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Aus Outgames und Gay Games soll wieder ein einziger Sportevent werden

SIS 17.10.2009 – Seit 2006 gibt es zwei weltweite schwul-lesbische Sportveranstaltungen, die Gay Games und die Outgames. Es gab damals Streit um Finanzen und Transparenz im Vorfeld der geplanten Gay Games in Montreal, die Outgames gründeten sich, und seitdem konkurrieren die beiden Veranstaltungen um Sportler, Sportlerinnen und Geld. Das muss nicht sein, finden die Berliner und Berlinerinnen, die als Startgemeinschaft „Team Berlin“ zusammen an den Spielen teilnehmen. Ihre aktuelle Kampagne „Quality not Quantity“ fordert die beiden großen Verbände Federation of Gay Games (FGG) und die Gay and Lesbian International Sports Association (GLISA) zum Dialog auf, mit dem Ziel, am Ende wieder einen einzigen internationalen Wettkampf im Vierjahresturnus abzuhalten. Thomas Ruffer, Vorstandsmitglied vom Team Berlin, erklärt den aktuellen Stand.

SIS: Was ist denn schlimm an zwei weltweiten Sportveranstaltungen? Bedeutet das nicht doppelt Party und doppelt Spaß?
Thomas Ruffer:
Die Zahl der Sportevents ist mittlerweile inflationär geworden, und darüber gibt es unter Sportlern großen Unmut. Der Satz „Nach den Games ist vor den Games“ verkommt zu einer Floskel: Ein Vorher und Nachher ist in Europa kaum noch auszumachen. Hier gibt es ja noch die Eurogames und noch viele weitere Events, die nicht unbedingt einen schwullesbischen Hintergrund haben. Da wählt man dann aus: Viele Badminton-Spieler sind in diesem Sommer zum Beispiel nicht nach Kopenhagen zu den Outgames gefahren, weil sie ein großes Turnier in Berlin hatten. Überhaupt hatten die Outgames nicht viel mehr Teilnehmer als die letzten Eurogames in Barcelona – obwohl es eigentlich ein weltweites Event sein sollte.
Welchen Vorteil hätte es, die beiden Events zu vereinigen?
Es gäbe mehr Teilnehmer, das bedeutet mehr Spaß und bessere Vergleichsmöglichkeiten. Wenn mehr Leute da sind, ist das sportliche Niveau auch auf einem ganz anderen Level, es gibt echte Wettkämpfe, und die Sportler können sich wirklich beweisen. Manchmal ist weniger mehr.
Deswegen habt Ihr die Initative „Quality not Quantity“ ins Leben gerufen ...
Wir haben unser Anliegen vor etwa einem Jahr unter dem Motto „Lieber 1x richtig als 2x lau“ formuliert und öffentlich gemacht. Das ist sehr gut angekommen, es spiegelt offenbar die Meinung vieler anderer schwullesbischer Sportgruppen und Sportvereine wider. In Australien und den Niederlanden gibt es ähnliche Initiativen. Über die European Gay and Lesbian Sports Federation (EGLSF) wird die Kampagne an viele Sportgruppen und Vereine weitergegeben. Wir haben sozusagen offenen Türen eingerannt.
Offene Türen bei den Sportlern und Sportlerinnen, aber auch bei den Organisatoren der Gay Games und der Outgames?
Die beiden großen Verbände Federation of Gay Games (FGG) und die Gay and Lesbian International Sports Association (GLISA) haben sich an einen Tisch gesetzt und reden miteinander. Das ist ein laufender Prozess, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen. Aber wichtig ist: Ein Anfang wurde gemacht, der Austausch findet statt. Die Vorzeichen, unter denen die Gespräche laufen, sind bisher sehr gut.
Trotzdem wurde kürzlich Cleveland als Austragungsort der Gay Games 2014 bekannt gegeben. Ist das eine gute Wahl?
Es standen nur drei Optionen in den USA zur Verfügung. Wir sehen diese Nordamerikalastigkeit kritisch, aber nach den Gay Games in Köln 2010 und den Outgames in Kopenhagen 2009 war klar, dass wohl die USA die nächste große Veranstaltung ausrichten. Cleveland ist reizvoll, da damit eine Stadt den Zuschlag erhielt, die die volle Unterstützung der Kommune hat, und ein Zeichen gesetzt werden kann. So wird die Community im Mittleren Westen der USA gestärkt. Der Fokus wird so von den bekannten Zentren des Gaylife an der Ost- und Westküste der USA abgelenkt. Das finden wir sehr gut.

Interview: Malte Göbel
aktuelle Informationen: teamberlin.de/4_games_aktuell.html



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