Siegessäule - Das Silvester-Ereignis: Katharina Thalbach inszeniert Rossinis „Barbier von Sevilla“

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Bühne

Das Silvester-Ereignis: Katharina Thalbach inszeniert Rossinis „Barbier von Sevilla“


Das Meisterstück gibt es ganz passend noch einmal zu Silvester an der Deutschen Oper, dann wird es erst wieder im Mai zu sehen sein

© Matthias Horn im Auftrag der DEUTSCHEN OPER BERLIN

SIS im Dezember 2009 – Schon während der Ouvertüre lacht das Publikum über das Treiben auf der Bühne: Auf der frühmorgendlichen Piazza tummeln sich ein schlafwandelndes Mädchen, eine Gruppe tippelnder Nonnen, Radler, der Zeitungsbote und ein freundlicher (echter) Esel. Schließlich stehen sich ein knallrotes Cabrio und Traktor mit riesigem Anhänger gegenüber, der im weiteren Verlauf des Stückes als Bühne auf der Bühne fungiert. Es folgt ein dreistündiges Feuerwerk an Pointen: Katharina Thalbachs Inszenierung von Gioacchino Rossinis Melodramma buffo ist ein einziger Augen- und Ohrenschmaus. In Sevilla-al-Mare tragen die Touristinnen Bikinis, die Kinder Schwimmreifen, ein schwules Pärchen vergnügt sich im Fischerboot. Mitten auf der Piazza spielt die Geschichte um Liebe, Geld und Betrug – und das Publikum merkt den ausgezeichneten Sängerinnen und Sängern von Anfang an die Lust am Theater an. In den farbenprächtigen Renaissance-Kostümen von Stardesigner Guido Maria Kretschmer tanzen sie selbst bei Koloraturen munter und zeigen dabei viel komisches Talent. Allen voran Lawrence Brownlee  als Graf Almaviva, der seinen Triebstau fünfminütlich mit Liegestützen loswerden muss und auch als tuntiger Musiklehrer herrlich theatralisch in die Tasten greift. Jana Kurucová als hinreißende Rosina und Markus Brück, stolzer Besitzer des Salons Figaro, stehen ihm kaum nach. Bei so viel geballter Spielfreude kommt das Orchester zeitweise kaum hinterher. Stürmischer Applaus und vereinzelte Buhs am Ende eines kurzweiligen Abends. "Man trinkt sich einen an!" – so wollte Katharina Thalbach auf einen nicht erfolgreichen Premierenabend reagieren. Sie hätte völlig nüchtern bleiben können, doch dank einer Grippe wurden es am Ende vier Grogs. Selbst in Sevilla-al-Mare kann man sich erkälten...
Holger Wetzel

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Der Barbier von Sevilla, noch mal am 31. Dezember, Deutsche Oper


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