Berlin
Tipp: Kunst und Wellness für Männer
© Sven Marquardt Seelenkamerad
SIS im September 2009 – Just Men Berlin, der Name ist Programm. Dahinter verbirgt sich ein Massagesalon, der sich speziell an Männer richtet. Wer jetzt mehr als eine seriöse Wellness-Massage erwartet, wird allerdings enttäuscht. Angeboten werden unter anderem Californische Massage, Tiefengewebsmassage oder Fußreflexzonenmassage.
Die beiden Inhaber des Salons, Marc und Martin, nutzen ihre Massageräume in der Fuggerstraße aber auch als Ausstellungsort für nationale und internationale Künstler. „Wir sind beide sehr kunstinteressiert“, erzählt Martin. Alle sechs Wochen wechseln die Exponate. Dann findet eine Vernissage statt, ein Tag ganz im Zeichen der Kunst. Im Moment sind Werke von Ivo Hofste und Henry Hinterland, sowie als Dauerausstellung Bilder von Sven Marquardt zu sehen. Dass Marc und Martin auch selbst sehr kreativ sind, merkt man an ihren Werbekampagnen, die sie alle drei Monate für ihren Salon machen: Ironische Selbstporträts spielen mit schwulen Klischees. Zu sehen sind zum Beispiel die beiden Männer in Lederkluft – wobei der eine dem anderen die Zehennägel rot lackiert. Die Motive dieser Werbekampagnen haben bereits Kultstatus, es gibt sie als Postkarten oder Poster. „Wenn wir zwölf Motive zusammen haben, wollen wir daraus einen Kalender machen“, sagt Martin selbstbewusst.
Im wahren Leben sehen beide aus wie zahme Rocker. Zwei große, bärtige Männer, muskulös und tätowiert. Martin hat sein langes Haar ordentlich im Nacken zusammengebunden, selbst der Vollbart ist auf eine seriöse Länge gestutzt. Das alles wird ergänzt durch seine in sich ruhende Ausstrahlung.
Auch das gestalterische Konzept von „Just Men Berlin“ überzeugt. „Wir haben uns überlegt, wo wir uns wohl fühlen würden“, sagt Martin. Das Ergebnis sind drei unterschiedliche Räume – ein chinesischer, ein klassischer im Art Decó-, bzw. Bauhausstil und eine Art Sportumkleide. Sie wirken vor allem durch das Farbkonzept, das ein Innenarchitekt und alter Jugendfreund von Martin entworfen hat. Es gibt keine rein weiße Wand. Stattdessen Cremeweiß/Schwarz, Cappucino, Latte Macchiato, Schokobraun. Wenn man durch die Tür in den chinesischen Raum tritt, ist es als würde man in Watte gepackt. An der Stirnseite ist ein abstraktes Wandgemälde, das ein Tätowierer zwei Tage lang mit einem feinen Pinsel aufgemalt hat. In dem klassischen Raum hängen Bilder von Sven Marquardt, dem berühmten Türsteher aus dem Berghain, der auch ein großartiger Fotograf ist. Die Bilder sind Eigentum der beiden Betreiber. „Den Kunden, die zum ersten Mal hier sind, zeigen wir alle Räume. Meistens kann ich schon vorher sagen, welchen Raum der Mann wählen wird,“ sagt Martin stolz!
Ivo Hofsté und Henry Hinterland seit 30.8. im Just Men Berlin,
Öffnungszeiten: Mo-So 11.00 – 23.00 Uhr
www.just-men-berlin.de
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