man kann nicht auf ein anonymes Publikum spekulieren, das geht meistens schief.
Um dich herum war immer alles in Bewegung. Für was engagierst du dich momentan?
Ich habe gerade einen Film über die Geschichte der Hölle gemacht (Kinostart im November). Da habe ich mich lange mit dem Ursprung von Religionen und Seele beschäftigt. Gerade komme ich aus New York und habe dort "New York Memories" gedreht.
„Rosas Höllenfahrt“ heißt dein neuer Film. Um was geht es genau und wer wird mitspielen?
Es ist eine Doku. Wir haben in Israel gedreht, in den USA, in Italien. Und wir haben in meiner Wohnung Höllenbilder inszeniert mit vielen nackten Menschen und Feuerprojektionen.
Nach Berlin bist du immer zurückgekehrt, auch, wenn Du in New York glücklicher warst. Was hat dich in dieser Stadt gehalten?
In Deutschland werden Künstler subventioniert, haben größere Chancen als in Amerika und außerdem wird Berlin immer spannender.
Interview: Arwen Haase
hier zur Buchrezension „Rosas Rache“
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