Siegessäule - „Die blöde Geschichte mit dem Holocaust“: Polak darf das

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„Die blöde Geschichte mit dem Holocaust“: Polak darf das


Nach seinem Buch „Ich darf das, ich bin Jude“ geht Oliver Polak mit „Die Jud Süß Sauer Show“ auf Tour. Dabei gastierte er auch in Berlin

SIS 18.2. – Wer in Oliver Polaks „Jud Süß Sauer Show“ geht, und auch nur einen Satz aus der Ankündigung gelesen hat, weiß: Dies wird ein politisch absolut unkorrekter Abend. Und er hält, was er verspricht. Er greift sämtliche jüdischen Klischees auf, macht sich zum Beispiel lustig über den typisch jüdischen Geiz, über das Ritual der Beschneidung und über koscheres Essen.

Das passiert in einer zugegebenermaßen nicht ganz rund wirkenden Show, man merkt einfach, dass es Polaks erstes Soloprogramm ist. Er neigt zum viel gehörten, manchmal platten, sehr oft auch sexistischem Witz. Trotz allem kann er auch seine Intelligenz ausspielen und weiß zu schockieren und mit dem schockierten Publikum umzugehen. Er scheut nicht davor zurück, Witze über Deportationen und Konzentrationslager zu machen – und darüber, dass einem dabei das Lachen im Halse stecken bleibt. So ärgert er sich zum Beispiel, wenn Lokführer der Deutschen Bahn streiken. „Hätten die das vor 70 Jahren gemacht“, sagt er, „wäre uns einiges erspart geblieben.“ Und das ist noch einer der scheinbar harmlosen Witze. Oliver Polak darf das, er ist Jude. Aufgewachsen ist er in der einzigen jüdischen Familie im emsländischen Papenburg – die einzige Familie, weil alle anderen geflohen oder ermordet worden waren. Sein Vater war der einzige, der aus dem KZ nach Papenburg zurückkehrte.

Nachdem in den letzten Jahren immer wieder die Sorge laut wurde, die Geschichte der Judenverfolgung im Dritten Reich würde in Vergessenheit geraten, erscheint Polaks Programm wie ein moderner Lösungsvorschlag des Problems. Denn was er mit Sicherheit schafft: Er bringt die Geschichte ins Gespräch und damit in die Köpfe. Auch wenn er sie scheinbar verharmlost, indem er sagt: „Wir verzeihen euch die blöde Geschichte mit dem Holocaust und ihr verzeiht uns Michel Friedmann.“ (chal)

oliverpolak.com (hier auch Tourdaten)


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